20.10.2016, 15:33 Uhr

Achillessehnenriss – mit Knalleffekt in die Trainingspause

In den meisten Fällen kann eine gerissene Achillessehne bei einer schnellen Versorgung wieder vollständig hergestellt werden. (Foto: Foto: gespag)
BEZIRK. Mit dem Herbstbeginn verlegen viele Hobbyfußballer ihre Trainingszeiten nach drinnen. Tennisbegeisterte weichen vom Sandplatz in die Halle aus und wem der Ergometer im Fitness-Studio zu eintönig ist, der hält sich mit einer schweißtreibenden Partie Squash fit. Indoor-Sport ist eine gute Möglichkeit auch an kalten und nassen Tagen sportlich aktiv zu bleiben. Wer allerdings immer wieder mit kleineren Problemen der Achillessehne kämpft, der sollte gerade bei den typischen Stop-and-go-Sportarten Vorsicht walten lassen. Kleine Belastungsschäden und Entzündungen, die über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen, können dann mit einem Knall in der Trainingshalle enden. Die Achillessehne – die stärkste und kräftigste Sehne des menschlichen Körpers – reißt.„Natürlich kann ein Achillessehnenriss bei einer akuten Überbeanspruchung jeden treffen. Acht von zehn Verletzungen dieser Art passieren allerdings beim Sport“, weiß OÄ Dr. Verena Lüthje, Fachärztin an der Abteilung für Unfallchirurgie, „meist gehen einer Ruptur zahlreiche kleinere Reizungen oder Entzündungen voraus.“ Aus diesem Grund trifft ein Achillessehnenriss in vielen Fällen vor allem sportlich sehr aktive Menschen. Betroffen sind überwiegend Menschen zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr.

Erhöhtes Risiko bei Sprint- und Sprungsportarten

Die Achillessehne verbindet das Fersenbein mit dem Wadenmuskel und übernimmt durch die Beugung des Sprunggelenkes beim Laufen und Gehen eine wichtige Rolle. Aufgrund kleinerer, wiederkehrender Verletzungen kommt es zu Entzündungen und kleineren Rissen. Es lagert sich Flüssigkeit ein und die Sehne schwillt an. Wird diese Schwellung zu groß, kann eine plötzliche starke Belastung des Sprunggelenkes ausreichen, um einen Achillessehnenriss zu verursachen. „Sportarten wie Tennis, Fußball oder Squash bergen bei einer vorgeschädigten Achillessehne natürlich ein besonderes Risikopotential. Sie erfordern jähe Stopps, Richtungswechsel und schnelle Beschleunigung“, erklärt die Expertin, „diese sind für die Sprunggelenke sehr belastend.

Typische Begleiterscheinung: peitschenartiges Geräusch

Neben kurzen, heftigen und stechenden Schmerzen treten bei einem Achillessehnenriss häufig Dellen im Verlauf der Sehne sowie Schwellungen über der Ferse auf. Charakteristisch ist auch ein Knallgeräusch, das der Ruptur vorangeht. In Folge ist es den Betroffenen nicht mehr möglich, die Fußspitze nach unten zu beugen und das Gehen bereitet starke Schmerzen.
Da Patienten mit einer derartigen Verletzung ihren Fuß nicht mehr abrollen können, ist eine schnelle und fachgerechte Therapie unumgänglich. „In erster Linie sollten Betroffene ihren Fuß entlasten, hochlagern und schnellstmöglich ärztlichen Rat einholen“, sagt Dr. Lüthje, „in den meisten Fällen kann eine gerissene Achillessehne bei einer schnellen Versorgung mittels Achillessehnenrekonstruktion wieder vollständig hergestellt werden.“ Dabei wird die Sehne operativ genäht und gegebenenfalls mit einer benachbarten Sehne stabilisiert. Im Anschluss an die Operation ist die Ruhigstellung im Gips oder Spezialstiefel erforderlich, danach noch eine Absatzerhöhung und Physiotherapie.

Regelmäßigkeit ist Trumpf

Zwar stellt eine Achillessehnenruptur heute kein sportliches Karriereaus mehr dar, eine mehrmonatige Trainingspause ist nach einer Verletzung dieser Art jedoch nicht zu umgehen. Sportbegeisterte sollten daher schon im Vorfeld auf ein umsichtiges Training achten. „Zum einen ist es sehr wichtig, die Muskeln immer gut aufzuwärmen“, betont die Unfallchirurgin, „zum anderen sind stetige Überlastungen zu vermeiden. Treiben Sie regelmäßig Sport. Vermeiden Sie es allerdings, von Ihrem Körper ungewohnte und übertriebene Spitzenleistungen zu fordern.“ Wer zusätzlich noch auf regelmäßige Erholungsphasen und passendes Schuhwerk achtet, der wird den natürlichen Verschleißerscheinungen der Achillessehne zwar nicht entrinnen, senkt jedoch das Risiko kleinerer Verletzungen, die schließlich mit einem großen Knall enden, erheblich.
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