24.09.2014, 00:00 Uhr

Der Hausarzt kommt mit Chauffeur

Johannes Raab Bezirksgeschäftsleiter Rotes Kreuz, Wilbirg Mitterlehner, Bezirksstellenleiterin Rotes Kreuz, Erwin Rebhandl, Bezirksärztevertreter und Martin Hofer, Dienstführer Bezirksrettungsleitstelle Rohrbach (v. l.).

Der hausärztliche Notdienst wird mit 1. Oktober im Bezirk eingeführt.

BEZIRK. Ab 1. Oktober gelten neue Bestimmungen für den hausärztlichen Notdienst (HÄND) am Abend, in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen. Zusätzlich gibt es einen neuen Visitendienst, der bei Bedarf zu den Patienten nach Hause kommt. „Die wichtigste Information für Patienten ist, den Ärztenotruf 141 wählen, dort erfährt man alles weitere“, sagt der Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes, Johannes Raab.

Im Bezirk Perg bewährt
„Der hausärztliche Notdienst steht allen zur Verfügung, die außerhalb der Ordinationszeiten dringend einen Arzt brauchen“, erklärt Bezirksärztevertreter Erwin Rebhandl. Das von ihm ausgearbeitete neue System ist für die Allgemeinmediziner eine Erleichterung und „eine wichtige Einführung, um die landärztliche Versorgung in Zukunft zu sichern.“ Im Bezirk Perg hat sich dieses System bereits bewährt. In Urfahr Umgebung und Freistadt wird jetzt ebenfalls damit gestartet.
Für die Bevölkerung ändert sich wenig. Die regulären Ordinationszeiten der Ärzte – auch die Nachmittags-, Abend- und Samstagsordinationen – bleiben bestehen. Zusätzlich zum hausärztlichen Notdienst in den einzelnen Sprengeln bzw. Bereichen gibt es einen übergeordneten Fahrdienst (Visitendienst), der Ärzte im Bereitschaftsdienst unterstützt. Dieser fährt vom Standort Rohrbach aus Visiten. Jener Arzt, der während dieses Dienstes in der Rotkreuz-Stelle Rohrbach stationiert ist, wird von einem Rotkreuz-Mitarbeiter zu den Patienten gefahren. „Der Vorteil ist, dass der Arzt nebenbei mit Patienten telefonieren oder die Visitendringlichkeiten koordinieren kann“, sagt Rebhandl. Dieser Visitendienst steht an Wochentagen von 19 bis 7 Uhr Früh, am Wochenende und an Feiertagen von 7 bis 19 Uhr (Tagdienst) und von 19 bis 7 Uhr Früh (Nachtdienst) zur Verfügung.

Wie funktioniert‘s?
Wer am Abend, in der Nacht oder an Wochenenden bzw. Feiertagen medizinische Hilfe braucht, ruft den Notruf 141. Dort meldet sich ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes, der den Patienten an einen Arzt weitervermittelt oder bei Bedarf einen Hausbesuch organisiert. „Der hausärztliche Notdienst ist nur für akute Beschwerden gedacht, bei denen der Patient sofort medizinische Hilfe braucht. Für kleinere bzw. chronische Beschwerden sollen sich die Betroffenen bitte zu regulären Ordinationszeiten an ihren Hausarzt bzw. die Haus-ärztin wenden“, sagt Erwin Rebhandl. „Der neue HÄND ersetzt nicht das Notarzteinsatzfahreug (NEF)“, ergänzt Johannes Raab.

Ausnahme in 5 Gemeinden
Nichts ändert sich für die Menschen im Sprengel Lembach, Putzleinsdorf, Hofkirchen, Pfarrkirchen und Neustift. Die Ärzte dort haben sich gegen die Einführung des neuen Systems ausgesprochen. Dort bleiben die Bereitschaftsdienste wie bisher organisiert.
Situation im Bezirk:
27 Ordinationen für Allgemeinmediziner mit Kassenverträgen gibt es derzeit
3 Wahlarztordinationen für Allgemeinmediziner
10 Facharztordinationen mit Kassenvertrag
9 Wahlarztordinationen von Fachärzten
Bis 2018 werden voraussichtlich zehn Allgemeinmediziner im Bezirk in Pension gehen, davon drei noch heuer. Zwei Praxen (Rohrbach und Kleinzell) konnten nachbesetzt werden. In Altenfelden ist man noch immer auf der Suche nach einem Arzt. Die Ordination von Dr. Schaubmayr soll mit Ende dieses Monats geschlossen werden, die Stelle wird zum dritten Mal ausgeschrieben.

Ziele von HÄND:
Reduzierung der Zahl der Notdienste für die einzelnen Ärzte und zusätzliche Unterstützung durch einen Rotkreuz-Mitarbeiter
Aufrechterhaltung einer qualifizierten Versorgung im Notdienst während der Nacht sowie an Wochenende und Feiertagen
Reduzierung nicht akut notwendiger Arztkonsultationen (auch Ambulanzbesuche) außerhalb der Ordinationszeiten (zB: durch ärztliche, telefonische Beratung)
familienfreundliches Arbeitsmodell für Ärzte, damit der Beruf des Allgemeinmediziners auf dem Land wieder größere Nachfrage erlebt
Anpassung der Sprengel an die Bezirksgrenzen:
Sprengeleinteilung Wochentag: Sprengel Nord; 7 Ordinationen: Klaffer, Ulrichsberg (2), Julbach, Peilstein, Kollerschlag, Sarleinsbach, Sprengel Mitte; 7 Ordinationen: Aigen (2), Rohrbach (2), Haslach (2) und Helfenberg sowie Sprengel Süd; 9 Ordinationen: Altenfelden, Neufelden, Kleinzell, Kirchberg, St. Martin (2) Niederwaldkirchen, St. Veit und St. Peter. ACHTUNG: Der Sprengel Lembach, Putzleinsdorf, Hofkirchen, Pfarrkirchen und Neustift bleibt wie bisher bestehen, es gibt dort keinen HÄND.

Sprengeleinteilung Ordinationsdienst Samstag, Sonntag und Feiertag:
Sprengel Nord: Klaffer, Ulrichsberg (2), Aigen (2), Julbach, Kollerschlag, Peilstein, Sarleinsbach, Haslach.
Sprengel Süd: Neufelden, Altenfelden, St. Peter, Helfenberg, St. Martin (2), Kirchberg, Kleinzell, Niederwaldkirchen, St. Veit und Rohrbach.
Zusätzlich zum Visitenärzt sind zwei Ordinationen (eine im Bereich Nord, eine im Bereich Süd) von 9 bis 12 Uhr für hausärztliche Akutfälle geöffnet.
ACHTUNG: Der Sprengel Lembach, Putzleinsdorf, Hofkirchen, Pfarrkirchen und Neustift bleibt wie bisher bestehen, es gibt dort keinen HÄND.
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