Wohnortnahe Versorgung
Internationaler Pflegeexperte über Zukunft der Pflege

Pflegeexperte Howard Catton (links), CEO des International Council of Nurses (ICN) und Jürgen Osterbrink, Vorstand Institut für Pflegewissenschaft und -praxis an der PMU | Foto: Lisa Gold
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In seinem Gastvortrag an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) befasste sich der internationale Pflegeexperte Howard Catton, CEO des International Council of Nurses (ICN), mit den Herausforderungen und der Zukunft der Pflege.  

SALZBURG. Wie könnte und soll die Pflege der Zukunft aussehen, welche Schwerpunkte braucht es, um den hohen Bedarf an Pflegekräften weltweit zu decken und wie sieht global die aktuelle Situation aus? In seinem Gastvortrag an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) gab der Pflegeexperte Howard Catton, CEO des International Council of Nurses (ICN), einen Einblick und befasste sich auch mit der Situation in Salzburg. 

Pflegeexperte Howard Catton (links), CEO des International Council of Nurses (ICN) und Jürgen Osterbrink, Vorstand Institut für Pflegewissenschaft und -praxis an der PMU | Foto: Lisa Gold
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Im Austausch mit Salzburg

Mit der PMU und Salzburg verbindet ihn eine lange Geschichte, er sei seit einigen Jahren im Austausch mit Jürgen Osterbrink, Vorstand des Institut für Pflegewissenschaft und -praxis an der PMU. "Ich bin hier, um meine internationalen Erfahrungen zu teilen und gleichzeitig auch zu lernen, was in Salzburg in diesem Bereich passiert. Viele Themen, die die Pflege betreffen, sind weltweit dieselben", so Catton.

Eine zunehmend älter werdende Gesellschaft erhöht - nicht nur in Österreich - den Druck auf das Gesundheits- und Pflegesystem. Eines nimmt der Experte gleich vorweg:

"Die menschliche Pflege wird niemals ersetzbar sein durch Roboter oder Künstliche Intelligenz",

sagt Howard Catton, oberster Repräsentant von knapp 30 Millionen Pflegekräften weltweit, in seinem Vortrag. Es sei unerlässlich, mehr Pflegekräfte auszubilden und sie zu stärken, um dem weltweiten Mangel entgegenzuwirken. Dazu müsse man neue Modelle der Pflege mehr in den Fokus rücken.

Pflegeexperte Howard Catton (links), CEO des International Council of Nurses (ICN) hielt einen Gastvortrag an der PMU Salzburg. | Foto: Lisa Gold
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Wohnortnahe Versorgung stärken

Einer seiner zentralen Ansätze ist, dass die Pflege immer noch zu sehr im Krankenhaus stattfindet, es braucht hier einen stärkeren Fokus auf wohnortnahe Versorgung, auf die Versorgung in den eigenen vier Wänden. "Die Krankenhäuser werden die steigende Zahl an Menschen, die Pflege brauchen, in Zukunft nicht mehr stemmen können. Wir werden mehr in die Community, in das eigene Zuhause verlagern müssen. Und: die Menschen wollen auch zu Hause sein, bei ihrer Familie, in ihrer Umgebung. Hier geht es darum, den Menschen an erste Stelle zu setzen", so Catton. Viele Dinge in der Pflege könne man, wenn man gut ausgebildete Pflegekräfte hat und die Technologie nutzt, in das Zuhause verlagern, so der internationale Pflegeexperte.

Als "Glücksgriff für Salzburg", bezeichnet Jürgen Osterbrink, Vorstand Institut für Pflegewissenschaft und -praxis an der PMU, den Gastvortrag. Mit seinem Vortrag habe Howard Catton den

"Welt-Blick der Pflege in den Fokus gestellt und auch die Wichtigkeit für Salzburg noch einmal geschärft. Für uns ist das ein echter Glücksgriff, Howard Catton für einen Vortrag hier bei uns an der PMU zu gewinnen, auch für unsere Studierenden, um den Blick auf die Pflege zu weiten",

sagt Jürgen Osterbrink.

Jürgen Osterbrink, Vorstand Institut für Pflegewissenschaft und -praxis an der PMU  | Foto: Lisa Gold
  • Jürgen Osterbrink, Vorstand Institut für Pflegewissenschaft und -praxis an der PMU
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Wesentlich sei ein Umdenken in der Struktur, so Osterbrink. Man müsse die Versorgungsstruktur so ausrichten, dass keine zu langen Verweildauern im Krankenhaus entstehen und eine gute, weiterführende Betreuung zu Hause sichergestellt werden kann, so Osterbrink. "Die Technik mit humanen Dienstleistungen am Menschen zu kombinieren, ist künftig zentral. Strukturen zu schaffen, die für unser Bundesland passen, ist die Aufgabe", ergänzt Osterbrink. 

Gastvortrag von Howard Catton an der PMU. Im Bild auch Jürgen Osterbrink, Vorstand Institut für Pflegewissenschaft und -praxis an der PMU und der Pflegebeauftragte vom Land Salzburg, Karl Schwaiger | Foto: Lisa Gold
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Diese entsprechenden Voraussetzungen und Strukturen zu schaffen, sei die zentrale Aufgabe der Politik, wie auch der Pflegebeauftragte des Landes, Karl Schwaiger, betont.

"Wir haben mit der Pflegeplattform 3 die wichtigsten Weichen gestellt. Hier passiert ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Derzeit liegt im Rahmen der Pflegeplattform 3 der Fokus auf der extramuralen Pflege, also der Pflege außerhalb von Krankenhäusern",

sagt Schwaiger. Man müsse die Informationen auch für die Bevölkerung bündeln und sichtbar machen. "Es gibt ganz viele verschiedene Angebote, da ist es wichtig, dass die Bevölkerung niederschwellig und verständlich Zugang zu diesen Informationen hat", ergänzt Schwaiger. 

Ph.D. in Nursing and Allied Health Science - Studentin Stefanie Berger bei dem Gastvortrag an der PMU | Foto: Lisa Gold
  • Ph.D. in Nursing and Allied Health Science - Studentin Stefanie Berger bei dem Gastvortrag an der PMU
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Für die Ph.D. in "Nursing and Allied Health Sciences"-Studierende Stefanie Berger sei der Gastvortrag bestärkend und "sehr bereichernd gewesen. Dass das hier in Salzburg stattgefunden hat, ist für uns Studierende toll. Für mich ist das Schöne an der Pflege, dass man Menschen begleitet und Menschen in außergewöhnlichen Lebenssituationen versorgt. Der ICN ist als globale Vertretung für die Pflegekräfte sehr wichtig", sagt Berger. 

Weitere Berichte aus Salzburg findet ihr hier:

Digitalisierte Zukunft, aber immer noch zwischenmenschlich
Pflegesystem bis 2035 zukunftsfit machen
Seniorenwohnhaus Lehen gab Einblicke in Pflegelehre
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