Mut zum Neustart
Gedanken am Leopoldskroner Weiher
- Schreibt über den Mut zum Neuanfang im Alltag: Die Salzburger Autorin Birgit Rasser
- Foto: Birgit Rasser
- hochgeladen von Birgit Rasser
Manchmal gehe ich frühmorgens eine Runde um den Leopoldskroner Weiher. Gerade dann, wenn die Stadt langsam aufwacht und es noch angenehm ruhig ist. Dort kommen mir oft Gedanken, für die im Alltag zwischen Terminen, To-do-Listen und Verpflichtungen kaum Platz bleibt. Einer dieser Gedanken führt mich immer wieder zurück zu meinem eigenen Neuanfang.
Nach meiner Scheidung stand ich plötzlich mit zwei Kindern vor einem Neuanfang. Einen perfekten Plan hatte ich nicht. Ehrlich gesagt hatte ich eher tausend Fragen als Antworten. Damals hätte ich nie von mir behauptet, mutig zu sein. Mutig wirken für mich immer die anderen. Die Menschen, die scheinbar genau wissen, wohin sie wollen. Mein eigener Neuanfang fühlte sich ganz anders an. Er fühlte sich nach Unsicherheit an. Nach schlaflosen Nächten. Nach Entscheidungen, die getroffen werden mussten, obwohl ich nicht wusste, ob sie die richtigen waren. Erst Jahre später wurde mir klar, dass genau das Mut ist. Nicht keine Angst zu haben. Sondern trotzdem weiterzugehen. Heute genieße ich mein Leben in Salzburg mit einem Gefühl, das ich damals kaum kannte: Freiheit. Nicht, weil plötzlich alles leicht geworden ist. Sondern weil ich gelernt habe, dass jeder Neuanfang irgendwann mit einer einzigen Entscheidung beginnt. Und diese Entscheidung fühlt sich selten mutig an. Vielleicht erkennen wir erst im Rückblick, wie viel Mut wir tatsächlich hatten.
Gab es in Ihrem Leben einen Moment, der sich damals beängstigend angefühlt hat – und sich heute als der Anfang von etwas Gutem herausgestellt hat?
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