Zwischen Stadt und Bergen
Der größte Traumkiller ist nicht die Angst
- hochgeladen von Birgit Rasser
Ich glaube nicht, dass die meisten Menschen an ihrer Angst scheitern. Sie scheitern viel früher – an etwas, das sich vernünftig anfühlt und deshalb kaum hinterfragt wird.
Wenn ich abends über den Mönchsberg blicke und die Lichter von Salzburg sehe, spüre ich oft diese besondere Mischung aus Beständigkeit und Aufbruch. Unsere Stadt wirkt ruhig. Verlässlich. Fast so, als hätte alles seinen festen Platz.
Vielleicht mögen wir genau deshalb Pläne. Sicherheit. Das Gefühl, gut vorbereitet zu sein. Und genau dort beginnt oft die Falle. Wir erzählen uns Sätze, die klug klingen:
„Ich informiere mich noch ein bisschen.“
„Ich mache zuerst noch einen Kurs.“
„Ich starte, wenn mehr Geld auf dem Konto ist.“
„Nach dem Urlaub passt es besser.“
„Nächstes Jahr ist der richtige Zeitpunkt.“
All diese Gedanken fühlen sich vernünftig an. Verantwortungsbewusst. Fast schon erwachsen. Doch genau deshalb erkennen wir oft nicht, was wirklich dahintersteckt.
Nicht die Angst.
Perfektion.
Der Wunsch, erst dann loszugehen, wenn alles vorbereitet ist. Wenn jede Frage beantwortet und jedes Risiko ausgeschlossen scheint.
Doch das Leben funktioniert selten so. Die größten Chancen kommen nicht geschniegelt und mit einem fertigen Plan daher. Sie kommen überraschend. Unperfekt. Und oft genau dann, wenn wir uns noch gar nicht bereit fühlen.
Rückblickend waren die wichtigsten Entscheidungen meines Lebens nie perfekt vorbereitet.
Sie begannen mit Unsicherheit.
Mit Fragen.
Mit Zweifeln.
Und trotzdem waren genau diese ersten Schritte die, die später den größten Unterschied gemacht haben. Vielleicht wartet dein Traum gar nicht auf mehr Mut.
Vielleicht wartet er nur darauf, dass du aufhörst, perfekt sein zu wollen.
Bis zur nächsten Kolumne finden Sie weitere Gedanken rund um Selbstwert, Fokus und moderne Beziehungen auf Instagram unter @B.ebel1808. Ich freue mich, wenn wir uns dort wiedersehen.
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