26.11.2017, 11:34 Uhr

Salzburg - Globale Stadt: „Raim“

Wann? 09.12.2017 11:00 Uhr

Wo? Das Kino, Giselakai 11, 5020 Salzburg AT
Salzburg: Das Kino | Ein Film von Hermann Peseckas und Johannes Schöppl (20 min)

In Mazedonien geboren, erlebt Raim schon von der Volkschule an, was es heißt ein Rom zu sein: Niemand wollte mit ihm etwas zu tun haben. „Neben einen Zigeuner setz ich mich nicht!“

Seine Berufswahl treffen dann der Vater und der älter Bruder: „Nach vier Jahren Berufsschule in Skopje legte ich zuhause mein Diplom als Baumaschinentechniker auf den Tisch und sagte: „So, jetzt habt ihr das Diplom, aber mich nimmer. Und weg war ich.“ Raim arbeitet keinen einzigen Tag in diesem Beruf.

Er bringt im ehemaligen Jugoslawien seinen Militärdienst hinter sich, nur so kommt er an einen Reisepass und macht sich auf den Weg nach Deutschland. Unter dem Pseudonym Ricco wird er Koch in einer Pizzeria. 10 Jahre später sperrt er in Österreich sein eigenes Lokal auf. Die Pizza ist gut, er heiratet. Doch die Liebe geht in Brüche und mit ihr auch die Pizzeria. Raim will nun auch nicht mehr den Italiener spielen und auch der Ricco ist nun Vergangenheit.

Heute ist Raim der streitbare und stadtbekannte Schutzpatron der Notreisenden (vulgo Bettler) in Salzburg und Initiator des Roma – Vereins „Phurdo“.

Über Salzburg - Globale Stadt


Als Mozartstadt, Festspielstadt und mit der historischen Altstadt im Range eines Weltkulturerbes zieht Salzburg jährlich Millionen von Tourist*innen an. Menschen aus aller Welt sind ein alltäglicher Anblick in den Straßen der Stadt und als wichtiger Wirtschaftsfaktor gern gesehen. Mit dem – nach Wien – zweitgrößten Anteil an Bürger*innen, die außerhalb Österreichs geboren wurden und deren hier geborenen Kindern und Enkeln, ist Salzburg aber längst auch eine globale Stadt geworden.

Die Filmemacher*innen von Studio West haben das Projekt „Salzburg – Globale Stadt“ ins Leben gerufen, um Salzburger*innen „mit Migrationshintergrund“ zu portraitieren und mit ihnen zu diskutieren. Wir stellen diese Menschen in den Mittelpunkt einer dokumentarischen Filmreihe und zeigen in ca. 15-minütigen Kurzfilmen Menschen, die in Salzburg ihr neues Leben aufgebaut haben oder gerade aufbauen. Die Filme zeigen die Protagonist*innen in ihrem Alltagsleben und Selbstverständnis. Sie erzählen ihre persönliche Geschichte – samt Freud und Leid, Träumen, Hoffnungen und Leidenschaften.
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