23.08.2016, 10:02 Uhr

Schulweg bereits in Ferien üben

Ablenkung durch Spielen am Handy (Foto: ÖAMTC)
SALZBURG. In drei Wochen beginnt für 5.500 Salzburger Kinder mit dem Eintritt in die Volksschule ein neuer Lebensabschnitt. Dazu gehört für die Kleinen auch der selbständige Weg in die Schule. Der ÖAMTC empfiehlt, den Schulweg bereits jetzt in den Ferien zu üben.

Gefahrenzonen werden unterschätzt

Kinder sind am Schulweg vielen Gefahren ausgesetzt. Im Vorjahr wurden in Salzburg 33 Kinder am Schulweg verletzt. Österreichweit verunglückten 472 Kinder auf dem Weg zur Schule , ein Kind wurde tödlich verletzt. „Kinder dürfen im Verkehr nicht wie Erwachsene behandelt werden“, verweist Aloisia Gurtner vom ÖAMTC Salzburg auf eine Grundregel. „Sie benötigen bis zu dreimal mehr Zeit als Erwachsene, um auf gefährliche Situationen im Straßenverkehr zu reagieren. Ihr Hör- und Sehvermögen ist noch eingeschränkt, Gefahrensituationen werden unterschätzt, die Orientierung fällt schwer. Außerdem versperren ihnen parkende Autos am Fahrbahnrand die Sicht“, erläutert Gurtner.
Eltern sollten deshalb schon einige Wochen vor dem ersten Schultag den Weg mehrmals mit dem Kind abgehen und auf Gefahrenstellen hinweisen. Am besten zu den üblichen Schulwegzeiten und nicht an Wochenenden. Auch kleine Umwege können sinnvoll sein, denn der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste.

Autofahrer sollen anhalten

Um Missverständnissen zwischen Autofahrern und Kindern vorzubeugen, sollten Lenker vor dem Zebrastreifen unbedingt anhalten. „Im Verkehrsunterricht schärfen wir den Schulanfängern ein, dass sie einen Zebrastreifen erst dann überqueren dürfen, wenn die Räder der Autos stillstehen. Kinder haben diese Regel intus, viele Erwachsene jedoch nicht“, erklärt Gurtner. Ein langsames Anrollen und Blickkontakt durch den Fahrer wird von den Kindern in der Regel nicht akzeptiert. Auch Gestikulieren oder die Lichthupe bringen Kinder nicht in Bewegung. „Oft rechnen Autofahrer dann nicht mehr damit, dass die Kinder losgehen, sie bleiben kurz stehen und beschleunigen dann wieder. Gleichzeitig gehen die Kleinen los und es kann zu gefährlichen Situationen kommen“, ergänzt Gurtner.

Ablenkung durch Handyspiele

Ablenkung gilt mittlerweile als häufigste Unfallursache im Straßenverkehr. Handyspiele wie das beliebte „Pokémon go“ lassen die Kinder in eine eigene Welt versinken, die Umgebung und damit verbundene Gefahren werden nicht mehr wahrgenommen. “Eltern sollten mit ihren Kindern offen über die Gefahren durch Ablenkung im Straßenverkehr reden und vereinbaren, dass das Handy am Schulweg nicht verwendet wird“, so Gurtner. Ebenso wichtig ist die Vorbildrolle der Erwachsenen, denn Kinder ahmen nicht nur richtiges, sondern auch falsches Verhalten schnell nach.
Viele praktische Tipps und Informationen findet man in der Broschüre „Sicher auf dem Schulweg“. Diese ist kostenlos bei jedem ÖAMTC-Stützpunkt in Salzburg erhältlich.

Schulwegpläne der AUVA

Auch die AUVA empfiehlt Eltern, den Schulweg bereits vorab zu üben, damit die Kinder sicher in die Schule kommen. „Viele Eltern glauben, Kinder mit dem Auto in die Schule zu bringen, ist die sicherste Variante“, erklärt Hannes Lichtmanegger, Präventionsexperte der AUVA. „Das stimmt allerdings nicht. Kinder können so das richtige Verhalten im Straßenverkehr nicht erlernen. Durch das erhöhte Verkehrsaufkommen vor den Schulen steigt das Gefahrenpotential für alle Kinder. Damit ist der Transport mit dem Auto sogar kontraproduktiv“, warnt Lichtmanegger.
Eltern und Kinder sollten gemeinsam die sicherste Route für den zukünftigen Schulweg festlegen und abgehen. Die Schulwegpläne der AUVA helfen dabei: sie zeigen die sichersten Schulwege und unterstützen so Eltern beim Erarbeiten und Trainieren des sicheren Schulweges. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass je nach Verkehrskomplexität das Training unterschiedlich häufig wiederholt werden muss. Grundsätzlich gilt: Je mehr Wiederholungen, desto sicherer wird sich das Kind im Straßenverkehr bewegen und das Üben des Schulweges ist nicht nur mit Erstklässlern notwendig.

Vertauschte Rollen und Workshops

Auch ein Rollentausch zwischen Eltern und Kind kann durchgeführt werden, um den Übungsfortschritt des Kindes abzuprüfen. Eltern erkennen dabei, an welchen Punkten Kinder noch unsicher sind und können auf diese konkret eingehen.
Zudem bietet die AUVA gemeinsam mit "sicher unterwegs" Workshops für Eltern von Volksschulkindern und Pädagogen an und setzen dabei auf Bewusstseinsbildung. Basierend auf den eigenen Erfahrungen der Teilnehmer, unter Einbezug spezifischer Fragen und Anliegen erhalten sie Tipps und Tricks, wie sie Kinder optimal auf die Gefahren im Straßenverkehr vorbereiten können. Zudem wird auch auf die entwicklungspsychologischen Besonderheiten von Kindern eingegangen.
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