30.08.2016, 16:00 Uhr

Garagen-Gegner setzen auf Geologen

Lokalaugenschein: Elke Stolhofer, Roswitha Müller und Roland Huber von der Bürgerinitiative mit Baugeologe Georg Spaun. (Foto: Neumayr)

Baugeologe warnt vor Ausbau der Mönchsberggarage: Stadtmauer und Almkanal könnten Schaden nehmen.

SALZBURG (lg). Eine kleine Bürgerinitiative rund um Roland Huber und Roswitha Müller hat den pensionierten Geologen Georg Spaun mit einem Gutachten beauftragt. Aus dem Gutachten geht hervor, dass der Garagenausbau historische Bauwerke gefährden könnte. Konkret geht es um den Zufahrtstunnel für den eigentlichen Garagenbau. "Das zerklüftete Mönchsbergkonglomerat ist tunnelbautechnisch schwer zu beherrschen. Ich halte es für gefährlich und bin überzeugt, dass es beim Bau zu Erschütterungen kommen würde. Die 880 Jahre alten Stollen lassen sich nicht zu hundert Prozent absichern", betont Spaun, der schon beim Bau der bestehenden Garage als Experte fungierte und immer wieder für internationale Tunnelbauprojekte von Südafrika bis Deutschland als Experte herangezogen wird.

Betreiber: Kennen die Fakten
"Durch die zu erwartenden Erschütterungen sind sowohl Abschnitte des historischen Almkanals als auch Teile der Lodron'schen Stadtmauer gefährdet", erklärt Roland Huber, der auch kritisiert, dass diese Gefahren in den bisherigen geologischen Untersuchungen seitens der Betreiber nicht bedacht wurden. Für die Parkgaragengesellschaft, die bereits 2013 die Firma Geoconsult mit geologischen Untersuchungen beauftragt hat, bringt das Gutachten von Spaun keine Überraschungen. "Der Vorwurf, dass die Erkundungen unzureichend seien, ist als haltlos zu bezeichnen. Es wurden nicht nur alle Normenwerke eingehalten, sondern auch speziell auf die historischen Stollen eingegangen. So gibt es etwa ein Dauermonitoring im Almkanal-Stiftsstollen, bei dem die Luftfeuchte, die Temperatur gemessen und geophysikalische Untersuchungen durchgeführt werden. Die geologischen Schwierigkeiten stellen wir nicht in Abrede, aber ich bin sicher, dass wir das in den Griff bekommen", so Claudio Giorgio Höfer-Öllinger von Geoconsult.

Sind Hohlräume vorhanden?

Huber appelliert jetzt an das Bundesdenkmalamt und die Stadt Salzburg: "Es ist deren Aufgabe, die historischen Objekte vor einer Zerstörung zu schützen", so Huber. Weitere Untersuchungen fordert auch die Wassergenossenschaft Stiftsarm Almkanal, wie GF Robert Berger berichtet: "Unser Geologe hat als Vorbereitung für die Wasserrechtsverhandlungen eine Stellungnahme abgegeben. Die Kernaussage ist die, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, die jetzigen Erkenntnisse sind nicht ausreichend. Konkret sollen zwei bis drei Bohrungen direkt im Stiftsarmstollen von unten nach oben durchgeführt werden, damit man sieht, ob da Konglomerat oder eventuelle Hohlräume vorhanden sind. Letzteres wäre natürlich fatal, das muss abgeklärt werden. Uns geht es nicht darum, etwas zu verhindern, sondern his- torische Bauwerke zu erhalten", so Berger.
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