Jagd
"Das hat's in St. Roman noch nie gegeben"

Jagdgebiet soll in St. Roman geteilt werden (Symbolfoto).
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  • Jagdgebiet soll in St. Roman geteilt werden (Symbolfoto).
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Anstehende Jagdvergabe sorgt in St. Roman für Wirbel. Jagdausschuss will Jagd auf zwei Gebiete aufteilen.

ST. ROMAN. "Als wir 2019 die Jagd übernommen haben, war es für uns keine einfache Situation. Nach der Auflösung des Pachtvertrages haben wir uns als junge Jäger zusammengefunden, um für St. Roman eine zukunftsfähige Jagdgesellschaft neu zu gründen. In diesen beiden Jahren ist es uns gelungen, die Auflagen der Behörden zu erfüllen und die Problemflächen zu beheben", sagt Jagdleiter Martin Mayr. "Umso überraschter waren wir von der Entscheidung des Jagdausschusses, dass die Jagd geteilt werden soll. Eine derartig gravierende Änderung hat es in der Jagd in St. Roman noch nie gegeben und würde eine enorme Spaltung bedeuten."

"Eine derartig gravierende Änderung hat es in der Jagd in St. Roman noch nie gegeben und würde eine enorme Spaltung bedeuten."

Im OÖ Jagdgesetz sei formuliert, dass der Jagdausschuss die Interessen der Jagdgenossenschaft, also der Grundbesitzer, zu vertreten habe. Da Mayr und seine Jagdkollegen nicht glauben, dass alle land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitzer eine Spaltung des Jagdgebietes befürworten, haben sie eine Befragung durchgeführt. Dabei haben 85 Prozent aller bisher befragten Grundstückseigentümer für die Beibehaltung der bestehenden Form unterschrieben. "Wir sind gerne bereit, künftig die Verantwortung für die Jagd zu übernehmen. Dies kann aber nur gemeinsam funktionieren", sagt Mayr.

Warum überhaupt Teilung?

Doch warum überhaupt die Teilung? Dazu Jagdausschuss-Obmann Martin Kislinger: "Es gab schon vor Jahrzehnten Probleme zwischen 'drin und heraußen' in der Jägerschaft. Kleinere Gebiete können im Sinne der Grundbesitzer besser verwertet werden. Eine Teilung der Jagd ist eine ganz legal gesetzliche Möglichkeit. Wozu die große Aufregung?" Zudem seien von der Jagdgesellschaft Vereinbarungen nicht eingehalten worden, wie Kislinger sagt: "Vor allem was die Fütterung anbelangt, hält man sich nicht an die Abmachungen. Letzten Winter gab es keinen Tag Notzeit." Von der Unterschriftenaktion habe er nur von anderen gehört. "Der Jagdleiter hat mir noch keine Unterschrift gezeigt. Darum glaube ich das auch nicht."

FPÖ mit weiteren Vorwürfen 

Vorwürfe gegen den Jagdausschuss kommen auch von der FPÖ. "Es gab Vorfälle, wonach Sitzungen eines ganzen Jahres wiederholt werden mussten, weil etwa die Obmannschaft rechtlich nicht gedeckt war oder die Sitzungseinladungen nicht form- und fristgerecht zugestellt wurden. Nun hat der jüngste Vorfall, wonach ein reguläres Jagdausschuss-Mitglied nicht eingeladen wurde, das Fass zum Überlaufen gebracht", so Fraktionsobfrau Paula Mauthner. Dem fügt Ortsparteiobmann Alfred Grill hinzu: "Mich haben viele Grundstückseigentümer aus verschiedenen politischen Lagern kontaktiert, ob wir hier als Gemeinde nicht darauf einwirken können, damit die Jagd in der derzeitigen Form bestehen bleiben kann."

"Mich haben viele Grundstückseigentümer aus verschiedenen politischen Lagern kontaktiert, ob wir hier als Gemeinde nicht darauf einwirken können, damit die Jagd in der derzeitigen Form bestehen bleiben kann."

Zu den Vorwürfen meint Kislinger: "Ich bin für sechs Jahre zum Jagdausschuss-Obmann gewählt worden. Im Jagdgesetz steht, dass die Funktion für die ganze Periode auszuüben ist. In einem anderen Paragraphen steht, nur ein Grundbesitzer kann die Funktion ausüben. Durch die Hofübergabe war ich kurzzeitig nicht Grundbesitzer. Aber vielleicht sollte die FPÖ in ihren eigenen Reihen nachfragen, warum wir dadurch Beschlüsse noch einmal bestätigen mussten."

"Aber vielleicht sollte die FPÖ in ihren eigenen Reihen nachfragen, warum wir dadurch Beschlüsse noch einmal bestätigen mussten."

Was die Sitzungseinladungen betrifft, meint Kislinger: "Es gab eine Abmachung unter den Jagdausschuss-Mitgliedern, dass eine Einladung per E-Mail oder SMS in dringenden Fällen eine tolle neue Möglichkeit ist. Gerade das von der FPÖ entsandte Jagdausschuss-Mitglied war davon begeistert. Die Nichteinladung eines regulären Mitgliedes war ein reiner Formfehler."

Ortschef für Einigkeit

Und was sagt Bürgermeister Sigi Berlinger zur Causa? "An mich traten viele Grundeigentümer und Bürger heran, die für die vorherrschenden Zustände kein Verständnis zeigen. Formal habe ich als Bürgermeister keinen Einfluss, denn der Jagdausschuss ist kein gemeindeeigener Ausschuss. Wir haben eine engagierte Jägerschaft, die unbestritten eine hervorragende Arbeit geleistet hat. Sie hat die Beurteilungsstufe 1 für das gesamte Revier erhalten. Ich würde mir wünschen, dass das Gemeinsame wieder im Vordergrund steht."

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