Ein gemeinsames Vorgehen

Gemeinsam an einem Strang ziehen für weniger Konfliktpotenzial wischen Naturpark und Kletterbegeisterte
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GINZLING (fw). Haben im 19.  Jahrhundert die Bergführer Ginzling populär gemacht, so sind es heute die „Ewigen Jagdgründe“ und andere Klettergebiete. Mit einem gemeinsamen Konzept reagieren die lokale Kletterszene, Naturpark, Tourismusverband, Österreichischer Alpenverein und Bezirksforstinspektion auf den immer größeren Boom.

Für die Ferienregion Mayrhofen-Hippach gewinnt das Klettern immer mehr an Bedeutung, „weil in unseren Zielmärkten immer mehr Kletterhallen entstehen und die Menschen danach zum Klettern in die freie Natur gehen wollen“, so TVB-Geschäftsführer Andreas Lackner. Infrastruktur (wie Zustiege, Park- und Campingplätze, Toiletten) und rechtliche Regelungen, etwa zur Abgrenzung von Klettergebiet und Viehweide, würden laut Lackner immer wichtiger – und zwar in Abstimmung unterschiedlicher Interessen der Kletterer, Grundbesitzer oder Anrainer.

Hängebrücke über den Zemmbach und Beschilderungen

„Deshalb investiert das Land Tirol zusammen mit dem Landschaftsdienst der Landesforstdirektion in Maßnahmen für Besucherlenkung, in Summe 280.000 Euro während der letzten zehn Jahre“, berichtet LH-Stellvertreter Josef Geisler wenige Wochen vor der Kletter-WM. Außerdem habe das Bergsteigerdorf gezeigt, dass ein Miteinander durch Zusammenarbeit vor Ort und ohne gesetzliche Vorgaben funktionieren könne. „Sport, Tourismus und Naturpark haben verschiedene Interessen in die Verhandlungen eingebracht“ erzählt Anna Rita Hollaus von der Bezirksforstinspektion Schwaz. Sie hat die Projektpartner an einen Tisch gebracht, das Gesamtpaket sachlich betrachtet und die Aufgaben aufgeteilt. „Mir war es wichtig, uns dafür vor Ort zu treffen. Das war in Ginzling, im Büro des TVB Mayrhofen und im Gelände (zum Besichtigen von Kletterrouten). Es war spannend“.

Kein wildes Campieren

Ende der 1980er Jahre habe man die Kletterer noch an einer Hand abzählen können, informiert Willi Seifert vom Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen, „seit dem Projektstart 2004 sind es an Spitzentagen mehrere hundert. Durchdachte Lösungen im Hinblick auf Besucherlenkung vermeiden Konflikte zwischen Einheimischen und Gästen“, wie Fragen des Grundeigentums, der Alm- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes oder der Hygiene.

Beispiele für umgesetzte Maßnahmen im Rahmen des Kletterkonzepts

  • Tagesparkplatz und offizieller Campingplatz mit WC-Anlagen
  • Infrastruktur: beispielsweise Hängebrücke über den Zemmbach, Beschilderungen
  • Instandhaltung: entmoosen von Felsen und freischneiden von Zustiegen
  • Einverständnis und Respekt: Zaun bei Jagdgründen zur Trennung von Kletter- und Weidegebiet, vertragliche Regelungen (z. B. setzen von Bohrhaken) uvm.

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