Immer mehr Zwischenfälle an den Seen
Das kühle Nass sollte man mit Vorsicht genießen
- Das neue Einsatzboot der Döbriacher Wasserretter wird am 20. Juni eingeweiht.
- Foto: ÖWR
- hochgeladen von Philip Karlbauer
Zahlreiche Zwischenfälle an den Seen stellen Wasserrettung und Co vor immer mehr Herausforderungen.
KÄRNTEN, SPITTAL. Die Kärntner Badeseen gelten im Sommer als erfrischende Rückzugsorte, wenn Temperaturen an der 30 Grad Marke kratzen. Zugleich sind sie leider auch Schauplatz tragischer Zwischenfälle. Am Faaker See konnten Taucher am vergangenen Donnerstag den fünften Badetoten (der bereits mehrere Tage vermisst war) in diesem noch jungen Sommer bergen. Die Vorfälle reihen sich in eine Serie von Ereignissen ein, die jedes Jahr mit Beginn der warmen Jahreszeit zunehmen. Vor diesem Hintergrund rücken Fragen von Prävention, Aufklärung und Sicherheitsmaßnahmen erneut in den Fokus. Wie sicher sind Kärntens Seen?
Wasserrettung appelliert
Mit steigenden Temperaturen und wachsendem Besucherandrang erhöht sich auch das Risiko im Wasser: Unterschätzte Strömungen, plötzliche Kreislaufprobleme oder mangelnde Schwimmkenntnisse zählen zu den häufigsten Ursachen. Einsatzorganisationen, wie vor allem die Österreichische Wasserrettung, berichten regelmäßig von Rettungsaktionen, die nicht immer glimpflich ausgehen. Sie sind im Ernstfall meist die erst eintreffenden Einsatzkräfte und können bei schnellem Eingreifen nach wenigen Minuten oft auch noch Schlimmeres verhindern. Um es gar nicht bis zum Ernstfall kommen zu lassen, appellieren die Rettungsschwimmer mit Tipps für "Sicheres baden und Schwimmen". "Langsam an das Wasser gewöhnen", "in Ufernähe und nahe der Stege bleiben" und "Schwimmhilfen und Schwimmbojen verwenden" sind einige davon.
Großes Einsatzgebiet der ÖWR Döbriach
Für die Wasserrettung Döbriach gibt es zahlreiche Herausforderungen im Einsatzgebiet, das sich über Oberkärnten erstreckt. "Primär leisten wir am Millstätter See Bereitschaftsdienste am Wochenende und an Feiertagen. Zu unserem Einsatzgebiet zählt aber auch der Weissensee sowie die Lieser, die Möll, und die Drau", erzählt Einsatzstellenleiter Bernd Pucher, der mit der ÖWR in Döbriach im Fischerpark beheimatet ist. Dort erhielten die Wasserretter 2020 ein neues Einsatzgebäude. Wie auf so vielen Seen sind auch am Millstätter See die Wetterkapriolen besonders herausfordernd. Pucher: "Gäste und auch schon Einheimische unterschätzen oft das Wetter und aktuell die noch tiefe Temperatur vom See. Sturmwarnungen (oranges Funkellicht) sind immer ernst zu nehmen. Es wird immer schwieriger, die Leute ans Ufer zu bringen."
- Bernd Pucher ist Einsatzstellenleiter der ÖWR Döbriach.
- Foto: ÖWR
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Nicht nur die Größe, sondern auch die Tiefe (bis zu 140 Meter) ist am Millstätter See extrem. "Wir haben dafür speziell ausgebildete technische Taucher, die mit speziellen Gasen in der Tauchflasche, also einem eigenen Gemisch, tiefer tauchen können als bei gewöhnlichen Tauchgängen (rund 40 Meter). Mit dem würden sie auf 140 Meter hinunterkommen", schildert Pucher, dessen Einsatztaucher bereits 100 Meter-Tauchgänge absolvierten.
Neues Einsatzboot
In Döbriach erhielt man zudem ein neues Einsatzboot. Pucher: "Bei Sturm und Hagel mussten wir auch schon bis nach Seeboden fahren, deswegen haben wir jetzt ein Boot mit Kajüte gekauft." Von 220.000 Euro Kosten konnte man 130.000 mithilfe von Sponsoren selbst finanzieren, die Einweihung findet am 20. Juni statt.
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