Seit sieben Jahren Kost-Nix-Laden
Gelebte Nachhaltigkeit in Radenthein
- Secoteco-Obmann Oliver Hönigsberger und Johanna Kulterer
- hochgeladen von Michael Thun
Der auf Initiative von Johanna Kulterer ins Leben gerufene Kost-Nix-Laden in Radenthein ist sieben Jahre alt geworden.
RADENTHEIN. Um ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft zu setzen, wurde von Oliver Hönigsberger in Feldkirchen der Verein Secoteco gegründet. Und damit diese Saat vermehrt aufgeht, suchte der emsige Streiter für Nachhaltigkeit und regionale Kreislaufwirtschaft in ganz Kärnten Mitstreiter. In Radenthein konnte er Johanna Kulterer für seine Idee gewinnen, zunächst nur bei "Hofer" Lebensmittel abzuholen, die wegen des Verfalldatums nicht mehr verkäuflich waren. Inzwischen gibt es in Kärnten fünf dieser Kost-Nix-Läden, darüber hinaus in Klagenfurt den "Mitmachmarkt" als Genossenschaft.
75. Geburtstag
In einer kleinen Feier mit 30 Gästen ließ Johanna Kulterer im Gasthof "Metzgerwirt" von Emanuel Stadler die Radentheiner Erfolgsstory Revue passieren, die allerdings anfangs durch den Umstand getrübt gewesen war, dass die Granatstadt damals 50 Asylbewerber beherbergt hatte, deren Präsenz in dem attraktiven Laden Einheimische abgeschreckt habe. "Aber", so die quirlige Johanna Kulterer, die am heutigen Mittwoch ihren 75. Geburtstag hat, "auch das haben wir in den Griff bekommen".
Drei Läden
Bereits nach sechs Monaten platzte der Laden, dessen Sortiment um Textilien, Bücher, Spielzeug und vieles mehr erweitert wurde, buchstäblich aus allen Nähten. Und so wurde nebenan für Textilien "Nachhaltigkeit" eröffnet, deren gespendetes Sortiment einer Boutique in nichts nachsteht. Und seit drei Jahren verfügt das Kulterer-Team über ein veritables Lebensmittelgeschäft mit Kühltheke. Für alle drei Einrichtungen hat Emanuel Stadler die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.
Spenden über 10.000 Euro
Diese unvergleichliche Expansion sei nur durch die Solidarität "unseres tollen Teams" möglich, betont Johanna Kulterer, das von anfangs drei auf 24 Mitarbeiter angewachsen sei. Die Zahl der Mitglieder habe sich von 90 auf immerhin 3.500 erhöht. Darüber hinaus wurden in den sieben Jahren Spenden in einer fünfstelligen Summe eingenommen. Das Geld kam unter anderen vom Hochwasser betroffenen Familien in Treffen, dem Mühlenweg-Verein, Schulen, Feuerwehr und Gemeindeprojekten zugute.
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