07.04.2017, 11:50 Uhr

Aus für Arbö Radmarathon in Bad Kleinkirchheim!

Heuer findet der Arbö Radmarathon in Bad Kleinkirchheim nicht statt (Foto: RC Feld am See)

Die 9. Auflage des Arbö Radamrathons in Bad Kleinkirchem wird es in diesem Jahr nicht geben. Ausgangspunkt dafür ist ein tragischer Unfall im Vorjahr, bei dem ein Teilnehmer schwer stürzte und seitdem querschnittsgelähmt ist.

BAD KLEINKIRCHHEIM (stp). Laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen OK-Chef Norbert Unterköfler, sowie ein nicht zu erfüllender Veranstaltungsbescheid sorgen für die Absage des 9. Arbö Radmarathons in Bad Kleinkirchheim.

OK-Chef Unterköfler ist beschuldigt

Nachdem im Vorjahr ein Teilnehmer schwer stürzte und seitdem mit einer Querschnittslähmung leben muss, nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf. Die Polizei Rennweg wies darauf hin, dass eventuell Fahrbahnschäden die Ursache gewesen sind. Ein Gutachten wurde in Auftrag gegeben, beschuldigt wurden ein Landesbeamter, sowie ein Mitarbeiter des Veranstalters.

Im Dezember 2016 wurde schließlich ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben, da das erste von einer falschen Annahme (trockene Fahrbahn) ausging. Seit Feber ist der OK-Chef des Veranstalters (Radclub Feld am See), Norbert Unterköfler, nun selbst der Beschuldigte.

„Der Ersteller des zweiten Gutachtens hat die Unfallstelle nie in Natura gesehen!"“
-Thomas Jank, GF Arbö Kärnten

Thomas Jank kritisiert Staatsanwaltschaft

Als derzeit Beschuldigter äußert sich Unterköfler selbst zwar nicht zu der Thematik, Arbö-Geschäftsführer Thomas Jank kritisiert allerdings das Vorgehen der Staatsanwaltschaft: "Das zweite Gutachten wurde im Dezember 2016 erstellt. Der Ersteller hat die Unfallstelle nie in Natura gesehen. Auch das Rennrad des Teilnehmers hätte auf einen technischen Defekt untersucht werden müssen. Das ist allerdings nie passiert." Bis jetzt gebe es einzig eine Zeugenaussage, dass die Fahrbahn schuld am Sturz war und keine konkreten Hinweise.

"Fragwürdige Formulierungen im Bescheid"

Der zweite Grund für die Absage ist der Verwaltungsbescheid des Landes Kärnten, der nicht erfüllt werden kann. Norbert Unterköfler spricht hingegen von "eigenartigen Formulierungen". Denn Im Bescheid des letzten Jahres geht hervor, dass der Veranstalter für Unfälle in Folge von Straßenschäden haftet. "Im Vorjahr haben wir diese bedenkliche Praxis noch zähneknirschend akzeptiert. Doch nun liegt ein vom Land Kärnten in Auftrag gegebenes Gutachten vor, das besagte Formulierungen als sittenwidrig und somit rechtswidrig bezeichnet", kommentiert Unterköfler den "zweifelhaften Versuch der Haftungsbefreiung".

„Die Absage des Radmarathons ist ein wirtschaftlicher Schaden für die Region!“
-Matthias Krenn, Bgm.

Wirtschaftlicher Schaden für Region

Die Absage des Radmarathons trifft neben dem Veranstalter auch die Gemeinde Bad Kleinkirchheim. Bürgermeister Matthias Krenn spricht von 3.000 Nächtigungen in der Region, die die Veranstaltung in den letzten Jahren mit sich brachte: "Es ist ein enormer wirtschaftlicher Schaden. Wir reden von über 300.000 Euro Wertschöpfung. Ich hoffe, dass diese Absage ein Statschuss für eine bundesweite Initiative wird."

Auswirkungen für ganz Österreich?

Denn nicht nur für auf regionalen Radsport hat diese Causa Auswirkungen. "Sollte es zu einer Anklage oder gar einer Verurteilung vom Veranstalter kommen, lässt das sicher österreichweit die Alarmglocken schrillen. Denn wohl niemand wird eine Veranstaltung durchführen wollen, wenn er für solche Unfälle zur Verantwortung gezogen wird", meint Jank.
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