11.09.2014, 11:22 Uhr

Neues System bei Bereitschaftsdiensten

Wenn man ihn braucht, ist er zur Stelle: Der Hausarzt, der auch in der Nacht kommt (Foto: mev.de)
SPITTAL (ven). Spittal habe in der Stadt als auch im Bezirk zu wenige Kassenärzte, die die ärztliche Versorgung in der Nacht gewährleisten, kritisiert Landtagsabgeordneter und Gemeinderat Christoph Staudacher (FPÖ). Laut Bürgermeister Gerhard Pirih (SPÖ) sei die Versorgung in der Stadt "sehr gut". An einem neuen Bereitschaftssystem wird seitens des Landes, der GKK und der Ärztekammer gearbeitet.

Engpass in der Versorgung
Laut Staudacher herrsche ein Engpass. "Das Verhältnis von einem praktischen Kassenarzt zu den Einwohnern liegt bei 1: 2.222 und damit weit unter dem Landes- und Bundesschnitt." Man brauche sich nicht zu wundern, dass die zu wenigen Kassenärzte nicht einen Rund-um-die-Uhr-Dienst gewährleisten können, zumal sie nach einem Nachtdienst am nächsten Morgen wieder den Patienten in der Ordination zur Verfügung stehen müssten. Staudacher möchte entsprechende Forderungen im Gemeinderat sowie im Landtag einbringen.

Spittal gut aufgestellt
Pirih entgegnet: "Es gibt sieben Hausärzte in der Stadt. Die Bereitschaftsdienste machen eigentlich immer die selben, es gibt ein paar, die fühlen sich dazu einfach nicht mehr in der Lage. Wie es in ländlicheren Gegenden aussieht, kann ich nicht sagen." Er habe auch mit Frau Andrea Samonigg-Mahrer gesprochen, in Spittal wäre man auch durch einen Notarzt gut aufgestellt.

Ärzte werden zu alt
Kammeramtsdirektor-Stellvertreter der Ärztekammer Kärnten, Klaus Mitterdorfer: "Es gibt sieben Kassenpraktiker in der Stadt, 39 im Bezirk. Nachdem Dr. Egarter in Pension gegangen ist, wurde das Ansuchen an die GKK um eine achte Voll-Stelle gestellt, leider wurde es abgelehnt." Er betont, dass man mit dem hausärztlichen Bereitschaftsdienst zwar keine Schwierigkeiten an Wochenenden und Feiertagen hätte, aber unter der Woche würden schon Probleme entstehen. "Insgesamt haben wir 258 Kassenärzte in Kärnten. Mehr als die Hälfte davon ist über 60 Jahre alt, die Belastung ist für manche einfach zu groß und es wird immer schwieriger, Vertretungen zu finden", so Mitterdorfer.

Guter Durchschnitt
Helgard Kerschbaumer, Bereichsdirektorin bei der Kärntner Gebietskrankenkasse, bestätigt, dass die Probleme nur unter der Woche bestehen. Im Bezirk Spittal sind derzeit 41 Planstellen vorgesehen, 39 sind derzeit besetzt. Die nächste frei werdende Planstelle ist in Radenthein, diese wird aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahlen allerdings nicht mehr nachbesetzt. Derzeit kommen bei 39 Planstellen 1.984 Einwohner auf einen Arzt. Der Landesschnitt liegt bei 2.161 Einwohner je Planstelle, der Österreichschnitt bei 2.140 Einwohner je Arzt.

Neues Modell
Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Beate Prettner und Ärztekammerpräsident Josef Huber arbeiten an einer Neuregelung des Bereitschaftsdienstes. Ab Herbst soll das neue Modell flächendeckend zum Einsatz kommen, in den nächsten Wochen werden in finalen Verhandlungsrunden noch letzte offene Eckpunkte fixiert. Bis 15. September soll eine Einigung gefunden werden. Dazu gehören laut Mitterdorfer auch Anreize, mehr Ärzte ins Boot zu holen. Bei Anruf bei einer Leitstelle wird versucht, das Problem telefonisch zu lösen, dort kann schon vieles geklärt werden. Sollte ein medizinisches Problem bestehen, wird man zu einem erfahrenen Bereitschaftsdienstarzt weitergeleitet, der weiter entscheidet.
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