Achtung Hitze! Gefahr für den Kreislauf

riv.-Doz. Dr. Michael Zink, Leiter der Abteilung Anästesiologie/Intensivmedizin am Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt und am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit
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  • riv.-Doz. Dr. Michael Zink, Leiter der Abteilung Anästesiologie/Intensivmedizin am Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt und am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit
  • Foto: Helge Bauer
  • hochgeladen von Katja Kogler

30 Grad im Schatten: Die nächste Hitzewelle zieht ins Land und lockt wieder viele an die Badeseen und ins kühle Nass. Doch nahezu tropische Temperaturen können den Kreislauf so sehr belasten, dass man ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommt. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Herz-Kreislaufstillstand. Doch wo liegen die Gründe und wie schützt man seinen Körper vor dem Kollaps. Prim. Priv.- Doz. Dr. Michael Zink, Leiter der Abteilung Anästesiologie/Intensivmedizin am Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt und bei den Barmherzigen Brüdern St. Veit an der Glan klärt auf, warum der Hitzesommer 2015 unserem Körper zu schaffen macht und wie man erste Hilfe leistet.

Gestern kühl, heute schwül-warm, morgen wieder heiß – Kreislaufprobleme im Sommer entstehen oft, wenn Hitze und hohe Temperaturen die eigene Körpertemperatur von 37 Grad überschreiten. Trinken, trinken, trinken - so lautet der Rat für heiße Tage. Wenn der Durst kommt, ist es häufig schon zu spät. “Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, oder Müdigkeit sind die Folgen. Ähnliche Symptome können entstehen, wenn zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen wurde. „Hitze erzeugt Schwitzen, das wiederum ,verbraucht’ Flüssigkeit und Salze was zu einer Flüssigkeitsunterversorgung und einer Elektrolytstörung führt“, erklärt der Notfallmediziner Dr. Michael Zink und warnt, denn schon heuer sind in Kärnten Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Gerade beim Aufenthalt in der prallen Sonne und vor dem Sprung ins kühle Nass lauert die Gefahr.

Schwindel und Rhythmusstörungen nicht ignorieren

Da das Blut schlechter zirkuliert, kann es zu Übelkeit oder Schwindel – im schlimmsten Fall zum Kreislaufstillstand kommen. Wenige Sekunden später wird die betroffene Person bewusstlos. Primar Dr. Michael Zink, aktiver Notarzt auf dem Rettungshubschrauber Christophorus 11, über die gefährlichen Vorboten: „Manchmal gehen dem Stillstand Rhythmusstörungen voraus, die können sich auch als Schwindel äußern.“ Besonders achtsam sein sollten jedoch Herzkranke oder Menschen, die an einer Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck, Übergewicht, einer Zuckerkrankheit oder einer familiären Vorgeschichte leiden. Sie zählen zur Risikogruppe neben den Rauchern, Herzinfarkt-Patienten und auch Personen mit einer geringen körperlichen Inaktivität“, warnt Zink. Doch auch plötzlich und ohne Anzeichen einer Erkrankung kann das Herz aufhören zu schlagen und der Atem aussetzen, wissen Experten.

Die richtige Wiederbelebung

Bei einem Kreislaufstillstand zählt jede Sekunde, denn bereits nach drei Minuten können schwere Dauerschäden im Gehirn entstehen. Bis Rettung und Notarzt eintreffen, dauert es trotz gut ausgebautem Rettungssystem durchschnittlich zwischen 8 und 15 Minuten, die einzige Überlebenschance in dieser Zeit ist – erste Hilfe. „Ein Mensch, der auf Grund eines Kreislaufstillstandes bewusstlos wird, befindet sich in einem Zustand zwischen Koma und Hirntod und verspürt keinen Schmerz, d. h., man kann ohne Bedenken die möglicherweise schmerzhaften Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen.“
Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Erste Hilfe-Maßnahmen zusammengefasst.

Erste Hilfe Anleitung – Was tun beim Kreislaufstillstand?

Prüfen. Rufen. Drücken.
Wenn eine Person bewusstlos zusammenbricht, sind drei Dinge wichtig:

1. PRÜFEN
• Sprechen Sie die Person an: „Hören Sie mich?“
• Schütteln Sie an den Schultern: Keine Reaktion?
• Achten Sie auf die Atmung: Keine Atmung oder keine normale Atmung (Schnappatmung)?

2. RUFEN
• Rufen Sie 112 an
• Oder veranlassen Sie eine andere Person zum Notruf

3. DRÜCKEN
Drücken Sie fest und schnell. Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage:
• Machen Sie den Brustkorb frei
• Legen Sie den Ballen Ihrer Hand auf die Mitte der Brust, den Ballen Ihrer anderen Hand darüber
• Verschränken Sie die Finger. Halten Sie die Arme gerade und gehen Sie senkrecht mit den Schultern über den Druckpunkt, so können Sie viel Kraft ausüben
• Drücken Sie das Brustbein 5 – 6 cm nach unten
• Drücken Sie 100 bis 120 mal pro Minute
• Hören Sie nicht auf, bis Hilfe eintrifft
• Geschulte Helfer sollen die Mund-zu-Mund-Beatmungen im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen durchführen.
Näheres unter: https://www.einlebenretten.de/

riv.-Doz. Dr. Michael Zink, Leiter der Abteilung Anästesiologie/Intensivmedizin am Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt und am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit
Jedes Jahr landen viele Menschen aufgrund der tropischen Hitze und deren Folgen auf der Intensivstation

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