"Ich freue mich über mein gesundes Bein"

Im Elternhaus: Meli Meierhofer, hier mit Hund Ida, ist froh, wieder eine Zeit lang zuhause bei der Familie zu verbringen
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  • hochgeladen von Peter Pugganig

FRAUENSTEIN. In einen schweren Verkehrsunfall verwickelt zu werden, das zählt wohl zum Schlimmsten, das einem Menschen passieren kann. Melanie Meierhofer ist es passiert - mit dramatischen Folgen. Die Tatsache, dabei völlig unschuldig involviert gewesen zu sein ist zwar für die behördliche Aufarbeitung von Bedeutung, das erlittene Leid wird dadurch in keinster Weise gemindert. Am Freitag, den 19. Mai 2017 gegen 21 Uhr, schlug das Schicksal unbarmherzig zu.

"Ich war von Liebenfels auf dem Weg nach Hause und mit dem Moped auf der Ossiacher Bundesstraße Richtung St. Veit unterwegs. Plötzlich kam ein PKW auf ganz kurzer Distanz auf mich zu, der zuvor einen Traktor mit Anhänger auf der Gegenfahrbahn überholte. Die Kollision war unvermeidbar und ich wurde in ein Maisfeld geschleudert", schildert Melanie Meierhofer den Unfallhergang.

Am liebsten werde ich von allen so behandelt wie vor dem Unfall.

"Ich war nach dem Aufprall bei Bewusstsein und habe gleich bemerkt, dass das linke Bein sehr schwer verletzt war. Ansonsten ist mir nur mehr ein anwesender Polizist in Erinnerung, der versucht hat mich zu beruhigen", führt sie weiter aus. Ab diesem Zeitpunkt hing das Leben der jungen Frau an einem seidenen Faden. Noch am gleichen Abend wurde Melanie im Klinikum Klagenfurt operiert, ihr linkes Bein war nicht mehr zu retten und musste auf Hüfthöhe abgenommen werden. Neben weiteren schweren Verletzungen bestand anfangs auch die große Gefahr einer Amputation der linken Hand.

Mühsamer Weg zurück

Nach 40 Tagen Tiefschlaf mit zahlreichen operativen Eingriffen folgte über einen Zeitraum von zwei Wochen die schrittweise Aufwachphase. "Ich musste wieder lernen zu sprechen", erzählt "Meli", wie sie von allen gerufen wird. Mittlerweile hat die 16-Jährige insgesamt 34 Operationen und einen Aufenthalt in der Rehabilitationsklinik Tobelbad hinter sich.

Wer nun glaubt, dass die Jugendliche nach diesem katastrophalen Ereignis gedrückt und antriebslos ihr Dasein fristet irrt sich gewaltig: "Ich bin der gleiche Mensch und meine körperliche Beeinträchtigung wird mich nicht davon abhalten mich dem Leben zu stellen, so wie vor dem Unfall auch", betont sie eindringlich. Ihre Entschlossenheit ist nicht nur hör- sondern vor allem spürbar. Sie hat sich ihr fröhliches Wesen bewahrt und steckt damit ihr Umfeld richtiggehend an. Wenn sie gefragt wird, wie man es schafft, mit einem Bein glücklich zu sein, antwortet sie mit einer Gegenfrage: "Warum sind so viele Menschen mit zwei Beinen unglücklich?".

Den Lehrberuf weiter ausüben zu können steht bei meinen Zielen ganz oben.

Der Einzelhandelslehrling blickt nach vorne und freut sich besonders über den Rückhalt des Arbeitgebers, die Firma Deichmann in St. Veit. "Ich bin wirklich beeindruckt über die enorme Hilfsbereitschaft, die ich von so vielen Menschen erfahren durfte und darf", sagt Melanie. Es ist ihr und ihren Eltern ein großes Bedürfnis Danke zu sagen. Primarius Rudolf Likar und seinem Team, wie auch den vielen Einzelpersonen, Vereinen, Firmen und Institutionen. Nicht nur für die finanzielle Unterstützung, sondern auch für die menschliche Zuwendung.

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