Kappel: Bürgermeister-Kandidaten am Runden Tisch der WOCHE

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WOCHE: Wenn Sie zum Bürgermeister gewählt werden: Was hat für Sie Priorität?
MOSER: Meine erste Amtshandlung wäre Betriebe zu besuchen. Auch die Straßen bzw. die Infrastruktur sind ein ganz wichtiges Thema. Ebenso wichtig sind das Gemeinschaftshaus und die Kindergartensanierung.
KLAUSNER: Ich würde den Sprechtag des Bürgermeisters am Mittwoch wieder aktivieren, damit die Leute wieder persönlich mit dem Bürgermeister reden können. Als Zweites würde ich in Passering am Spielplatz wieder Geräte aufstellen.
RATTENBERGER: Die Kindergarten-Sanierung steht an. Die Straßen sind in einem schlechten Zustand. Was mir noch ein Anliegen wäre ist zu schauen, wie man die Gemeinde hochwasserfester macht.

WOCHE: Welche Maßnahmen sind Ihnen bei der Kindergartensanierung wichtig?
RATTENBERGER: Man muss schauen, ob man eine Vergrößerung braucht. Wenn man vergrößert, dann sparsam.
KLAUSNER: Sanierung hat sicher noch keine begonnen. Ob man die Küche vergrößern muss ist eine Planungssache. Wichtig wären anständige Möbel für die Nachmittagsbetreuung.
MOSER: Es wird schon saniert. Man muss den Bedarf für die nächsten Jahre abklären. Wenn man etwas dazu baut, könnte man das auch als Mehrzweckraum nützen – etwa einen Computerraum für junge Leute einrichten.
RATTENBERGER: Wir haben in der Volksschule schon dazu gebaut – dort stehen jetzt Klassen leer, die man doppelt nützen könnte.
KLAUSNER: Ich bin etwas verwundert über den Vorschlag. Als wir die Umkleidekabine beim Sportverein neu gebaut haben, war es unser Anliegen dort so einen Raum mit zu errichten. Das wurde damals aber abgelehnt.

WOCHE: Wird der Jugend genug geboten? Woran fehlt es?
KLAUSNER: Es wird viel getan. Vor allem der Sportverein ist sehr aktiv. Bewegung für Kinder ist mir ein wichtiges Anliegen. Konkrete Ideen gibt es keine, es liegt mir aber am Herzen.
MOSER: Wir haben Glück, weil wir viele Vereine haben, die gute Jugendarbeit machen. Wichtig wäre ein Computerraum für Jugendliche.
RATTENBERGER: Der Fußballclub, aber auch der Tennisclub in Passering machen gute Arbeit. Mit dem Angebot in Althofen können wir nicht mithalten. Es geht deshalb auch um die Frage, wie man den Jugendlichen die Anfahrt dorthin erleichtern könnte.
KLAUSNER: Die SPÖ betreibt auch den Eislaufplatz in Kappel und hat vor Jahren den Beachvolleyballplatz von Parteigeldern finanziert.

WOCHE: Welche Maßnahmen wollen Sie setzen, um die Abwanderung vom Land in die Städte zu verhindern?
RATTENBERGER: Wir können lediglich bremsen. Unser großes Problem ist, dass wir gut ausgebildete Leute verlieren, weil es wenig gute Arbeit in Kärnten gibt. Auch Treibach zieht viele unserer Unternehmer ab.
MOSER: Wir haben eine Wohlfühlgemeinde, die meisten Arbeitsplätze befinden sich aber außerhalb. Die Abwanderung stoppen kann man, indem man noch mehr junge Leute zu Vereinen bekommt. Ein Freundeskreis ist etwas ganz Wichtiges. Bei älteren Leuten wäre eine Art Betreutes Wohnen in Passering in den freien Wohnungen möglich.
KLAUSNER: Man muss die leer stehenden Wohnungen füllen. Mit der Altenbetreuung habe ich ein Problem, weil es an der nötigen Infrastruktur in der Gegend fehlt.
MOSER: Das wäre das kleinste Problem. Der Nahversorger zum Beispiel liefert ja auch zu.

WOCHE: Sind Sie für oder gegen den geplanten Steinbruch der Neuper GmbH am Windischberg?
KLAUSNER: Ich bin dagegen.
MOSER: Nachdem der Gemeinderat bereits abgestimmt hat, dass der Bürgermeister dagegen stimmen soll, falls es zur Verhandlung kommt, bin ich natürlich auch gegen den Steinbruch.
RATTENBERGER: Wenn man mit dem Auto auf einer Straße fährt, kann man eigentlich nicht gegen einen Steinbruch sein. Aber mir wäre trotzdem lieber, wenn er nicht kommt. 

WOCHE: Was wollen Sie unternehmen, um noch gegen den Steinbruch vorzugehen?
KLAUSNER: Es muss ja nicht sein, dass der Steinbruch überhaupt in Betrieb geht. Es gibt ja gleich in der Nähe in Pölling einen Steinbruch, wo angeblich für die nächsten 70-80 Jahre Material vorhanden ist. Ich denke, der Betreiber spekuliert, dass ein Konkurrent kommen könnte.
MOSER: Man muss mit BH, Land und Bürgerinitiative in Kontakt bleiben, klären, was man dagegen machen kann und dann ein gemeinsames Nein dagegen aussprechen.
RATTENBERGER: Man könnte mit dem Firmenchef sprechen, um zumindest die Idee dahinter kennenzulernen und das Projekt aus seinem Standpunkt aus zu sehen.

WOCHE: Der Schwerverkehr bzw. die Mautflüchtlinge sind immer wieder Thema in der Gemeinde. Was kann man dagegen unternehmen?
MOSER: Es gab immer wieder Forderungen von der Gemeinde, dass mehr kontrolliert wird. Da muss beim Land umso mehr nachgestochert werden.
KLAUSNER: Ich bin für ein Gesamtkonzept. Betroffene Gemeinden einbinden. Gemeinsam kann man vielleicht auch beim Land mehr erreichen. Der Kontakt zum Land ist ja jetzt bestens – das soll ausgenutzt werden. 
RATTENBERGER: Man muss auch mit der Polizei in Althofen und Launsdorf arbeiten, damit mehr kontrolliert wird. Als zuletzt die Straße in Mittertrixen gesperrt war, war es in Passering wunderbar ruhig. 

WOCHE: Ist ein allgemeines LKW-Fahrverbot eine Option für Sie?
KLAUSNER: Die Straßen sind zum Fahren da und auch dafür gebaut. 
MOSER: Es gibt sehr viele Betriebe, Anrainer und Bauern, die Lieferungen bekommen – das muss weiterhin gewährleistet sein. Ich würde schon ein Verbot für große LKWs fordern, aber nicht schon ab 3,5 Tonnen. Dieses Gewicht hat auch ein Traktor.

WOCHE: Herr Klausner, die Kläranlage ist für Sie ein wichtiges Thema – warum?
KLAUSNER: Die Kläranlage ist technisch veraltet und entspricht nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. Speziell bei Starkregen haben wir einen Großzufluss, von dem wir nicht wissen, woher er kommt. Martin Gruber hat schon einmal eine Studie erstellen lassen, ob eine Pumpleitung nach St. Veit sinnvoll ist. Ich wäre im Gegensatz dazu für eine Sanierung der Anlage. Damit würden wir auch einen Arbeitsplatz in der Gemeinde sichern. 
MOSER: Ich bin für den Umbau in eine Pumpstation. Eine Sanierung beläuft sich auf 1,2 Millionen Euro. Der Anschluss an den Abwasserverband und die jährlichen Erhaltungskosten würden 40.000 Euro ausmachen. Ich glaube auch nicht, dass wir deshalb einen Mitarbeiter aufgeben müssten. Woher der große Zufluss kommt, wissen wir nicht. Derzeit werden einige Kanaldeckel ausgetauscht – davon erhoffen wir uns eine Veränderung. 
RATTENBERGER: Die Sanierung würde ein Vermögen kosten und St. Veit hat noch Kapazität. Aber natürlich soll kein Regenwasser nach St. Veit gepumpt werden, sondern lediglich das zu klärende Abwasser. Den Mitarbeiter könnte man weiterhin beschäftigen, zum Beispiel beim Altstoff-Sammelzentrum. In diesem Fall ist die günstigere Variante sicher die bessere.

WOCHE: Was wollen Sie unternehmen, um das Vereinsleben noch mehr zu stärken?
RATTENBERGER: Ein Eislaufplatz in Passering wäre möglich, wie es ihn auch schon in Kappel gibt. 
MOSER: Die Gemeinde unterstützt die Vereine schon jetzt bestmöglich. Es kann meiner Meinung nach nicht genug Vereine geben. Ich kann mir einen Computerverein für die Jugend vorstellen oder dass wir die Schauspielgruppe reaktiveren. 
KLAUSNER: Man muss auch Leute in der Gemeinde mehr motivieren, die Veranstaltungen der Vereine zu besuchen. 

WOCHE: Wo besteht bei Straßen und Infrastruktur in der Gemeinde Handlungsbedarf?
KLAUSNER: Es müssen Siedlungsstraßen saniert werden.
MOSER: Es soll so saniert werden, dass sich kein Ortsteil benachteiligt fühlt, auch das Oberflächenwasser ist noch ein großes Problem.
RATTENBERGER: Es besteht an vielen Orten Handlungsbedarf.

WOCHE: Wollen Sie zum Schluss noch etwas loswerden?
KLAUSNER: Es ist alles gesagt.
MOSER: Ich möchte gerne Bürgermeisterin für alle sein.
RATTENBERGER: Ich kann mir vorstellen, dass sich Bürger auch an gewissen Projekten beteiligen können wie beim Crowdfunding. 

Die Diskussionsrunde leitete Stefan Plieschnig.

Autor:

Stefan Plieschnig aus St. Veit

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