24.10.2016, 14:01 Uhr

Landwirtschaftskammer Kärnten zog Bilanz über das Erntejahr

Bei Mais macht die Erntefeuchte den Bauern zu schaffen (Foto: Pixabay)

Mit Frost- und Hagelschäden hatten die Kärntner Landwirte im Erntejahr 2016 zu kämpfen.

"Der späte Wintereinbruch im Frühjahr und die Hagelunwetter im Sommer haben die Bauern hart getroffen. Frost und Hagel haben zehn Millionen Euro Schäden angerichtet", zieht Landwirtschaftskammer-Präsident Johann Mößler im Rahmen der „Erntebilanz 2016“. Mößler, der nicht mit einem Anstieg des Einkommens in bäuerlichen Betrieben rechnet, fordert Entlastungen in der Sozialversicherung für die Bauern. "Eine Aussetzung des 4. Quartals", wünscht sich dabei Mößler.

Gute Durchschnittsernte

Die Kärntner Landwirte konnten heuer bei Getreide eine gute Durchschnittsernte einfahren. Durch die vielen Niederschläge kam es zu Qualitätsverlusten bei Weizen und Roggen. Bei Mais haben die Bauern heuer überdurchschnittliche Erträge, sie haben allerdings nun mit Erntefeuchte zu kämpfen.

Fruchtfolge hilft

Heuer traten erstmals wirtschaftliche Schäden durch den Maiswurzelbohrer auf. "Die Fruchtfolge ist dabei das wichtigste Bekämpfungsmittel", erklärt Markus Tschischej, Leiter des Referates Pflanzliche Produktion der Landwirtschaftskammer.
Die Maisfläche ist heuer in Kärnten geringfügig angestiegen, die Sojabohne verzeichnet einen Flächenrückgang von 15 Prozent. "Hier ist die Ernte aber respektabel", so Tschischej.
Der Ölkürbis wird immer attraktiver, 2016 gab es 500 Hektar Anbaufläche.

90 Prozent weniger Obst

Die Obst- und Weinbauern haben aufgrund von Frost und Hagel mit 80 bis 90 Prozent geringerer Ernte als 2015 zu rechnen. Das betrifft den Erwerbs-, Streuobst- und auch den Weinbau.


Die Frost- und Hagelschäden 2016
Der Gesamtschaden für die Kärntner Landwirtschaft durch Frost- und Hagelschäden beträgt heuer rund 10 Mio. Euro.

Frostschäden: 5.000 Hektar, 5 Mio. Euro Schaden. Betroffene Kulturen sind Mais, Getreide, Obst inkl. Beerenobst, Wein. Betroffen sind alle Bezirke.

Hagelschäden: 8.000 ha, 5. Mio. Schaden. Betroffen sind sämtliche Ackerkulturen, Obst und Wein. Der Bezirk Hermagor ist nicht betroffen.
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