Zahlreiche Fische in der Ruetz verendet

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NEUSTIFT (kr). Ein grausames Bild bot sich den Aufsichtsfischern Luis Töchterle und Friedl Peer am Wochenende im Stubaital: An den Uferbereichen von Klaus Äuele wurden zahlreiche verendete Äschen und Forellen aufgefunden.
Peer und Töchtele waren von Passanten alarmiert worden, denen die toten Fische aufgefallen waren. "In diesem Bereich hat wahrscheinlich kein einziger Fisch überlebt, alle Größenklassen sind offenbar tot", so die Aufsichtsfischer.

Verunreinigtes Wasser

Als Ursache für das massive Fischsterben in der Ruetz sehen die Aufsichtsfischer Bau-
und Betonierarbeiten im Uferbereich und an einer Brücke – alle toten Fische seien nämlich flussab dieser Baustelle gefunden worden und das gesamte Gelände ringsum liegt noch unter einer tiefen Schneedecke. "Wenn derartige Arbeiten nicht mit der vorgeschriebenen Sorgfalt durchgeführt werden, gelangt verunreinigtes Wasser in den Fluss. Betonwasser verätzen die Kiemen der Fische – der stark erhöhte PH-Wert ist auch für andere Wasserlebewesen tödlich", beschreibt Luis Töchterle. Damit sei der insgesamt angerichtete Schaden noch nicht absehbar.

Äschenbestand ausgelöscht

Besonders fatal: Der sorgsam gehegte, sich selbst reproduzierende Äschenbestand, der von lokalen Fischern mit viel Aufwand über die Jahre aufgebaut wurde, ist offenbar ausgelöscht. "Äschen gelten allgemein als gefährdet. Die Ruetz hat eine besonders wichtige Bedeutung als 'Genpool' für die Äschen, weil sie sich aufgrund des kraftwerksbedingten Schwallbetriebs im Inn nicht mehr fortpflanzen können", heißt es seitens der Fischer.

Lokalaugenschein

Neustifter Polizeibeamte haben am Wochenende Wasserproben oberhalb und unterhalb des betroffenen Bereichs aus der Ruetz entnommen und auch tote Fische zur weiteren Untersuchung sichergestellt. Eine Analyse soll nun Klarheit über die Ursache des massiven Fischsterbens bringen.
Am Montag fand außerdem ein Lokalaugenschein mit Vertretern des Baubezirksamtes, der Baufirma, der Bezirkshauptmannschaft, der Gemeinde Neustift, des TVB Stubai und des Fischereiverbandes statt.

Zur Sache

Vor über 20 Jahren haben Stubaier Fischer damit begonnen, den Äschenbestand in der Ruetz anzusiedeln. Dass dieser mühsam aufgebaute Äschenbestand nun ausgelöscht wurde, ist für die Fischer die "Vernichtung eines Lebenswerks", so Aufsichtsfischer Luis Töchterle: "Eine Wiederbesiedelung mit Äschen ist kaum zu erwarten – die Arbeit von über 20 Jahren wurde zunichte gemacht."
Vor allem das Gebiet Klaus Äuele sei ökologisch laut Töchterle der wertvollste Bereich, weil sich an anderen Stellen talein- und -auswärts Verbauungen befinden.

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