25.10.2016, 14:55 Uhr

Was wurde aus Ingo Appelt?

Vor 24 Jahren verabschiedete sich der Olympiasieger vom Profisport und ist nun passionierter Juwelier.

FULPMES (cia). Es war einer der Höhepunkte im österreichischen Bobsport in einer Zeit, die man im Rückblick durchaus als die "goldene Zeit" dieses Sports sehen kann: Gold bei den Olympischen Spielen von 1992 in Albertville. Mitten drin im erfolgreichen Viererbobteam freute sich der Fulpmer Ingo Appelt gemeinsam mit Thomas Schroll, Gerhard Haidacher und Harald Winkler über den größten sportlichen Erfolg. Auf diesem Höhepunkt seiner Karriere – auch bei der Weltmeisterschaft hatte sein Team gewonnen – kehrte der Stubaier dem Profisport den Rücken zu.

Seit 24 Jahren widmet er sich voll und ganz seiner zweiten Leidenschaft: dem Design und Verkauf von Schmuck. Schon als Kind sammelte er erste Erfahrungen im elterlichen Betrieb. Er kreierte Schmuckstücke – zuerst für seine Mutter, später auch "für die Damenwelt", wie er lächelnd erzählt. Schule und Schmuck gingen Hand in Hand mit dem Bobsport, als sein Talent 1979 beim Mopedfahren entdeckt wurde. Eine Sondergenehmigung erlaubte es dem noch Minderjährigen, trotz seines Alters bereits zu trainieren. Mit Erfolg, es waren Riesenschritte, in denen sich das Bobteam verbesserte. "Von 1980 bis 1992 sind wir auf manchen Bahnen an die zehn Sekunden schneller geworden", erinnert sich Appelt. Zum Vergleich – seit damals sind die entsprechenden Bahnrekorde nur mehr im Sekundenbereich angestiegen. Entsprechend gut war die Stimmung auch zwischen den Teams, solche Erfolge spornten gegenseitig an.

Am Zenit des Erfolgs, mit WM- und Olympiagold in der Tasche, entschied sich Appelt dann, seine volle Kraft in der Familienfirma einzubringen. Sein Vater war in dem Jahr im Rahmen einer Operation verstorben, er übernahm den Betrieb, der im November sein 50-jähriges Bestehen feiert. Mittlerweile (seit 2009) gibt es neben dem Stammhaus von Appelt Juwelen in Fulpmes auch eine Niederlassung in den Innsbrucker Rathausgalerien. Auch politisch engagierte sich Appelt. Für die FPÖ zog er von 1994 bis 2003 in den Landtag ein. "Ich hatte die Motivation, im Land nach dem Sport was zu bewegen und mitzugestalten", sagt Appelt. Gerade im Bereich des Behindertensports sei damals noch viel zu tun gewesen, ein echtes Anliegen für den Ex-Profi.

Von 2. bis 20. November finden die Jubiläumswochen statt, jeder 50. Kunde beider Geschäfte bekommt in dieser Zeit 50 Prozent Rabatt auf seinen Einkauf. "Zusätzlich gibt es noch bis Jahresende ein Jubiläumsgewinnspiel, bei dem 50 Preise wie hochwertige Juwelen und auch Uhren in einem Gesamtwert von über 10.000 Euro zu gewinnen sind", erzählt Appelt.

Nächstes Jahr sind es 25 Jahre, die der Fulpmer als Juwelier und Schmuckdesigner arbeitet. "Für mich ist kein Tag Arbeit, sondern Spaß", begeistert er sich. Diese Passion wurde ihm in die Wiege gelegt – und wohl nicht nur ihm: Auch die beiden Söhne Appelts arbeiten bereits in der Firma mit.
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