Kunst Kultur

Beiträge zum Thema Kunst Kultur

Künstler Martin Krusche im Parlament mit Kulturminister Josef Ostermayer | Foto: Klaus Pichler
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Kunst und Provinz

Gleisdorf erweist sich als bemerkenswerter Ort zeitgemäßer Kulturarbeit. Das kam zur Wirkung, als Nationalratsabgeordnete Elisabeth Hakel zu einer Enquete ins Parlament lud. Die Tagung trug den Titel „zentral. lokal“, war dem Thema „Kunst und Kultur in den Regionen“ gewidmet. Im Ringen im Mittel und Möglichkeiten eines adäquaten Kulturschaffens geraten mitunter kuriose Positionen aneinander. Zugleich zeigt sich, was eine nächste Generation entwickelt hat und dem Tun der älteren Kräfte...

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Habe ich offene Fragen, wende ich mich an die zuständige Personen (von links): Bürgermeister Christoph Stark, Kulturreferent Alois Reisenhofer und Kulturbeauftragter Gerwald Hierzi
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Ach! Krach?

Schon brummen die Buschtrommeln. War meine kleine Reflexion über Eröffnungsrituale bei Kulturveranstaltungen („Eröffnungsredereien“) ein Hieb, um der Gleisdorfer Stadtregierung hintenrum, quasi über die Bande, eine reinzusemmeln? Hehe! Das könnte wem so passen. Im Gleisdorfer Rathaus ist das so: Wenn ich mit jemandem Dissens habe oder ein Problem, das der Klärung bedarf, hol ich mir einen Termin. Das ist mir noch nie abgeschlagen worden. Falls wir gelegentlich etwas zu klären haben, geht das...

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Statt der Frage "Was ist Kunst?" heißt es öfter: "Wann ist Kunst?"
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Kulturpolitik in der Provinz

Es gibt eine verbreitete politische Praxis, wonach Kulturpolitik zwei Hauptaufgaben beinhaltet: a) Ein Kulturbudget verwalten und b) Veranstaltungen eröffnen. Derlei verknappte Auffassungen sind natürlich Mumpitz. Warum ist das Thema so heikel? Die letzten tausend Jahre konnte bei uns niemand herrschen, ohne selbst erlesenen Geschmack und Kunstverständnis zu entwickeln oder aber hochkarätige Leute zu engagieren, die das stellvertretend leisten. Weshalb? Zugänge zu Kunst und Bildung waren eine...

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Gleisdorfs City Manager Gerwald Hierzi auf Diebnstflughöhe ("Kulturlounge" 2013)
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Kulturpakt: Spannungsfelder

Der Kulturpakt Gleisdorf tritt in seine zweite Phase. Nun laufen die Vorbereitungen für den heurigen Halbjahresschwerpunkt. Damit formiert sich kulturelles Engagement in der Kleinregion Gleisdorf neu. Das Grundprinzip lautet „Bottom up“, also: Von der Basis her. Bürgerinnen und Bürger entwickeln Ideen, setzen sich für deren Umsetzung ein. Die Kommune greift solche Aktivitäten auf, verstärkt sie, bietet eine professionelle Begleitung. Der Kulturpakt Gleisdorf ist eines der Arbeitsergebnisse, die...

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Gleisdorfs City-Manager Gerwald Hierzi hat Katharina Scheidl zur Kulturpakt-Beauftragten bestellt

Kulturpakt Gleisdorf: Eigenverantwortung

In der Kleinregion Gleisdorf wurde ein kulturpolitisches Modell entwickelt, das nun in eine weitere Praxisphase geht. Mehr Selbstbestimmung bedeutet mehr Eigenverantwortung. Das führt Kunst- und Kulturschaffende aus jeder Art von Bittsteller-Posen heraus zur Begegnung in Augenhöhe, wo mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft Vorhaben angegangen werden. Das meint zum Beispiel: Kooperation bei der Entwicklung von Projekten, bei ihrer Finanzierung und Umsetzung. Das ist kein neuer Verband. Da wurde...

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Katharina Scheidl und Gerwald Hierzi, Gleisdorfs kommunale Delegierte für den Kulturpakt

Kulturpakt: Konkretisierung

Die Stadt Gleisdorf hat sich während der nun endenden EU-LEADER-Periode auf ein anspruchsvolles kulturpolitisches Experiment eingelassen. Das mündet in die Absage an ein Gießkannenprinzip im Bereich der Förderungen. Dieses Prinzip „Für jeden ein bißl was“ erscheint den Zuständigen im Rathaus zu beliebig und wenig zielführend, auch wenn es als sehr populärer Modus gelten muß. Statt dessen wird heute bei der Nutzung öffentlicher Gelder offen von Leistungsaustausch gesprochen, von Themenstellungen...

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Basis, Politik und Verwaltung am gemeinsamen Tisch, von links: Gernot Schrampf (Malwerkstatt Gleisdorf), Alois Reisenhofer (Kulturreferent), Katharina Lagler (TIP City-Management), Gerwald Hierzi (Kulturbeauftragter), Katharina Scheidl (Kulturbüro)
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Zwischen Freiheit und Pflicht

Kulturpolitik ist Regionalpolitik. Es war gewiß die heißeste Debatte seit Bestehen des Gleisdorfer Kulturpaktes. Politik und Verwaltung erörterten im großen Sitzungssaal der Stadt die Schritte für das kommende Jahr mit einer Runde Kunst- und Kulturschaffender aus der Region. Da löst sich nun in einem wichtigen Bereich ein, was zu den grundlegenden Funktionen des Kulturpaktes gehört, daß nämlich die jeweils vorrangigen Prioritäten der unterschiedlichen Instanzen zur Sprache kommen und...

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Politik und Verwaltung (von links) in der "Kultur-Lounge": Katharina Lagler (TIP-Büro), Christoph Stark (Bürgermeister), Alois Reisenhofer (Kulturreferent) und Katharina Scheidl (Kulturbüro)
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Kultur-Lounge: Ein Auftakt

Gleisdorf setzt auf eine experimentelle Form der Kulturpolitik. Das heißt, Kunst- und Kulturschaffende erarbeiten gemeinsam mit Politik und Verwaltung Praxisschritte, die über alte Verfahrensweisen erheblich hinausgehen. Das Wort Politik leitet sich historische von zwei Kategorien her, die im „Kulturpakt Gleisdorf“ zusammengefaßt werden. Das altgriechische „Politike“ steht für Staatskunst, „Polis“ für das Gemeinwesen. Der antiquierte Begriff Staatskunst meint die Welt der Funktionstragenden,...

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Kontrastreiches Arbeitsgespräch, von links: Gernot Schrampf („Malwerkstatt“), Winfried Lehmann („kunst ost“) und Helen Wieser („Transition Oststeiermark“)
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Gleisdorf: Kulturpolitik neu

Kulturbeauftragter Gerwald Hierzi lud zum ersten öffentlichen Arbeitsgespräch im Rahmen des „Kulturpakt Gleisdorf“ (Ein kulturpolitisches Labor). Es fand sich eine kontrastreiche Runde im großen Sitzungssaal der Gemeinde ein. Das Auftaktgespräch war einer ersten Orientierung aller Beteiligten gewidmet: Was sind die Themen, Pläne und eventuellen Kooperationsmöglichkeiten in naher Zukunft? Dieses Treffen bot zugleich Gelegenheit, Katharina Scheidl, die neue Mitarbeiterin des Kulturbüros,...

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Von links: Michaela Knittelfelder-Lang, Irmgard Eixelberger und Herta Tinchon bei der Projektbesprechung in Gleisdorf

Die Region, die Welt und die Zukunft

Viele Kreative der Region arbeiten nicht nur am eigenen Werk, sondern auch an Fragen der Regionalentwicklung. Bei den Arbeitstreffen von „kunst ost“ geht es derzeit zwar stark um Organisationsfragen des heurigen „April-Festivals“, doch es sind auch schon die kommenden Jahre im Gespräch. Was wird aus der „Energie-Region Weiz-Gleisdorf“? Das ist derzeit völlig ungewiß. Die aktuelle LEADER-Periode endet. Wird es eine neue geben? Werden LEADER-Regionen zusammengelegt? Falls ja, welche? Wozu...

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Sind Gemeindebedienstete nicht weiter als Subventionsempfänger, also gewissermaßen "Schnorrer"?
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Sie bringen mehr, als sie kosten

Kam es Ihnen schon einmal in den Sinn, einen Polizisten, der gerade den Stau in Ihrer Gasse auseinanderfieselt, als „Subventionsempfänger“ zu bezeichnen? Er bezieht sein Gehalt ja von öffentlichen Geldern. Als die Chirurgin Ihr Kind im LKH aus einer bedrohlichen Verfassung befreit hat, bedankten Sie sich dann bei einer „Subventionsempfängerin“? Sind die Lehrerinnen und Lehrer, denen Sie Ihr Kind anvertrauen, Subventionsempfänger? Und was ist mit den Angestellten der Gemeinde, die Ihnen gerade...

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Gerwald Hierzi am Schnittpunkt zwischen  kommunalen Aufgaben und privaten Initiativen

Kulturpakt Gleisdorf

Wenn der Jänner endet, rundet sich das erste Arbeitsjahr von Gerwald Hierzi in einer bemerkenswerten Position. Er hat eine Doppelrolle übernommen. Hierzi leitet das Gleisdorf Büro für Kultur und Marketing, eine kommunale Einrichtung. Und er ist Geschäftsführer des „TIP Tourismusverband“, eine privatwirtschaftlicher Initiative. Mit dem abgelaufenen 2012 hatte er ein ziemlich kurioses Jahr erwischt, was nun die Aufgaben eines City Managements betrifft. Die „City“, nämlich Gleisdorf, war in eben...

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LEADER-Managerin Iris Absenger-Helmli von der „Energieregion Weiz-Gleisdorf“
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Die EU setzt auf Kulturarbeit

Regionalpolitik, das ist auch Kulturpolitik. Die Pionierarbeit für eine ortsübergreifende Kulturpolitik abseits des Landeszentrums kommt seit Jahren von den LEADER-Kulturptojekten. Während ländliche Gemeinden in den letzten Jahren ihre Kulturbudgets runtergefahren haben, hat die EU ihres erhöht. Warum ist das so? Die „Kreativbranche“ zeigt mehr Wachstum als viele andere Wirtschaftsbereiche, schafft auch mehr Arbeitsplätze als viele andere Branchen. Bildungsfragen, soziale Fragen, all das läßt...

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Gleisdorfs Kulturreferent Alois Reisenhofer hat den Sozialdienst in der Pudding-Küche engagiert hinter sich gebracht.
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Der Hunger nach Kultur

Kürzlich sorgte ein denkwürdiger Vorfall in Gleisdorf für Aufsehen. Die Kleine Zeitung titelte: „Hungern bei Vernissage“. Damit waren nicht etwa hungernde Künstler gemeint, die im „Forum Kloster“ um eine warme Suppe anstünden, nein, Gleisdorf steht im Verdacht pleite zu sein und sein Kulturpublikum darben zu lassen. Die Situation erscheint einigermaßen ernst. Das „Österreichische Bundesministerium für ausreichende Kalorienzufuhr bei Kulturveranstaltungen“ reagierte diesmal ungewöhnlich schnell....

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Von links: Bürgermeister Christoph Stark, Kulturreferent Alois Reisenhofer und City-Manager Gerwald Hierzi

Gleisdorf: Kulturpolitisches Neuland

Im Gleisdorfer Rathaus wird der Kulturbereich als zentrale Aufgabenstellung menschlicher Gemeinschaft wahrgenommen. Deshalb fällt das Thema in den aktuellen Veränderungsschüben nicht unter den Tisch, sondern wird entsprechend ernsthaft bearbeitet. Die Stadt hat seit 2009 rund drei Viertel ihres vormaligen Kulturbudgets verloren. Das ist auf verquere Art noch die gute Nachricht, denn Gleisdorf wenigstens ein Kulturbudget, das schrumpfen kann. So manch andere Orte jenseits von Graz haben gar...

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Der Ludersdorfer Bildhauer Winfried Lehmann neben seinem Perikles

Lehmann, vorausschauend

Die Region ist reich an Menschen, deren Leidenschaften künstlerischen Reflexions- und Ausdrucksformen gewidmet sind. Sie lesen richtig. Dem Ausdruck geht die Reflexion voraus. Ein Durchdenken der Dinge, ein Durchleben von Emotionen, Handfertigkeit, die solche Prozesse bündelt. Ob das wichtig ist? Naja, man könnte freilich auch ein braver Sklave seiner Alltagsbewältigung bleiben. Manchen Menschen ist das freilich zu wenig und zugleich die Verlockung, das Dasein bloß mit Konsum zu füllen, etwas...

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  • Graz-Umgebung
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Landesrätin Christina Edlinger-Ploder und Ex-Parlamentarier Christian Faul

Wie fleißig war Faul?

Hatte die Oststeiermark je eine längergedienten Kulturreferenten als den vormaligen Weizer Sozialdemokraten Christian Faul? Mir ist kein anderer bekannt, der über so lange Zeit das kulturelle Geschehen einer Region mitgestaltet hat. . Faul mußte, wie bekannt ist, vor einer Weile als Parlamentarier demissionieren, weil seine herzliche Art im Umgang mit Andersdenkenden dem Landeshauptmann Franz Voves im Wahlkampf als zu belastend erschien. Das schuf gewiß freie Ressourcen für eine große regionale...

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Gegenwartskunst in der Provinz? (Veronica Kaup-Hasler, Intendantin des Festivals „steriischer herbst“, vor der Galerie „einraum“ in Gleisdorf.)

Wozu Kulturpolitik?

Im § 1 des steirischen Kulturförderungsgesetzes sind Ziele der Kultur- und Kunstförderung des Landes definiert. Wenn nun Kulturpolitik auf dem Lande atwas taugen soll, müßten solche Passagen wenigstens einmal zur Diskussion stehen. Ich betone „Kulturpolitik auf dem Lande“, weil das von einer völlig anderen Situation handelt als die städtischen Gegebenheiten in den Landeszentren. Ich will es nicht verallgemeinern, doch jenseits von Graz dominiert eine Auffassung von Kulturpolitik, die meist...

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Wir müssen stets neu klären, was mit dem Begriff „Kunst“ gemeint ist. Von links: Geisdorfs Kulturreferrent Alois Reisenhofer und die Kunstschaffenden Irmgard Hierzer, Renate Krammer, Winfried Lehmann, Michaela Knittefelder-Lang und Irmgard Hierzer

Kunst als private Spinnerei?

Die Befassung mit Kunst erscheint manchen Menschen als etwas Komisches zwischen Spinnerei und luxuriösem Privatvergnügen. Den Urenkeln von Knechten, Mägden, Untertanen fällt teilweise bis heute nicht auf, warum es sich vermutlich über Jahrtausende die herrschenden Eliten vorbehalten haben, derlei Dinge zu pflegen, während der Pöbel für sie schuften durfte. Auch in der Gegenwart könnte einem zum Beispiel auffallen, daß jede Diktatur sich sehr schnell bemüht, Kunstschaffende und Intellektuelle an...

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