BUCH-TIPP: Mario Petuzzi "Winterschlaf"
Erwachen heißt sehen
- hochgeladen von Sabine Schletterer
"Mancher Schlaf hängt einem lange nach, sagt der Apo und fixiert uns mit einem Mal. Vor allem so einer." Denn die Mutter der Zwillinge, der Einen und des Anderen, hält stets ihren "Winterschlaf", bevor sie erwacht, um in die Zukunft zu sehen. "Denn die Zeit hat keine Türen, durch die wir gehen, nur Fenster, durch die wir sehen." Und durch diese Fenster versucht sie, weiszusagen, Dinge zu sehen und damit das Geld für die Familie zu verdienen. Sie ist Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Wintermutter und steht den "am Leben Kaputtgegangenen" helfend, also sehend zur Seite, bis sich das Blatt wendet. Denn wenn man "etwas benennt, wird es zum Besitz", so bestimmt und spielt das Leben. Und entweder man lässt den Dingen so ihren Lauf oder man flieht in einen "Winterschlaf", der nach dem Erwachen für neue SICHTweisen sorgt.
In seinem Debütroman "Winterschlaf" meistert sich der Telfer Autor Mario Petuzzi fabulierend und lyrisch tanzend durch eine Welt, die auch im Schlaf keine Ruhe findet.
Diogenes, 240 Seiten, 25,70€
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