Bleistiftspitze.... (Essay 2013)

Bleistiftspitze…..
oder wenn ich mir den Bleistift spitze

Ein Essay für Erwachsene

was passiert dann? Das ist noch lange kein eindeutiges Markenzeichen dafür, das ich auch etwas auf mein so schön hergerichtetes Papier schreiben werde. Aber was könnte ich auf dieses weiße Blatt schreiben, notieren, skizzieren, entwerfen? Muss es wirklich ein Entwurf dessen sein was ich die ganze letzte Woche schon zu meiner Frau sagen wollte. Was ich ihr schon immer sagen wollte, was ich bisher noch nicht gesagt habe oder was unausgesprochen gewesen war? Jetzt auf einmal ging mir der besagte Knopf auf. Das kleine Wörtchen “war”. Dabei ist es aber nicht so das das was noch nicht war auch schon längst gewesen ist. Der eigentliche Grund war das ich meiner Frau nicht in Worten sagen konnte das ich einen Seitensprung, eh nur einen winzig kleinen, gemacht hatte. Deshalb versuche ich jetzt es annähernd in Worte zu fassen so das sie es wenigstens versucht zu verstehen. Ein Versuch ist es alle mal wert. Doch ich rätsele immer noch ob ich es ihr jetzt auf dieses Blatt schreiben oder es ihr tatsächlich beichten und nicht verschweigen solle. Nein es geht nicht um den besseren Ausweg dessen sondern wie ich den besten Weg einschlage. Die Worte “Schatz es ist einfach mal so passiert” könnte sie nie und nimmer vertragen. Die Antwort wäre “Du entschudlige mich aber ich muss mal wohin”. Sie würde es nicht verstehen wenn ich ihr schon die ganze Zeit gesagt habe das ich sie nie und nimmer….. aber vergessen wir das. Wichtig ist jetzt was auf diesem Papier steht oder was am besten gesagt werden soll. Kurz um spitzte ich mir den Bleistift an und zwar so lange bis mir nur über das Nachdenken eine Idee kam. Ich bemerkte das ich bislang über solche einen Gedanken noch nie nachgedacht hatte. Mein Gewissen sagte mir “Lass dir was einfallen” aber das war auch wieder nicht so leicht. Es war ein innerer Kampf den ich führte um endlich das schreiben oder sagen zu können was ich gerne loswerden wollte und sogar am Ende musste. Denn nach einer Stunde wunderte sich meine Frau warum ich noch immer im Arbeitszimmer saß und vor mich hin und her grübelte. Sie klopfte mal ganz vorsichtig an die Türe und machte diese einen Spalt auf als ich nicht reagierte. Sie blickte erstarrt auf den Schreibtisch an dem ich vorhin noch gesessen hatte und bemerkte das ich an meinen Bücherschrank gegangen war. Die ganze Zeit hatte sie nichts gehört und gesehen von mir, jetzt war es soweit. Jetzt musste es raus. Ich drehte mich um und sagte “Schatz ich…..” Sie antwortete “Ja was ist…..”. Ich blickte auf ihre schönen funkelden Augen und ließ mir nichts anmerken eben damit sie nichts merkte. Innerlich fing mein Körper aber an haufenweiße Adrenalin auszuschütten so das ich mit den Händen zu zittern begann. “Warum zitterst du denn so?” fragte mich meine Frau. “Ach das. Ja ich hatte mich vorhin so in meine Gedanken vertieft das ich” versuchte ich mich herauszureden aber sie scheinte irgendwie irgendwas zu verunsichern. “Dich verunsichert doch was oder?” kaum hatte sie das gesagt drehte ich mich wieder um und dachte mir: Als wenn sie meine Gedanken lesen könne. Ich betonte in schneller Wortwahl “Nein” und sagte darauf hin kein einziges Wort mehr. Meine Frau stand noch ein, zwei Minuten ratlos in meinem Arbeitszimmer dann drehte sie sich um und schloss die Tür. Jetzt konnte ich endlich den so lang angehaltenen Schnaufer wieder loslassen. Ich konnte den Atem den ich angehalten hatte und der mir schon stockte wieder in die Freiheit entlassen. In so einer misslichen Lage war ich bislang noch nicht. Als ich einige Minuten lang Luft geholt hatte setzte ich meine vermeintliche Arbeit fort. Jetzt musste mir doch was einfallen bevor meine Frau etwas merkt. Plötzlich klingelte es an der Tür….. Oh mein Gott. Es ist zu spät. Jetzt wird sie es bestimmt erfahren doch ich weiss nicht wer vor der Türe steht. Es war auch zu spät hinauszueilen und ihr jetzt alles zu gestehen denn kurz bevor ich die Türe zu meinem Arbeitszimmer aufmachen und zur Wohnungstüre gehen wollte rief meine Frau mir zu “Ich geh schon”.

Fortsetzung folgt....

Autor:

Markus Neuner aus Mödling

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