Chronisten- und Museumsteam Oberhofen: Geschichte der Neuburger Hütte

1888 errichteten die Mitglieder der Alpenvereinssektion Telfs auf einem markanten Felsvorsprung unterhalb des Oberhofer Sonnkarköpfels in einer Seehöhe von 1.972 Meter die Hochederhütte. Es handelte sich dabei um eine kleine unbewirtschaftete Selbstversorgerhütte. Die geplante Vergrößerung für einen Gast- und Übernachtungsbetrieb überstieg allerdings die finanziellen Möglichkeiten der nur zwölf Mitglieder umfassenden Sektion Telfs. Nach nur 17 Jahren verkauften sie die Hütte.
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  • 1888 errichteten die Mitglieder der Alpenvereinssektion Telfs auf einem markanten Felsvorsprung unterhalb des Oberhofer Sonnkarköpfels in einer Seehöhe von 1.972 Meter die Hochederhütte. Es handelte sich dabei um eine kleine unbewirtschaftete Selbstversorgerhütte. Die geplante Vergrößerung für einen Gast- und Übernachtungsbetrieb überstieg allerdings die finanziellen Möglichkeiten der nur zwölf Mitglieder umfassenden Sektion Telfs. Nach nur 17 Jahren verkauften sie die Hütte.
  • Foto: Dr. Härting, übermittelt von Dr. Stefan Dietrich
  • hochgeladen von Georg Larcher

OBERHOFEN. Am Freitag, dem 28. Juni, um 19:30 Uhr wird die Ausstellung „Die Geschichte der Neuburger Hütte“ im Heimatmuseum Oberhofen eröffnet. Im Zuge der Vorbereitungen hat das Chronisten- und Museumsteam Oberhofen dazu auch ein Broschüre gestaltet.
Die Neuburger Hütte war ein markantes Bauwerk von Oberhofen, bis sie 1963 durch einen Brand völlig zerstört wurde. Sie stand auf einem felsigen Vorsprung auf 1.972 m Seehöhe oberhalb der Melkalm. Die Hütte geht ursprünglich auf die sogenannte Hocheder Hütte zurück. Die Selbstversorgerhütte wurde in den Jahren 1888/1889 von den zwölf idealistischen Mitgliedern der Alpenvereinssektion Telfs zur leichteren Besteigung des Hocheders erbaut. 1905 wurde die Hütte an die Sektion Neuburg an der Donau des deutschen u. österreichischen Alpenvereins verkauft.
Nach dem Um- und Ausbau der Hütte kamen zur Eröffnungsfeier am 29. Juli 1906 über 300 Personen. Der erste Sektionsvorsitzende, Hauptlehrer Sebastian Dirr, und seine Alpenvereinsmitglieder haben auch ein rund 40 Kilometer langes Bergwegenetz teilweise neu angelegt und betreut. Die Sektion Neuburg an der Donau führte die Hütte mit großer Freude und viel Einsatz. Es gab durch sinkende Besucherzahlen auch finanzielle Probleme. Enttäuscht waren die Sektionsmitglieder über die Einbrüche und den Vandalismus sowie die örtlich mangelnde Unterstützung bei der Ausforschung der Täter. Dies waren Gründe für den Entschluss zum Verkauf der Hütte.
1921 übernahm die Akademische Sektion des Alpenvereins Innsbruck die Neuburger Hütte.
1956 kaufte die Pächterin Rosa Gusek die Hütte und bewirtschaftete sie bis zum 4. Oktober 1963. An diesem nebeligen Tag brach um die Mittagszeit Feuer in der Hütte aus. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern ab. Die Hütte wurde nicht mehr aufgebaut.

Ausstellung

Das Chronisten- und Museumsteam Oberhofen hat bereits vor zwei Jahren begonnen, die Geschichte der Neuburger Hütte aufzuarbeiten und in der Folge eine Ausstellung im Heimatmuseum vorzubereiten. Die Suche nach Fotos und Dokumenten zur Neuburger Hütte gestaltete sich schwierig. Einiges an Material kam von der Oberhofer Bevölkerung, früheren Feriengästen und Besuchern der Hütte. Zeitzeugen erzählten in Gesprächen von ihren Erlebnissen und Erinnerungen rund um die Neuburger Hütte.
Wichtige Informationsquellen waren Beiträge in Festschriften der Alpenvereinssektion Neuburg an der Donau, Verfasser Gerhart Prell, und der Akademischen Sektion Innsbruck des deutschen u. österreichischen Alpenvereins, Verfasser Heinrich Schatz. Noch lange ist nicht alles rund um die Neuburger Hütte bekannt. Deshalb freut sich das Chronisten- und Museumsteam Oberhofen über alle neuen Informationen und Dokumente zu diesem Thema. Die Ausstellung „Geschichte der Neuburger Hütte“ im Heimatmuseum Oberhofen wird bei vielen wieder Erinnerungen wecken. Die Jugend lernt beim Besuch ein Stück Dorfgeschichte kennen.

Neuburgersteig

Noch heuer im Herbst soll, auf Anregung des Tourismus-Ortsausschusses von Oberhofen, die Sanierung des Neuburgsteiges von der Oberhofer Melkalm bis Kühtai fertig werden. Unterstützt wird das Projekt von der Arbeitsmarktförderungs GmbH und dem Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer.

Zum Bild der POSTKARTE unten:
Diese Postkarte aus dem Jahr 1906 ist Titelbild einer Festschrift anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Sektion Neuburg an der Donau. Dr. Gerhart Prell, der heutige Ehrenvorsitzende der Sektion Neuburg, beschreibt darin die wechselhafte Geschichte der Neuburger Hütte zwischen 1905 und 1921 mit dem Untertitel „Ein Drama in acht Akten“. Dieses „Drama“ war Anlass zum Verkauf der Hütte an die akademische Sektion Innsbruck im Jahr 1921.

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