Kellertheater spielt Jean Paul Sartre
"Die Hölle, das sind die anderen", und die sind im Keller
- Willkommen in der Jean Paul Sartre-Kellertheater-Hölle - "Hier ist es auch nicht so übel"!
- Foto: Gabriele Grießenböck
- hochgeladen von Sabine Schletterer
Seit der ausverkauften und bejubelten Premiere am Freitag verwandelt sich das Innsbrucker Kellertheater in Jean Paul Sartres Kerker für eine "Geschlossene Gesellschaft". Dort tut "Teufelsmund" die Wahrheit kund.
IBK. Sie sind die "Abwesenden" und gemeinsam dazu verdammt, in der Hölle zu schmoren, bzw. in einem abgeschlossenen Keller ihr nicht mehr irdisches Dasein zu fristen. Und das ganz ohne Zahnbürste, Bett und schlafen. Garcin (ein tyrannisch faszinierender Markus Oberrauch mit dem Hang zu Selbstzweifeln und männlichen Jagdtrieben), ein mit 12 Kugeln durchlöcherter Journalist, trifft in eben jenem Kerker auf Ines (Nathalie Sprenger mit dem anmutig schönen, französischen Accent und der Härte einer Frau, die keine Gnade kennt), die "Verdammte", die nur existieren kann, wenn andere leiden und auf die indoktrinierende Estelle (Wiltrud Stieger als kindstötende, männerbetörende "Lilith"), die ohne Spiegel nicht existieren kann und auch einen Feigling lieben würde, nur damit er sich nach ihr verzehrt.
- Foto: Gabriele Grießenböck
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Gemeinsam sollen sie die höllische Ewigkeit zusammen verbringen und kommen sich und ihren Vergehen dabei viel näher, als sie es möchten. Der "Folterknecht" fehlt, aber keine Folter ist schlimmer, als sich seinem Selbst und seinem eigenen Wesen stellen zu müssen, oder "sein Denken nicht abstellen zu können". Und alles hat seinen Grund, denn "wir sind in der Hölle, und da passieren keine Versehen". Das weiß auch der mysteriöse Kellner (Klaus Rohrmoser, galant-prägnant), denn der hat sie ja schließlich eingeschlossen, damit sie am Ende "unzertrennlich" werden, in allen Belangen.
- Foto: Gabriele Grießenböck
- hochgeladen von Sabine Schletterer
Klaus Rohrmoser inszeniert mit Jean Paul Sartres "Geschlossene Gesellschaft" einen Klassiker der Theaterliteratur, souverän, markant, treffend schnörkellos, roh und GEWALTig emotional mit einem grandiosen Schauspiel-Team, welches der Hölle Feuer unterm Hintern macht. "Fantastico"!
Besetzung: Nathalie Sprenger, Wiltrud Stieger, Markus Oberrauch, Klaus Rohrmoser
Regie: Klaus Rohrmoser
Termine: März: 31.; April: 01., 02., 08.-11., 15.-18., 21.-25., 28.-30.; Mai: 01.-02., 05.-07;
Beginn jeweils um 20 Uhr
Reservierung: www.kellertheater.at
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