25.11.2016, 14:56 Uhr

Mutter mit zwei Kindern in Inzing droht am 1. Dezember die Delogierung

AK-Chef Erwin Zangerl will helfen: „Der Anwalt meldet sich einfach nicht. Das ist ungeheuerlich und eines Anwaltes nicht würdig!“ (Foto: Gstraunthaler)

Mutter mit zwei minderjährigen Kindern in Inzing soll am 1. Dezember delogiert werden. Die Arbeiterkammer versucht, zu helfen. Der zuständige Telfer Anwalt meldet sich nicht – die Zeit läuft ....

INZING. Eine Mutter mit zwei Kindern hatte in Inzing in einem zu Wohnungen umgebauten ehemaligen Hotel einen befristeten Mietvertrag bis Ende August 2016. Sie schildert ihren Fall so: Schon im April - und lange vor Ablauf des Vertrags - habe sie dem Anwalt geschrieben und um eine Mietvertragsverlängerung gebeten. Eine derartige Verlängerung sei bereits einmal gewährt worden. Der Anwalt habe sich aber nicht gemeldet. Die Mieterin erhielt eine Räumungsklage. Vor Gericht erschien der Anwalt. Die Mieterin war unvertreten. Vom Anwalt wurde eine Liste mit angeblichen Außenständen vorgelegt. Die Mieterin unterschrieb einen Räumungsvergleich mit Ende November. Sie war der Meinung, in drei Monaten eine neue Wohnung zu finden und machte sich laut ihren Angaben auch gleich auf die Suche. Doch das stellte sich schwieriger als erwartet dar.

Mieterin im Stich gelassen, AK ist letzte Rettung

Die Mieterin ist teilzeitbeschäftigt und erhält dazu Mindestsicherung. Also wandte sie sich schriftlich an das Innsbrucker Sozialamt, um Details zu erfahren, wie teuer und wie groß die Wohnung sein darf. Doch sie erhielt keine Rückmeldung. Die Wochen vergingen, sie war weiter auf Wohnungssuche. Schließlich wandte sich die verzweifelte Mutter an die Volksanwaltschaft. Dort bekam sie den Rat, sich an die AK Tirol zu wenden.

Telfer Anwalt meldet sich nicht

Das tat sie am 14. November. Bereits tags darauf versuchte die AK, den Telfer Anwalt zu erreichen. Das erwies sich als äußerst schwierig, da man vermutlich in einem Call Center landete. Schließlich meldete sich der Anwalt persönlich nach zahlreichen Versuchen bei der AK. Die AK machte klar, sich um eventuelle Außenstände zu kümmern, brauche dazu aber die genauen Unterlagen mit den Zahlungsein- und -ausgängen, da die bei Gericht vorgelegte Liste für die AK in keiner Weise nachvollziehbar ist. Das sicherte der Anwalt zu. Außerdem sagte er zu, im Fall der Begleichung der Rückstände für weitere Gespräche bezüglich einer Mietvertragsverlängerung offen zu sein und in der Folge mit der Partei abzusprechen.
Doch seither herrscht wieder Funkstille, zahlreiche Versuche seitens der AK, den Anwalt zu erreichen, mehrfach telefonisch und zuletzt auch per Mail. Keine Rückmeldung. Und die Zeit läuft.....

Überlastetes Sozialamt

In der Zwischenzeit hat die AK auch das Sozialamt kontaktiert. Die Schreiben der Mieterin seien zwar eingegangen, aber aufgrund der Arbeitsüberlastung müsse auf die Beantwortung eines Schreibens mit einer acht-wöchigen Wartezeit gerechnet werden. Übrigens: Das Sozialamt hat sich dieser Tage bei der Mieterin schriftlich mit Informationen bezüglich Wohnungsgröße und Kosten gemeldet.

Mutter mit zwei Kindern droht in den nächsten Tagen die Obdachlosigkeit

Auf eine Reaktion des Anwalts wartet die AK aber immer noch. Klargestellt sei, dass die Vorgangsweise rein rechtlich korrekt sein mag, aber die menschliche Komponente ist doch fragwürdig. „Die AK will helfen und eine Lösung für die Frau mit ihren schulpflichtigen Kindern finden, doch der Anwalt meldet sich einfach nicht. Das ist ungeheuerlich und eines Anwaltes nicht würdig“, zeigt sich AK Präsident Erwin Zangerl über diese herzlose Vorgangsweise betroffen. Einer Mutter mit zwei minderjährigen Kindern droht in den nächsten Tagen die Obdachlosigkeit. Aber vielleicht passiert ja noch ein kleines Weihnachtswunder!
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