07.09.2014, 08:00 Uhr

Als Frau erfolgreich in "Männerbranche"

Wirtschaftsvertreter gratulierten: Reinhard Stadler (WKO), Karin Göweil(FidW), Ernst Wiesinger (Obmann Eisen- und Hartwarenhandels der Wirtschaftskammer), Ulrike Rabmer-Koller (WKO), Andrea Goldmann, Elisabeth Bierma (FidW), Franz Tauber (WKO) und Wolfgang Griesmann (Wirtschaftsbundobmann in Engerwitzdorf; v. l.).

Nach zehnjähriger Arbeit wurde Andrea Goldmann zur Unternehmerin des Monats September gewählt.

ENGERWITZDORF (dur). "Ich bin stolz, zur Unternehmerin des Monats gewählt worden zu sein. Es ist eine Bestätigung für mich, dass die Zeit und Energie, die ich in die Arbeit gesteckt habe, nicht umsonst war. Generell soll man Frauen mehr vertrauen, zumuten und sie einfach werkeln lassen", sagt Goldmann.
2004 hat sich Andrea Goldmann mit ihrer Firma Goldmann Pools & Wellness in Linz selbständig gemacht. Aus Platzgründen verlegte sie ihr Unternehmen 2010 auf einen alten Vierkanthof nach Engerwitzdorf neben der Autobahnabfahrt. Sie hat sich in der männderdominierten Branche durchgesetzt, beschäftigt fünf Mitarbeiter und hat über 700 Poolanlagen gebaut. Vom Schwimmbadbau, Überdachungen bis zur nötigen Technik bietet Goldmann mit ihrem Team alles an. Der Schwerpunkt im Verkauf liegt mittlerweile bei Pools aus Polypropylen mit Überlaufrinne.

Technikverständnis geerbt
Angefangen hat es bereits in der Kindheit. Goldmanns Vater war Architekt. Schon als Kind schaute sie ihm über die Schulter, zeichnete lieber Häuser als mit Puppen zu spielen. "Den technischen Verstand habe ich von meinem Vater geerbt. Ich kann überall mitreden, auch mit Architekten. Die Männer waren anfangs überrascht, dass ich zeichnen und dreidimensional denken kann", ist Goldmann stolz auf ihr Wissen. Nach der Pflichtschule machte sie zunächst eine Lehre als Bürokauffrau, besuchte später die Handelsakademie und absolvierte ein BMA-Studium. Danach war sie im Verkauf einer Firma für Schwimmbadbau tätig, leitete die Firma zwei Jahre. "Ich war mit der Qualität unzufrieden, da meine Einwände aber nicht beachtet wurden, habe ich mich selbständig gemacht", schildert Goldmann ihren Entschluss. Hohe Qualität der Produkte und eine gute Kundenbeziehung sind ihre Arbeitsgrundsätze, denn "die Kunden merken wenn man ehrlich zu ihnen ist", weiß die Geschäftsfrau.

Wenig Zeit für Familie
Viel Zeit bleibt neben der Arbeit nicht für Freizeit. Im Privaten kann sie auf die Unterstützung von ihrem Mann und den Großeltern rechnen. Trotzdem: "Als dreifache Mutter muss ich sehr effektiv und diszipliniert arbeiten. Meine Tage sind sehr lang, mehr als sechs Stunden schlafe ich nicht, damit ich alles schaffen kann", sagt Goldmann, die mit ihrer Familie in Altenberg lebt.
Derzeit hat Goldmann Kunden in vier Bundesländern Österreichs. Ihr Ziel für die Zukunft ist es, mit ihrem Unternehmen international tätig zu werden. "Ich möchte auch für meine Kinder etwas aufbauen. Wenn sie die Firma übernehmen möchten, freue ich mich. Deshalb achte ich auch sehr auf die Qualität, um als Firma nachhaltig zu bestehen", erzählt Goldmann über ihre Zukunftspläne.

Oberösterreich nutzt weibliches Potenzial
Andrea Goldmann ist eines der vielen positiven Beispiele von Frauen in Führungspositionen. In Oberösterreich werden aktuell fast 44 Prozent aller Unternehmen von Frauen geführt, bei den Neugründungen sind 47,6 Prozent Frauen. Die Wirtschaft braucht das Potenzial der Frauen.
Die Bedeutung ihrer Arbeit wird durch das Projekt "Unternehmerin des Monats" betont. Seit Jänner 2013 sind über 270 Nominierungen für Unternehmerinnen eingegangen. "Wir suchen innovative, außergewöhnliche Unternehmen sowie neugegründete Firmen, die sich positiv entwickeln. Uns ist auch wichtig, dass die Frauen Beruf und Familie vereinbaren können. Eine sechsköpfige Jury wählt aus den vielen Nominierungen monatlich eine Unternehmerin aus. Wir achten darauf, die ganze Palette an Branchen und Bezirken abzudecken", sagt Ulrike Rabmer-Koller, Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft und Vizepräsidentin der oberösterreichischen Wirtschaftskammer. "Unternehmerinnen müssen vor den Vorhang geholt werden. Frauen sind in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zurückhaltender als Männer, sie nominieren sich auch seltener selbst als Männer", so Rabmer-Koller.
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