"Hoamat-Portrait" Afritz am See
Er baut Brücken statt Grenzen
- Seit 13 Jahren steht Artur Kahlhofer an der Spitze des SV Afritz. Für ihn ist der Verein weit mehr als Fußball – er ist ein Ort der Gemeinschaft.
- Foto: MeinBezirk.at/Michaela Erlacher
- hochgeladen von Michaela Erlacher, BA
Eigentlich kommt Artur Kahlhofer von der Bühne. Theater, Kultur und Menschen waren lange seine Welt. Heute prägt der 62-Jährige als Obmann des SV Afritz seit 13 Jahren das Vereinsleben – und zeigt, dass Erfolg weit mehr ist als Siege am Fußballplatz.
AFRITZ AM SEE. Wer Artur Kahlhofer zuhört, merkt schnell: Er denkt gerne über das Leben nach. Geboren und aufgewachsen in Afritz am See zog es ihn als jungen Mann zunächst nach Wien. Dort arbeitete er viele Jahre als Masseur, studierte und sammelte Erfahrungen, die ihn bis heute prägen. "Erst wenn man einmal weg war, lernt man die Heimat richtig schätzen", sagt er. Die Offenheit der Großstadt habe ihm den Horizont erweitert – zurück nach Kärnten führte ihn schließlich der Wunsch, eine Familie zu gründen und den Kindern genau jene Lebensqualität zu bieten, die er selbst schätzt. Für ihn ist klar: "Hier lebt es sich gut."
Eigentlich ein Kulturmensch
Mit Fußball hatte Kahlhofer ursprünglich wenig zu tun. Seine große Leidenschaft galt dem Theater. Schon als Kind stand er auf der Bühne, später gründete er mit Freunden eine eigene Theatergruppe und beschäftigte sich intensiv mit Schauspiel und Sprechtechnik. Diese Erfahrungen halfen ihm später überraschend oft. Denn als 2013 der SV Afritz kurz vor dem Aus stand, übernahm er Verantwortung – nicht als Fußballfachmann, sondern als jemand, der Menschen begeistern und zusammenbringen kann.
Aus einem Verein wurde ein Wir
Als Kahlhofer den Obmannposten übernahm, steckte der Verein in einer schwierigen Situation. Finanziell angeschlagen und sportlich ohne Perspektive schien die Zukunft ungewiss. Heute präsentiert sich ein völlig anderes Bild. Gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen gelang es, den Verein neu aufzustellen. Sponsoren wurden gewonnen, Projekte gestartet und vor allem eines geschaffen: ein starkes Gemeinschaftsgefühl. "Wenn jeder seine Talente einbringt, sind wir unüberwindbar", sagt Kahlhofer. Genau dieses Miteinander sei der größte Erfolg der vergangenen Jahre – weit wichtiger als Tabellenplätze oder Meistertitel.
Menschen entwickeln statt nur Fußballer
Besonders am Herzen liegt ihm die Nachwuchsarbeit. Kinder sollen im Verein nicht nur Fußball spielen, sondern fürs Leben lernen. Workshops, gemeinsame Ausflüge und Persönlichkeitsentwicklung gehören deshalb ebenso dazu wie das Training. Sein Ziel ist es, jungen Menschen Mut zu machen. Mut, Neues auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und den eigenen Horizont zu erweitern. Deshalb sollen die Nachwuchsspielerinnen und -spieler künftig auch internationale Turniere besuchen und andere Kulturen kennenlernen. "Wir sind klein – und das ist gut so." Für ihn liegt die Stärke von Afritz nicht in der Größe, sondern im Zusammenhalt. Vereine seien Orte, an denen Menschen Verantwortung übernehmen, Freundschaften entstehen und Generationen miteinander wachsen. Vielleicht ist genau das das Geheimnis seines Erfolges: Er wollte nie nur einen Fußballverein führen. Er wollte einen Ort schaffen, an dem Menschen gerne zusammenkommen.
Zur Person
- Name: Artur Kahlhofer
- Alter: 62 Jahre
- Wohnort: Afritz am See
- Beruf: Masseur
- Seit 2013: Obmann des SV Afritz
- Leidenschaft: Theater, Vereinsleben und Persönlichkeitsentwicklung
- Lebensmotto: „Wenn jeder seine Talente einbringt, sind wir unüberwindbar.“
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