Lockdown – Tourismus
„Wir brauchen rasch die Rahmenbedingungen“

Die Wintersaison wurde in der Tourismusregion gut vorbereitet, Akzente gesetzt, am Foto (v.l.): Gerald Hartmann (Geopark Karawanken), Robert Karlhofer (Tourismusregion), Barbara Romen und Hubert Ramskogler (Petzen)
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  • Die Wintersaison wurde in der Tourismusregion gut vorbereitet, Akzente gesetzt, am Foto (v.l.): Gerald Hartmann (Geopark Karawanken), Robert Karlhofer (Tourismusregion), Barbara Romen und Hubert Ramskogler (Petzen)
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  • hochgeladen von Petra Lammer

Gastronomie und Tourismus bleiben weiter geschlossen. Stimmung und Ausblick in der Region.

BEZIRK VÖLKERMARKT. „Dass der Lockdown weiter verlängert wird, ist eine bittere Nachricht, denn die Vorbereitungen liefen sehr gut, in Anbetracht der Möglichkeiten“, sagt Robert Karlhofer, Geschäftsführer der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten. „Auch für die schwierige Wintersaison 2020/2021 wurden viele Ideen in der gesamten Region ins Leben gerufen – z.B. wurde erstmals ein Winterprogramm mit der Aktiv Card Südkärnten erarbeitet oder Geopark-Wintererlebniswanderungen konzipiert. Diese konnten und können nun leider nicht wie geplant durchgeführt werden.“

Ideenreichtum

Karlhofer hebt „Ideenreichtum und Innovationskraft“ der Unternehmer hervor: „Das zeigt, welches Potenzial unser Südkärnten hat. Die Petzen Bergbahnen leisten herausragende Arbeit. Betriebe wollten Teil der Lösung sein, nun heißt es weiter abwarten. Motivation und Geschäftssinn weiter am Leben halten – das ist schwer, aber gemeinsam schaffen wir diese Herausforderung.“

Qualität und Sicherheit

Als Schwerpunktthemen für 2021 nennt Karlhofer: „Die Qualität und Sicherheit ausbauen und stärken, die IT-Infrastruktur und Digitalisierung weiter voranbringen sowie Projekte mit Partnern und Gemeinden realisieren.“ Die Aktiv- und Erlebnisprogramme für Frühjahr und Sommer sind bereits in Ausarbeitung.

"Möglichst bald starten"

„Für die Betriebe, die in der Region im Winter geöffnet haben, ist die Situation extrem schlecht“, sagt Josef Petritsch, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Kärnten. „Unsere Intention ist es jetzt, dass wir so früh und schnell wie möglich in die Frühjahrssaison starten können.“

Buchungskriterium

Die Voraussetzung dafür: „Wir brauchen baldigst die genauen Rahmenbedingungen in puncto Testungen, Impfung und Kontrollen und welche Vorsichtsmaßnahmen vorzubereiten sind“, betont Petritsch. Im vergangenen Jahr konnte die Tourismussaison erst relativ spät gestartet werden, „aber sie hat sich durchaus positiv entwickelt, auch bis in den September und Oktober hinein“, so Petritsch weiter. „Wir hatten die Möglichkeit, uns als schöne und sichere Urlaubsdestination präsentieren zu können.“ Für den Spartenobmann und Touristiker wird die Sicherheit auch heuer ein Buchungskriterium für Urlaube sein: „Die Leute wollen raus, sie wollen Urlaub machen und ich kann mir vorstellen, dass wir die Region gut belegen können.“

Gastronomie

Stefan Sternad, Wirte-Sprecher in der Wirtschaftskammer Kärnten: „Der verlängerte Lockdown für die Gastronomie bedeutet, wenn jetzt die Hilfen nicht schnell ankommen beziehungsweise nachgebessert werden, wird es einige von uns nicht mehr geben. Ganz klar und deutlich, da brauchen wir nichts beschönigen."

Neustart und Chancen

Beim Blick voraus sieht Sternad – neben den extremen Herausforderungen – durchaus auch großes Potenzial: "Unabhängig dessen, dürfen wir trotzdem nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern müssen die Ärmel hochkrempeln und versuchen, falls es einen Neustart geben wird, diesen so gut wie möglich zu gestalten. Wir haben uns in Kärnten so gut positioniert, dass ich hoffe, in den nächsten Jahren in einer Pole-Position zu stecken; einen Restart im Tourismus machen zu können. Wenn man weiter vorausschaut – und ich glaube, dass Reisen sich neu definiert wird – dann kann das auch eine Chance sein. Die Ausfälle in den Langstreckenreisen ist für manche ein Problem, für uns kann es eine Chance sein: die Sommerfrische. Wir hoffen auch auf einen vorverlegten Saisonstart."

Entscheidungen treffen

Der Wirte-Sprecher fordert ebenfalls rasche und vor allem konkrete Informationen: "Wir erwarten uns jetzt auch eine klare Aussage, dass im Sommer Hochzeiten etc. wieder möglich sein werden. Mit Sicherheitsauflagen. Aber die Forderung ist ganz klar, weil die Entscheidungen, ob Hochzeiten stattfinden, jetzt getroffen werden."

Fokus auf Ostern

"Unser Fokus liegt auf Ostern", so Sternad weiter. "Auch wenn ich nicht davon abrücke, dass wir jederzeit bereit sind, aufzusperren. Wir hätten auch viele Antworten, Lösungen gehabt. Aber wir nehmen Entscheidungen zur Kenntnis. Ich bin nicht derjenige, der etwas nachjammert. Ich trete für eine Öffnung ein. De Entscheidung treffen andere."

Zeit bis März überstehen

Wirt Stefan Breznik vom Brauhaus Breznik in Bleiburg sagt: „Es ist eine sehr herausfordernde Zeit. Zum Glück funktioniert das Take-away. Alle unsere Mitarbeiter sind in Kurzarbeit.“ Froh ist Breznik, „dass wir unseren Betrieb in den letzten zehn Jahren fit gemacht haben. Das hilft uns jetzt, dass wir die Zeit bis März oder auch April überstehen werden können.“ Aber er sagt auch ganz deutlich: „Es wird immer enger. Bis September dürfte die Krise nicht dauern. Wir hoffen, dass wir möglichst bald in die Sommersaison starten können.“ Nicht nur für die Wirtefamilie selbst, sondern auch für ihre Mitarbeiter ist die Situation sehr herausfordernd: „Unsere Mitarbeiter brennen schon auf die Öffnung – sie wollen wieder arbeiten!“

"Durchbeißen und zusammenhalten"

„Die Gesundheit geht vor“, sagt Reinhold Hartl vom Gasthaus „Hartl – Zum Wirt“ in Neuhaus. „Wobei allerdings das geschäftliche Interesse natürlich dem wirtschaftlichen Überleben dient.“ Von Anfang an im Lockdown bietet Hartl immer sonntags Abholservice an: „Die Leute nehmen das zum Glück an und unterstützen uns damit." Nachdenklich macht den Wirt: „Es wundert mich immer wieder, dass gewisse Leute die Situation so auf die leichte Schulter nehmen – ich bin überzeugt, wenn alle zusammenhalten würden, wäre die Situation anders.“ Er appelliert: „Man muss den Lockdown ernst nehmen, das Virus ist gefährlich. Wir müssen das Monat noch durchbeißen und hoffen, dass die Zahlen hinunter- und die Impfrate nach oben geht!“

Jubiläum verschoben

2020 hätte der „Hartl-Stadl“, das bekannte Veranstaltungszentrum neben dem Gasthaus, das 30-Jahr-Jubiläum gefeiert: „Wir hatten ein tolles Programm geplant, das wir auf heuer verschoben haben. Jetzt hoffen wir natürlich, dass wir es durchführen und unser Jubiläum nachfeiern können“, so Hartl. Die Zeit im Lockdown nutzt die Familie Hartl verstärkt für die Arbeit in der Landwirtschaft und die Produktion hauseigener Spezialitäten: "In der Landwirtschaft geht die Arbeit nie aus", sagt Reinhard Hartl. Außerdem wird an einer neuen Homepage und Facebook-Seite des Gasthauses gearbeitet.

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