Diese 1.100 Beisitzer retten die Stichwahl

WAIDHOFEN/YBBSTAL. Während andere mit Familien feiern, Sonntagsausflüge machen oder einfach nur entspannen, sitzen sie in Schulklassen, Hinterzimmern von Gasthäusern und Gemeindestuben. Auch in der dritten Runde der Präsidentenwahl am 2. Oktober sind mehr als 1.100 Menschen als Beisitzer, Sprengel- und Gemeindewahlleiter in Amstetten und Waidhofen im Einsatz.

Früher Start im Ybbstal

Die BEZIRKSBLÄTTER haben einige der Wahlbeisitzer im Bezirk gesucht und mit ihnen gesprochen. Der Arbeitseinsatz beginnt dabei für die Wahlbehörden bereits vor dem Öffnen der (meisten) Wahllokale um 7 Uhr. "Im Vorfeld werden die Wahlbeisitzer angelobt", weiß der Grüne Gemeinderat Gottfried Lettner aus Ybbsitz, seit mehr als 20 Jahren ebenfalls in diesem Amt.

50 Ybbsitzer Beisitzer

Beisitzer seien in Ybbsitz nicht schwer zu besetzen. "Die meisten sind Gemeinderäte", fügt Lettner hinzu. "Vorbereitet wird hauptsächlich von der Verwaltung. Wir besprechen aber vorher alles durch und verschaffen uns einen Überblick", erklärt Nationalrat Andreas Hanger, ÖVP-Wahlbeisitzer in Ybbsitz. Hier sind etwa 50 Beisitzer pro Wahl im Einsatz.
Richtig ernst wird es nach Schließen der Türen – zwischen 12 und 15 Uhr. "Beim Auszählen der Stimmen sind alle Parteien anwesend, es wird alles protokolliert und sobald Einvernehmen hergestellt ist, von der Wahlkommission unterschrieben", fügt er hinzu. "Es gibt Unterweisungen für Beisitzer und alles wird akribisch festgehalten", weiß SPÖ-Vizebürgermeister Martin Reifecker, selbst Wahlbeisitzer in Waidhofen. Verschwörungstheorien sind deshalb für ihn unhaltbar.

Anwesend: Alle Parteien

"Wahlbeisitzer werden aufgrund des Wahlergebnisses bei der Nationalratswahl gestellt", erklärt Karl-Heinz Knoll, Obmann der FPÖ Waidhofen und selbst seit vielen Jahren Beisitzer. Wahlbeisitzer zu stellen, ist deshalb gar nicht für alle Parteien oder Bürgerinitativen möglich. "Verdienen" kann man sich für diesen Job bestenfalls ein Mittagessen im Wert von zwölf Euro. Warum Ybbstals Wahlbeisitzer trotzdem wieder ihren Einsatz leisten? "Weil es unsere Bürgerpflicht ist", sind sich die Wahlbeisitzer einig.

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