Mega-Projekt
Waidhofen/Ybbs wächst – Nachhaltiges Quartier entsteht am Bahnhof Areal
- Auf dem ehemaligen Bahnareal soll ein hochwertiges, nachhaltig ausgerichtetes Quartier in zentraler Lage und mit optimaler öffentlicher Anbindung entstehen.
- Foto: ÖBB/Beneder (Rendering)
- hochgeladen von Eva Dietl-Schuller
Mit einem städtebaulichen Vertrag wird die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers am Hauptbahnhof von Waidhofen an der Ybbs eingeleitet. Auf dem ehemaligen Bahnareal entsteht ein hochwertiges, nachhaltig ausgerichtetes Quartier in zentraler Lage und mit optimaler öffentlicher Anbindung.
WAIDHOFEN/YBBS. Mit der Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrags zwischen den ÖBB und der Stadt Waidhofen an der Ybbs wurde der entscheidende Startschuss für eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre gesetzt. Auf dem ehemaligen Areal der Ybbstalbahn entsteht ein neues, hochwertiges Stadtquartier – in unmittelbarer Bahnhofsnähe und nur rund einen Kilometer vom historischen Zentrum entfernt.
Der Standort verbindet ideale Mobilitätsvorteile mit einem starken Impuls für nachhaltige Stadtentwicklung. Mit der Entwicklung des ehemaligen Bahnareals schaffen die ÖBB Platz für ein neues Stadtquartier, das bestehende stadtnahe Potenziale nutzt, statt neue, unversiegelte Flächen zu verbrauchen.
Ein Areal mit Zukunftspotenzial
Nach der Einstellung des Schmalspurbahnbetriebs und der wesentlichen Redimensionierung des heutigen Citybahn-Bereichs wurde eine rund 6.000 m² große Fläche frei, die eine klar definierte, hervorragend an den öffentlichen Verkehr angebundene Entwicklungschance bietet. Vorgesehen ist eine Mischnutzung mit Büro- und Dienstleistungsflächen, Co-Working-Bereichen, Werkstätten und öffentlichen Nutzungen. Wohnraum in den Obergeschoßen ist ebenso denkbar wie ergänzende Angebote im Gesundheitsbereich.
Insgesamt umfasst das Projekt eine Bruttogeschoßfläche von rund 17.200 m². Die ÖBB werden die Fläche ab etwa 2027/2028 im Baurecht vergeben und gemeinsam mit dem künftigen Baurechtsnehmer weiterentwickeln.
„Mit diesem Projekt schaffen wir nicht nur Platz für ein neues Stadtquartier, sondern setzen ein starkes Zeichen für nachhaltige Stadtentwicklung. Die Nachnutzung bestehender Bahnflächen zeigt, wie Mobilität, Klimaschutz und urbane Qualität Hand in Hand gehen können“, sagt Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG.
Starke Mobilitätsvorteile und zentrale Lage
Der Standort überzeugt durch seine unmittelbare Lage am Bahnhof und die schnelle Verbindung zur Bezirkshauptstadt Amstetten sowie zur Weststrecke. Die Fahrzeit beträgt rund 24 Minuten und ist damit kürzer als mit dem Auto. Für die Stadtentwicklung ist das Projekt ein zentraler Baustein des gesamtstädtischen Masterplans „Stadtprojekt 2.0“, der eine umfassende städtebauliche Aufwertung des gesamten Bahnhofsareals vorsieht.
„Dass die ÖBB den Standort gemeinsam mit uns weiterentwickeln, ist ein starkes Signal. Waidhofen wird als guter Ort für nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte und als verlässlicher Partner wahrgenommen“, so Bürgermeister Werner Krammer.
Städtebaulicher Vertrag als Garant für Qualität
Ein wesentlicher Meilenstein wurde im Dezember mit dem Beschluss des städtebaulichen Vertrags erreicht. Er bildet die Grundlage für die Umwidmung und dient als zentrales Qualitätssicherungsinstrument. Der rund 40-seitige „Waidhofener Vertrag“ definiert einen verbindlichen Masterplan, die verpflichtende Errichtung eines Radschnellwegs über das Projektareal sowie die Durchführung eines Architekturwettbewerbs. Die Qualität der Ergebnisse wird durch einen Qualitätenkatalog, die gemeinsame Jury von Stadt und ÖBB sowie die Begleitung durch den Stadtbaubeirat abgesichert.
Zeitplan und Einbettung
Die im Dezember 2025 abgeschlossene Machbarkeitsstudie zeigt den optimalen Nutzungsmix, die bauliche Konzeption sowie die erforderlichen Freimachungsmaßnahmen auf. Im Frühjahr 2026 wird das Umwidmungsverfahren eingeleitet, dessen Abschluss für Herbst 2026 erwartet wird. Anschließend startet die öffentliche Ausschreibung der Entwicklungsfläche. Die bauliche Umsetzung des neuen Stadtquartiers ist ab dem Jahr 2030 realistisch.
Das Projekt ist Teil der österreichweiten Stadtentwicklungsstrategie der ÖBB. Neben Wien entstehen auch in Krems, Linz, Villach und Wiener Neustadt neue, nachhaltige Quartiere auf ehemaligen Bahnarealen. Mit dem Projekt in Waidhofen an der Ybbs setzen die ÖBB diese Entwicklung konsequent fort.
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