Gesundenuntersuchung am Männertag
Männer sind immer noch Vorsorgemuffel

WELS (ah). Mit dem Weltmännertag am 3. November soll das Bewusstsein von Männern für die Wichtigkeit von gesundheitlichen Belangen erweitert werden. Ziel des Tages ist laut seinem Schirmherren Michail Gorbatschow, dass Männer sich intensiv mit ihrer Gesundheit auseinandersetzen.

Ein wichtiges Anliegen, denn die Lebenserwartung von Männern ist im Durchschnitt um sieben Jahre geringer als jene von Frauen – und Männer nehmen im Gegensatz zu Frauen Vorsorgeuntersuchungen nicht so oft und regelmäßig wahr.

Vorsorgeuntersuchung in Österreich

Ab dem 18. Lebensjahr bietet die Vorsorgeuntersuchung allen Personen mit Wohnsitz in Österreich einmal jährlich ein umfangreiches Untersuchungsprogramm. So können chronische Erkrankungen bereits im Frühstadium erkannt und mögliche Risikofaktoren durch entsprechende Maßnahmen minimiert werden.

Ein Schwerpunkt der männlichen Vorsorgeuntersuchung liegt auf Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen und Problemen mit der Prostata. „Das Gesundheitsbewusstsein von Männern nimmt insgesamt zu, allerdings ist die urologische Vorsorge für den Mann bei weitem noch nicht so selbstverständlich wie der jährliche Besuch beim Gynäkologen für ihre Frauen“, weiß Urologe Harald Ornig, Facharzt am Klinikum Wels-Grieskirchen mit eigener Wahlarztordination im Kompetenzcenter Gesundheit St. Stephan.

Probleme mit der Prostata sind ein häufiger Grund für Männer für einen Besuch beim Urologen. „Neben der üblichen Prostatavorsorge zur Krebsfrüherkennung, kommen häufig gutartige Prostatavergrößerung und die damit verbundenen Probleme wie nächtlicher Toilettengänge, abgeschwächter Harnstrahl und Restharnbildung vor“, so Ornig.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ist wichtig

Er unterstreicht die Bedeutung regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen. Denn: „Frühzeitig erkannte Tumorerkrankungen sind in den meisten Fällen heilbar, an Niere und Harnblase auch organerhaltend“, erklärt der Mediziner. Gerade was die Frühdiagnose von Prostatakarzinomen anbelangt, ist Wels in einer privilegierten Situation. Einerseits wird in St. Stephan eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata einschließlich MRT-gezielter Prostatabiopsie auf hohem Niveau angeboten, andererseits bietet das Klinikum Wels-Grieskirchen eine in Österreich einzigartige roboterassisistierte Ultraschal-MRT-Fusionsbiopsie an.

„Auch die Komplettentfernung der Prostata hat dank stetiger Weiterentwicklung der minimalinvasiven Operationstechniken einen Großteil ihres Schreckens verloren. Insbesondere bei weniger fortgeschrittenen Tumoren können Erektionsfähigkeit und Kontinenz in einem hohen Maße erhalten werden“, sagt Ornig. Denn Errektionsprobleme oder Harninkontinenz ist ein weiteres wichtiges Thema in der Männergesundheit.

Zwar wird die Hemmschwelle, damit einen Arzt aufzusuchen, geringer – „das starke Geschlecht scheut sich aber nach wie vor über diese Themen zu sprechen“, so der Urologe. Dabei gibt es für diese Probleme sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. „Wichtig ist dabei nicht nur die Fachkompetenz des Arztes, sondern auch der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses – und das braucht Zeit. Häufig werden diese Themen auch erst beim zweiten oder dritten Kontakt angesprochen“, weiß Ornig.

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