Autorin Marianne Glössl
„Wir haben eine Fee unter dem Bett gesucht“

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Um ihrer kleinen Schwester zum Geburtstag eine Freude zu bereiten, entwarf die Bautechnikerin Marianne Glössl (26) für sie eine eigene Geschichte. Dadurch inspiriert entstand nun ihr erstes Kinderbuch „Frühlingszauber im Feenland“.

WELS-LAND. „Ich bin jeden Tag nach der Schule mit einem kleinen weißen Klappsessel für Kinder vor der Baustelle meiner Eltern gesessen und habe zugeschaut“, erinnert sich Marianne Glössl, die in Berneck an der Mur in der Steiermark aufgewachsen ist. Beruflich ist sie Bautechnikerin und die Leidenschaft für ihren Beruf entflammte damals, als ihre Eltern begonnen hatten ein Haus zubauen: „Schon da hab ich immer erzählt: Ich werde einmal Architektin.“ Sie folgte ihrem Traum, besuchte die HTL für Hochbau in Graz und maturierte dort 2014. Ihr beruflicher Weg führte sie dann nach Linz, wo sie nun als Bautechnikerin bei der Bauaufsicht arbeitet. Heute lebt die 26-Jährige in Weißkirchen an der Traun und hat vor Kurzem ihr erstes Kinderbuch „Frühlingszauber im Feenland“ veröffentlicht. 

Kleine Häuser hinter den Wolken

Kinderbuchautorin zu werden, sei nie ihr Plan gewesen, doch sie wollte ihrer kleinen Stiefschwester Franziska (vier Jahre) „etwas Cooles zum Geburtstag schenken.“ So kreierte sie für diese eine ganz eigene Geschichte und zeichnete die Bilder dazu: Inspiriert wurde sie dabei von ihren Tagträumen und Fantasie: „Ich hab gerade zu Schulzeiten immer meinen Tagträumen nachgehangen. Dabei bin ich immer in meine eigene kleine Welt abgetaucht“, erzählt die 26-Jährige. Als kleines Mädchen habe sie sich vorgestellt, dass hinter den Wolken kleine Häuser existieren, in denen jemand wohnen würde. Das Projekt dauerte drei Wochen. Da die Begeisterungen ihrer Familie laut Marianne groß gewesen sei, schickte sie die Geschichte an den Herramhof Verlag. 

Feenstaub gegen Schmerzen

Für die tatsächliche Veröffentlichung entwarf die Kinderbuchautorin jedoch eine ganz neue Geschichte, deren Idee ihr letztes Jahr, während der Corona-Pandemie, gekommen sei: „Frühlingszauber im Feenland“. Zum Inhalt: Es herrscht noch immer Winter im Feenland, obwohl es längst Frühling sein sollte. Die beiden Freundinnen Liz und Lucy wundern sich, ob die Wald- und Blumenfee ihre Aufgaben vergessen hätten. Gemeinsam wollen sie herausfinden, was passiert ist und dabei helfen, den Frühling zurückzubringen.

Die Inspiration dazu fand sie bei ihrer Stiefmutter Sandra Glössl: „Wenn sich meine kleine Schwester verletzt hat, hat sie immer gleich angefangen zu bitzeln“, erinnert sich Glössl und fügt hinzu: „Und meine Stiefmutter hat dann immer in ihre Tasche hineingegriffen und gefragt: Welche Farbe magst du? Ich hab Feenstaub eingesteckt, da ist der Schmerz gleich weg.“ Danach habe ihre Stiefmutter dann immer etwas Feenstaub über das schmerzende Knie oder die Hand gestreut: „Das habe ich so lieb gefunden. Da ist mir dann die Idee dazu gekommen.“

Neues Buch in Arbeit

Das Kinderbuch habe laut Glössl auch großen Anklang bei Franziska gefunden. Nachdem ihre Stiefmutter dieser vorgelesen hatte, rief sie die frischgebackene Autorin an und sagte: „Jetzt haben wir fünf Minuten lang eine kleine Fee unter dem Bett gesucht, weil sie so aufgeregt war.” Die Bautechnikerin kann sich aber auch in Zukunft vorstellen, weiterhin Bücher zu veröffentlichen. Bereits jetzt arbeite sie schon an einer neuen Geschichte und habe bereits drei Seiten dafür gezeichnet.

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