Weihnachten und Silvester
"Abends hinterlässt das Christkind ein Geschenkemeer"

Am 24. Dezember macht Familie Santner ihren traditionellen Spaziergang um den Almsee.
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  • Am 24. Dezember macht Familie Santner ihren traditionellen Spaziergang um den Almsee.
  • Foto: Christoph Santner
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Es soll nur noch wenig Zeit vergehen bis sowohl der Weihnachtsabend als auch die Silvesternacht vor der Türe stehen. Wir haben uns erkundigt, wie namhafte Welser diese beiden Feste feiern.

WELS (mef). "Unser Weihnachtsfest ist sehr speziell, da unser erster Sohn am 24.12. 2012 das Licht der Welt erblickte", sagt Christoph Hippmann von der gleichnamigen Tanzschule. So beginne der Tag "mit einem Luftballonmeer und einer Geburtstagstorte für Benjamin. Anschließend machen wir uns auf in die Kindermette. Abends kommt dann das Christkind und hinterlässt ein Geschenkemeer." Speziell sind auch die Bräuche, die am Weihnachtsabend im Hause Hippmann gelebt werden. "Wie in zahlreichen Familien wird auch bei uns viel gesungen. Das Besondere ist, dass bei uns mitunter unterhaltsame tiroler Weihnachtslieder auf dem Programm stehen." Der Hintergrund: "Mein Vater stammt aus jenem Bundesland." Einen großen kulinarischen Einfluss auf das Fest hat Hippmanns Mutter. "Aufgrund ihrer Wurzeln in der italienischen Schweiz findet am Weihnachtsabend unser traditionelles Lasagneessen statt."

Besonderen Wert legt Hippmann am Weihnachtsabend auf "Besinnlichkeit, Zufriedenheit und Dankbarkeit". "Es geht bei uns nicht nur um die Geschenke. Für mich ist es wichtig, die Zeit mit meiner Familie zu nutzen und mir für sie Zeit zu nehmen." Aufgrund dessen arbeite er an diesem Tag keine Minute. "Ich schreibe zum Beispiel keine einzige SMS. Das ganze Haus wurde zur handyfreien Zone erklärt." Am 25. und 26. Dezember finde dann die "große Reise zu den Verwandten" statt. "Den Abend verbringen meine Frau, Kinder und ich dann wieder gemütlich zu Hause." Wenn das Wetter mitspiele, "gehen wir während der Weihnachtsfeiertage auch Skifahren."

Silvester verbringt Familie Hippmann zu Hause in Gunskirchen. "Wir waren das ganze Jahr über viel unterwegs. Daher tut es gut, zu Hause zu sein. Wir feiern den Jahreswechsel daher in der Nachbarschaft."

Übrigens steht unter Umständen ein Silvesterball zum Jahreswechsel 2020/2021 in der neuen Tanzschule an. "Mit der Übersiedlung vom Kaiser-Josef-Platz ins Gerstl-Haus in der Pollheimer Straße 7 hatten wir alle Hände voll zu tun. 2020 könnte diese Idee jedoch realisiert werden", sagt Hippmann.

Weihnachtlicher Spaziergang

Ähnlich ruhig und besinnlich wird Weihnachten bei Familie Santner gefeiert. "Am 24. Dezember mache ich gemeinsam mit meiner Familie einen Spaziergang um den Almsee. Dieser hat bei uns Tradition. Abends kocht meine Mutter etwas zu essen, anschließend findet die Bescherung statt", sagt Christoph Santner. Gemeinsam mit seiner Frau Bettina und seiner Schwester führt der 34-Jährige die gleichnamige Welser Tanzschule. Im Vergleich zu seiner Jugend hat sich die Bescherung kaum verändert: "Anstelle meines Vaters bin es nun ich, der das Glöckchen läutet. Dank meiner kleinen Tochter Amelie habe ich jedoch mittlerweile einen ganz anderen Bezug zum Fest, da ich mich dank ihr wieder in meine Kindheit zurückversetzten kann."

Den Jahreswechsel verbringen die Santners dieses Jahr zu Hause. "Im Vorjahr haben wir Silvester in London gefeiert. Da diese Saison jedoch sehr angstrengend war und 2020 mindestens genau so startet – unter anderem findet im Februar der Opernball statt –, bleiben wir heuer daheim und machen es uns gemütlich." 

Usus seit 45 Jahren

Der Welser Gastronom Wolfgang Jägerer betreibt das Innenstadtlokal In's Haas – zelebriert Weihnachten und Silvester in der Arbeit. "Während andere Leute feiern, wird in der Gastronomie eben gearbeitet. Bei mir ist das seit 45 Jahren Usus. Diese feierlichen Anläße haben in meinem Leben einen weniger großen Stellenwert", sagt Jäger.

"Ich spiele ab 27. November 30 Sound-of-Christmas-Veranstaltungen. Daher verläuft mein Weihnachtsfest ruhig, chillig und möglichst ohne Weihnachtslieder", sagt Markus Richter, Veranstalter von "The Sound of Christmas" sowie Intendant des Theater 82Haus in Gablitz.
Spezielle Riten während der Feierlichkeiten habe er nicht: "Das Fest an sich wie auch das Essen an jenem Abend sind jedes Jahr anders." Besonderen Wert legt der in Wels Wohnhafte auf das gemütliche Zusammensein im Kreise seiner Familie sowie darauf, "zu viel zu Essen." Silvester verbringt Richter mit Freunden in Tirol.

Skifahren, Bratkartoffeln und Wein

"Den Heiligen Abend feiern wir immer bei uns im Haus in Wels", sagt der Welser Triathlet und Sportcoach Gerald Will. Während seine Frau Kerstin nachmittags den Christbaum aufputzt, gehen Will und seine beiden Töchter Franziska, 11 Jahre, und Helene, acht Jahre, "jetzt kommts: in den Turnsaal des Brucknergymnasiums und machen dort eine Sportstunde zu dritt." Den Turnsaal ganz für sich alleine zu haben sei "für die Mädels das absolute Highlight." Im Anschluss daran macht sich Familie Will auf in den Kindergottesdienst. "Am Abend kommen dann alle Verwandten zu uns", sagt der Sportler. Zu essen gebe es, ganz klassisch, "Bratwürstel mit Bratkartoffeln und die eine oder andere Flasche guten Rotwein."

In Belang auf die Geschenkve versucht sich Familie Will "keinen allzu großen Stress zu machen. Meine Frau Kerstin und ich haben da quasi einen 'Nichtangriffspakt' geschlossen. Wir beschenken uns lieber unterm Jahr mit Sinnvollem. Unsere beiden Töchter bekommen Spielsachen, Skiausrüstung und Bücher. Franziska und Helene sind leidenschaftliche Skifahrerinnen und ziemliche Leseratten."

Zum Jahreswechsel "werden aus sportlicher Sicht die Rollen getauscht. Meine beiden Töchter  starten bei den Nachwuchsbewerben beim Silvesterlauf in Wels und ich schlüpfe in die Zuseherrolle. Danach fahren wir nach Saalbach-Hinterglemm und gehen am Abend Flutlichtskifahren. Das hat ein ganz besonderes Flair, da kaum jemand auf der Piste ist." Silvester selbst zelebriert Familie wIll im engsten Familienkreis in Saalbach, gefolgt von einer "sehr entspannten" Skiwoche.

"Mit Traditionen soll man nicht brechen"

Auf traditionelle Art und Weise feiert der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) Weihnachten. "Ich feiere Weihnachten mit meiner Familie, Schwester und deren sechs Kinder. Wir treffen uns alle bereits am frühen Nachmittag bei einem Glas Punsch, dann wird gesungen und anschließend die Bescherung gefeiert. Wir gehen in die Kirche und zum Abschluss gibt es Bratwürstel mit Sauerkraut", sagt Rabl. Seine anderen drei Geschwister sowie seine Eltern trifft der Welser Bürgermeister "in den folgenden Weihnachtstagen."

Was Rabels Riten zu Weihnachten betrifft, so ist Rabl ein "wahnsinniger Fan von Traditionen. Ich schreibe ich mit meiner kleinen Tochter einen Brief ans Christkind. Das habe ich selbst als Kind wahnsinnig spannend gefunden. Die Aufregung, wenn der Brief plötzlich weg ist, war immer sehr groß und die Überraschung, dass die richtigen Geschenke unter dem Baum liegen riesig." Im Advent bastelt Familie Rabl zudem Strohsterne. Besonderen Wert legt er darauf "mit meiner Familie zusammen zu sein. Alles andere ist schönes Beiwerk. In Frieden zusammen zu sein und Zeit zu haben, ist das wahre Glück." Aus kulinarischer Sicht "essen wir jedes Jahr Bratwürstel mit Sauerkraut. Auch hier gilt: Mit Traditionen soll man nicht brechen."

Zu Silvester verbringt Familie Rabl einen "eher ruhigen Tag. Wir genießen meist ein gutes Essen und stoßen zu Mitternacht mit Sekt an." Zudem sei der "Silvesterwalzer mit meiner Frau bei meiner Schwester Pflicht." Zudem werden kleine Glücksbringer verschenkt.

Am 24. Dezember macht Familie Santner ihren traditionellen Spaziergang um den Almsee.
Familie Will plant auch heuer wieder einen Skiurlaub.

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