Antifa Wels
Vier Verdiente mit Elfriede-Grünberg-Preis 2023 geehrt
- V. l.: Laurien Scheinecker und Werner Retzl mit den Preisträgern Elisabeth Schmidauer, Josef Knasmüller, Johannes Reitter, Christian Stöbich und dem Ehepaar Scharsach.
- Foto: Antifa Wels
- hochgeladen von Anna Kirschner
Bereits zum 24. Mal wurden heuer im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Welser Antifa vier verdiente Persönlichkeiten mit dem Elfriede-Grünberg-Preis ausgezeichnet.
WELS. Mit großer Freude nahmen ORF-OÖ-Journalist und Autor Johannes Reitter, der Doyen des antifaschistischen Journalismus in Österreich und Bestseller-Autor Hans-Henning Scharsach, die Historikerin und Autorin Elisabeth Schmidauer und das Gründungsmitglied der Welser Antifa, „Urgestein“ Josef Knasmüller, die diesjährigen Auszeichnungen entgegen. Das Vorstandsteam um Antifa-Vorsitzenden Werner Retzl berichtete im gut besuchten Hofsaal des Bildungshauses Schloss Puchberg über die vielfältigen Aktivitäten des abgelaufenen Vereinsjahres. 75 Vereinsmitglieder und Gäste feierten die Preisträger sowie die Erfolgsbilanz der Initiative gegen Faschismus.
Der Preis
Der von der Antifa-Initiative im Jahr 2000 gestiftete Elfriede Grünberg-Preis wird alljährlich im Rahmen der Vereinsversammlung an engagierte Persönlichkeiten verliehen, die aufgrund ihres Einsatzes gegen Rassismus und Rechtsextremismus sowie für Menschenrechte und Integration Herausragendes geleistet haben.
Die Preisträger
Johannes Reitter wurde sowohl für sein Buchprojekt „Ein Mantel des Schweigens“ zum Umgang mit der NS-Geschichte in Opfer- und Täterfamilien als auch für seine journalistische Tätigkeit, vor allem seine qualitätsvolle Berichterstattung über Nationalsozialismus und aktuellem Rechtsextremismus, gewürdigt.
Hans-Henning Scharsach, politischer Sachbuchautor mit Bestsellern wie „Haiders Kampf“ (1992), „Haiders Clan“ (1995), „Europas Populisten“ (2002), „Strache im braunen Sumpf“ (2012) und „Stille Machtergreifung“ (2017), gilt als fundiertester Kritiker der FPÖ und ihres Umfelds. Der 80-jährige ehemalige stellvertretende „News“-Chefredakteur ist gerne gesehener Gast in Wels und langjähriger Unterstützer der Welser Antifa.
Elisabeth Schmidauer, Historikerin und Germanistin, wurde für die Recherchen zum SS-Massenmörder Ferdinand Sammern-Frankenegg, der aus ihrer Heimatgemeinde Peuerbach stammt, sowie für ihren Roman „Fanzi“ ausgezeichnet. In „Fanzi“ stellt sie vor dem Hintergrund der NS-Verbrechen in der Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart – heute psychiatrische Uni-Klinik des Kepler-Klinikums Linz – die Familiengeschichte von Opfern und ihren Umgang mit Traumata und Schuldgefühlen dar.
Josef Knasmüller, 90-jähriges „Urgestein“ der Welser Antifa, wurde für sein Lebenswerk im Kampf gegen Rechtsextremismus und sein langjähriges Engagement als Betriebsrat ausgezeichnet.
Zur Namensgeberin Elfriede Grünberg
Elfriede Grünberg, geboren am 1. April 1929 in Wels, ist das jüngste Holocaust-Opfer aus Wels. Sie wurde im Alter von dreizehn Jahren von den Nationalsozialisten nach Weißrussland deportiert und am 15. Juni 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinec ermordet.
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