Kraftwerk Sellrain/Fotsch
Dornauer: "Ein Meilenstein für Sellrain"

Bgm. Georg Dornauer mit den Plänen zum Kraftwerk, dessen Bau noch heuer beginnen soll.
  • Bgm. Georg Dornauer mit den Plänen zum Kraftwerk, dessen Bau noch heuer beginnen soll.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Manfred Hassl

Die Zielsetzung für ein Kraftwerk Sellrain/Fotsch war bereits im Jahr 2006 bei der Gründung einer Gesellschaft klar: Ein Beitrag zur Energiewende durch eigene Stromerzeugung sowie mehr finanzielle Unabhängigkeit für die Gemeinde mittels Einnahmen aus dem eigenen Kleinkraftwerk.

Das Vorhaben stand bereits seit vielen Jahren im Raum: Die Gemeinde Sellrain wollte selbst Strom produzieren und diesen dann auch verkaufen. Ein Erfolg war dem Projekt aber lange Zeit nicht beschieden. Aufbauend auf den eingereichten Projektplänen ist es den damaligen Verantwortlichen, trotz enormer Bemühungen, nicht gelungen, die von den Behörden vorgegebenen Hürden zu nehmen, sprich die beiden positiven Bescheide (Wasserrecht und Naturschutz) zu erwirken. „Kurz gesagt: Die zuständige Abteilung Umwelt hat beschieden, dass entlang der benötigten Fließwasserstrecke kein Kraftwerk entstehen kann“, berichtet Bürgermeister Georg Dornauer über die Geschehnisse vor seiner Amtszeit.

Erste Wende

Im Jahr 2013 war Georg Dornauer als Vizebürgermeister im Amt und wurde zum Geschäftsführer der Gesellschaft bestellt. „Ich habe zuerst begonnen, Verhandlungen mit dem privaten Gesellschafter zu führen, um das Projekt auf neue Beine zu stellen. Mein Ziel war es, die Gesellschaft zu 100 % in das Eigentum der Gemeinde Sellrain zu bringen. Das war ein strategisch wichtiger Schritt, um das öffentliche Interesse gegenüber der Behörde deutlich zu machen.“

Bescheid bekämpft

Dornauer bemühte hinsichtlich des negativen naturschutzrechtlichen Bescheides den Verwaltungsgerichtshof in Wien. Wenn es auch bis zum Jahr 2018 dauerte, so war es dennoch ein durchschlagender Erfolg, dass der Bescheid aufgehoben wurde: „Der Verwaltungsgerichtshof hat sich unserer Auffassung angeschlossen“, so Dornauer. „Kleinkraftwerke leisten sehr wohl einen wertvollen Beitrag zur Energiewende und stehen selbstverständlich im öffentlichen Interesse.“

Zusammenarbeit

Bürgermeister Dornauer setzte in weiterer Folge in seiner Funktion als Geschäftsführer nicht auf Konfrontation, sondern auf gute Zusammenarbeit mit den Behörden, deren Vorgaben auf Punkt und Beistrich umgesetzt wurden. Im Dezember 2020 wurde die konsequente und beharrliche Arbeit dann belohnt: „Zwei Pakete waren sozusagen unter dem Sellrainer Weihnachtsbaum – der positive Wasserrechtsbescheid und der positive naturschutzrechtliche Bescheid! In der Vorwoche sind beide Bescheide in Rechtskraft erwachsen. Es gab keinerlei Einsprüche mehr – auch das ist ein Erfolg unserer Bemühungen." Dornauer bedankt sich auch beim Sellrainer Gemeinderat, der ihm damals das Vertrauen als Geschäftsführer entgegengebracht hat und auch die entstandenen Projektkosten immer zur Verfügung gestellt hat: „Es ist ein schöner Abschluss unserer gemeinsamen Bemühungen.“

Weiterer Fahrplan

Für Ortskundige gibt es eine kleine Beschreibung: Vom Parkplatz Eisbrücke weiter taleinwärts wird das Krafthaus entstehen. Georg Dornauer: „Ich habe auch gegenüber der Behörde deutlich gemacht, dass hier kein hässlicher Betonklotz entstehen wird, sondern das Gebäude perfekt und dezent unserer schönen Naturlandschaft angepasst wird. Wir werden neue Maßstäbe in Sachen naturnaher Energiegewinnung setzen.“ Die erste bauliche Maßnahme, die voraussichtlich noch heuer angegangen werden soll, ist die Errichtung der Wasserfassung. Die Druckrohrleitung zum Krafthaus wird unterirdisch entlang des bestehenden Forstweges geführt. Die Einspeisung erfolgt beim Transformatorhaus in Sellrain.

Kostenfaktor

Das Finanzvolumen beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro, berichtet Georg Dornauer. „14 Prozent werden über die Covid-Investitionsförderung lukriert, weitere Fördermöglichkeiten ausgeschöpft. Der Rest erfolgt durch Fremdfinanzierung. Bei den derzeitigen Stromtarifen rechnen wir mit einem Jahresumsatz von rund 400.000 Euro, wodurch sich das Kraftwerk nach cirka zwölf Jahren amortisiert haben sollte. Mehr finanzielle Unabhängigkeit durch saubere Energiegewinnung ist ein Ziel, das wir nun erreichen können. Es ist ein weiterer Meilenstein in unserer Gemeinde!“

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