25.09.2016, 11:00 Uhr

Axamer Wampeler als "Kulturerbe"

Der raueste Brauch der Fasnacht: Hier wird deutlich, dass die Akteure keineswegs zimperlich zur Sache gehen!

Der Axamer Fasnachtsbrauch wurde vor kurzem zum "Immateriellen Kulturerbe in Österreich" erhoben!

Nein – es ist noch nicht Fasnacht, aber die Axamer Wampeler sind in aller Munde! Grund: Das Wampelerreiten wurde zum "Immateriellen Kulturerbe in Österreich" in der Kategorie "Gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste" erhoben und zählt somit zur nationalen Unesco-Liste der historisch bedeutsamen Brauchtümer.
Fasnachts-Obmann Daniel Klotz: "Das sind natürlich großartige Nachrichten, die uns allen viel Freude bereiten. Wir haben den Antrag auf Aufnahme gestellt und waren damit erfolgreich!"

Hintergrund

Die Erstellung eines Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes in Österreich sowie seine stete Aktualisierung sind Verpflichtungen, die Österreich mit der Ratifizierung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes im Jahr 2009 eingegangen ist. Damit eine möglichst breite Beteiligung der TraditionsträgerInnen am Prozess der Erstellung gewährleistet werden kann, sind diese selbst aufgefordert, Anträge zur Aufnahme zu verfassen und an die Österreichische UNESCO-Kommission zu senden. Mittlerweile zählt das Österreichische Verzeichnis 90 Eintragungen, davon sind 38 aus der bereits erwähnten Kategorie, in die auch das Wampelerreiten eingereiht wurde.

Fixer Fasnachtsbestandteil

Das Wampelerreiten ist fixer Bestandteil des Faschingsgeschehens in Axams und wird jährlich am sogenannten ‚Unsinnigen Donnerstag‘ vor dem Faschingssonntag durchgeführt. Im Vordergrund stehen die namensgebenden Wampeler - junge Burschen und Männer, die ein weites, weißes Leinenhemden tragen, das mit Heu prall ausgestopft wird. Dadurch erhalten die Wampeler ihre „Wampe“, womit umgangssprachlich ein dicker Bauch bezeichnet wird. Mit einem roten, kurzen Rock über der Hose und einem breiten Ledergürtel sowie mit einem kurzen Holzstock ausgestattet ziehen die Wampeler in gebückter Haltung durch den Ort. Ihre Gegenspieler sind die „Reiter“, die versuchen, die Wampeler umzustoßen und auf den Rücken zu legen, um deren weißes Hemd zu beschmutzen. Der Stock hilft den Wampelern, das Gleichgewicht zu halten sowie unfaire Angriffe von vorne abzuwehren. Nach mehreren Runden durch den Ort wird am Abend beim Dorfwirt der beste Wampeler mit dem saubersten Rücken gekürt. Begleitet wird das Axamer Wampelerreiten von sogenannten ‚Banden‘, die während der Fastnacht verkleidet von Gasthaus zu Gasthaus ziehen, um zu musizieren, zu tanzen und Dorfbegebenheiten zu persiflieren.
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