Gemeinschaft im Dorf
Ein neues Zuhause für die Jungbauern Völs
- Anfang August feierten die Völser Jungbauern die Einweihung ihres neuen Vereinslokals.
- Foto: JB/LJ Völs
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Die Jungbauern Völs haben ein neues Vereinsheim bezogen. Hinter dem Umzug steckt nicht nur viel Eigenleistung, sondern auch eine Geschichte darüber, wie Vereinsleben, Dorfgemeinschaft und große Bauprojekte in einer Gemeinde zusammenhängen.
VÖLS. Wenn in einer Gemeinde gebaut wird, betrifft das oft mehr Menschen als gedacht. Die geplante Sanierung der Volksschule Völs bedeutete nicht nur Veränderungen für Kinder, Eltern und Lehrpersonen. Sie setzte auch eine Kette von Ereignissen in Gang, an deren Ende die Jungbauern Völs nun ein neues Vereinslokal in der Dorfstraße 37 bezogen haben.
Anfang August wurde das neue Zuhause des Vereins feierlich eröffnet. Rund 40 Gäste, darunter Mitglieder, Freundinnen und Freunde des Vereins, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindepolitik, blickten dabei auf eine intensive Zeit zurück. Denn bis aus einer ehemaligen Wohnung ein Vereinslokal wurde, waren viele Stunden Arbeit und einige organisatorische Hürden zu bewältigen.
- Gemeinsam mit Vereinsmitgliedern und Unterstützern wurde das neue Vereinslokal eingeweiht.
- Foto: JB/LJ Völs
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Von einer Lösung zur nächsten
Ursprünglich waren die Jungbauern im ehemaligen Vereinshaus untergebracht. Als die Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung der Schulkinder benötigt wurden, musste der Verein ausziehen. Eine Lösung fand sich damals im alten Feuerwehrhaus. Dort war jedoch allen Beteiligten klar, dass es sich nur um einen vorübergehenden Standort handeln würde.
Mit den Plänen für die Sanierung der Volksschule rückte schließlich das Ende dieser Übergangslösung näher. Als im März feststand, dass das Projekt umgesetzt wird und damit auch die bisherigen Vereinsräume wegfallen würden, begann die Suche nach einer neuen Heimat.
Nach verschiedenen bürokratischen Schritten stand im April fest: Die Jungbauern dürfen in eine ehemalige Wohnung in der Dorfstraße 37 einziehen. Von diesem Zeitpunkt an wurde mit Hochdruck gearbeitet, damit die neuen Räume möglichst rasch genutzt werden können.
- Die Neue Küche und Bar sind wohl das Highlight des Lokals.
- Foto: JB/LJ Völs
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Mit viel Herzblut zur Basis
Aus einer Wohnung einen Treffpunkt für junge Menschen zu machen, erforderte umfangreiche Arbeiten. Dabei legten die Jungbauern selbst Hand an. Stromkabel wurden verlegt, ein neuer Boden eingebaut und zahlreiche weitere Arbeiten in Eigenregie durchgeführt.
„Das ist das Gute an den Jungbauern. Da wir so viele sind, decken wir auch viele Branchen ab und können so einiges zu Wege bringen“
, heißt es aus den Reihen des Vereins.
- Auch das Bödenverlegen wurde von den Mitgliedern selbst übernommen.
- Foto: JB/LJ Völs
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Gleichzeitig wurde darauf geachtet, möglichst nachhaltig und kostensparend zu arbeiten. So stammt die Küche etwa aus dem ehemaligen Feuerwehrkindergarten und wurde vor den Abrissarbeiten gerettet. Andere Möbelstücke fanden aus der Umgebung den Weg in die neuen Räumlichkeiten. Die Sitzbank ist nur eines von mehreren Beispielen dafür.
Unterstützung erhielten die Jungbauern während der gesamten Übersiedlung von der Gemeinde. Beim Umbau selbst und beim Schleppen der Einrichtung packten die Vereinsmitglieder aber ebenfalls selbst tatkräftig mit an.
- In den Umbau wurde sehr viel Energie gesteckt.
- Foto: JB/LJ Völs
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Vereine runter einem Dach
Mit dem neuen Standort haben die Jungbauern nicht nur mehr Platz, sondern auch ein Umfeld, das gut zum Vereinsleben passt. Im selben Gebäude ist bereits die Faschingsgilde untergebracht. Das erleichtert den Austausch zwischen den Vereinen und bietet Möglichkeiten für gegenseitige Unterstützung bei Veranstaltungen.
Dass sich in dem Gebäude nur Vereine befinden, bringt außerdem den Vorteil, dass Treffen oder Feiern stattfinden können, ohne dass sich direkte Nachbarschaften gestört fühlen müssen.
Das neue Lokal soll künftig als Basis für die Vereinsarbeit dienen. Fixe Öffnungszeiten gibt es nicht. Stattdessen wird der Raum für Ausschusssitzungen, spontane Treffen, Vorbereitungen von Veranstaltungen und gemeinsame Abende genutzt.
Mehr als Feste und Bälle
Mit dem neuen Vereinslokal möchten die Jungbauern auch zeigen, wofür der Verein tatsächlich steht. Denn das Bild, dass Jungbauern vor allem Feste organisieren und gemeinsam feiern, greift nach Ansicht der Mitglieder zu kurz.
Der Verein steht allen jungen Menschen zwischen 16 und 36 Jahren offen. Landwirtin oder Landwirt muss man dafür nicht sein. Im Mittelpunkt stehen Gemeinschaft, Freundschaften und die Möglichkeit, im Dorf und der Dorfgemeinschaft Anschluss zu finden.
Die Jungbauern beteiligen sich deshalb regelmäßig an zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen in Völs. Ob beim Erntedankfest, bei Prozessionen, am Christkindlmarkt, beim Lebenshilfe-Ball oder als Nikolaus im Kindergarten: Überall dort, wo Hilfe gebraucht wird, bringen sich die Mitglieder ein.
- Die Jungbauern Völs sind überall dort wo Dorfgemeinschaft gelebt wird.
- Foto: JB/LJ Völs
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„Wir wollen die Jugend gemeinsam genießen“, beschreibt der Verein seine Philosophie. Zusammenhalt, Verlässlichkeit, Motivation und Teamgeist sollen dabei ebenso vermittelt werden wie das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Die Kontakte reichen dabei über die Dorfgrenzen hinaus. Die Jungbauern Völs pflegen den Austausch mit Vereinen aus dem Gebiet Kematen und Umgebung sowie mit ihren Partnerinnen und Partnern im Südtiroler Völs am Schlern. Dort besuchen die Mitglieder jedes Jahr im März den traditionellen Lederhosenball. Auch in Völs selbst gehört ein Ball zum fixen Programm. Der nächste Jungbauernball findet am 2. Jänner 2027 statt.
Dass die Jungbauern heute in der Dorfstraße 37 zusammensitzen können, ist deshalb mehr als nur ein gelungener Umzug. Das neue Vereinslokal ist das sichtbare Ergebnis vieler Arbeitsstunden und eines starken Miteinanders. Genau jenes Miteinander, das die Mitglieder auch bei ihren Einsätzen für das Dorf leben wollen.
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