Rienößlgasse 24
Mieter mit Schäden von Hausverwaltung alleine gelassen

Die Fassade des Hinterhofs bröckelt ab. Um Unfälle vorzubeugen hat die Baupolizei ein Holzgerüst errichtet und der Hausverwaltung bis Juli zur Sanierung der Fassade gegeben.  | Foto: Salme Taha Ali Mohamed
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  • Die Fassade des Hinterhofs bröckelt ab. Um Unfälle vorzubeugen hat die Baupolizei ein Holzgerüst errichtet und der Hausverwaltung bis Juli zur Sanierung der Fassade gegeben.
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Die Mieterinnen und Mieter in der Rienößlgasse 24 bezeichnen ihr Haus selbst als "den Schandfleck am Hugo-Wiener-Platz". Denn hier ist nicht nur die beschmierte Hausfassade heruntergekommen - auch von innen wird das Gründerzeithaus vernachlässigt und die Mieter mit zu viel Blei im Wasser und einer gefährlichen Hinterhoffassade alleine gelassen. 

WIEN/WIEDEN. Blei im Wasser, eine abbröckelnde und beschmierte Fassade, kaputte Türen,  regelmäßige Wasserrohrbrüche: Die Beschwerdeliste der Mieter in der Rienößlgasse 24 ist lang. "Wir wohnen in einem Haus, das verfällt", sagt eine Mieterin, die seit über 30 Jahren in dem Gründerzeithaus lebt.

Die beschmierte Hausfassade wird laut den Mieterinnen und Mieter als „Pinkel-Eck“ für Hunde verwendet. | Foto: Salme Taha Ali Mohamed
  • Die beschmierte Hausfassade wird laut den Mieterinnen und Mieter als „Pinkel-Eck“ für Hunde verwendet.
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"Der Hugo-Wiener-Platz ist ein sehr schöner Platz mit historischem Flair. Alle Häuser in der Umgebung sind wunderbar restauriert worden. Nur unser Haus bleibt als hässliches Entlein übrig", stimmt ihr ein weiterer Altmieter zu. Auch Anrainerinnen und Anrainer würden sich über den "Schandfleck" inmitten des Häuserensembles beklagen. Denn die Fassade bröckelt von außen nicht nur sichtbar ab - sie wird auch regelmäßig beschmiert und dient Hunden mittlerweile als eine Art "Pinkeleck". 

Sollen die Mieter weg? 

Laut den Langzeitmietern gibt es einen Grund dafür: Der neue Besitzer und die zuständige Hausverwaltung würden sich schon seit Jahren nicht mehr um die Behebung der Mängel kümmern. "Das Problem ist, dass wir kaum Kontakt zu der Hausverwaltung haben, weil sie sich auf unsere Initiative hin nicht rührt. Die Kommunikation ist sehr schwer. Es wird immer gesagt, dass man sich das anschauen werde, aber es passiert nichts", so eine weitere Mieterin, die sagt, dass die Probleme in den vergangenen Jahren nur schlimmer geworden seien. 

Die Mieterinnen und Mieter fühlen sich von der Hausverwaltung im Stich gelassen und nehmen die Reparatur der Schäden deswegen oft selbst in die Hand. | Foto: Salme Taha Ali Mohamed
  • Die Mieterinnen und Mieter fühlen sich von der Hausverwaltung im Stich gelassen und nehmen die Reparatur der Schäden deswegen oft selbst in die Hand.
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Manche der Alt-Mieterinnen und -Mieter befürchten, dass man sie aus ihrem jahrelangen Zuhause durch das Nichts-Tun rausekeln will. "Wir wissen nicht, was der Besitzer vor hat. Vielleicht will man das Haus abreißen und ein neues schickes Objekt mit teuren Eigentumswohnungen errichten, die wir uns dann nicht leisten können", wird gemutmaßt. Dass Immobillien-Spekulation dahinter stecken könnte, ist eine weitere Befürchtung der Mieterinnen und Mieter. 

Zu viel Blei im Trinkwasser

Stattdessen habe sie mittlerweile gelernt, sich selbst zu helfen. "Wir werden alleine gelassen und müssen deshalb improvisieren. Wenn wieder der Müll übergeht oder die Gasleitungen kontrolliert werden müssen, wenden wir uns an die MieterHilfe oder die Gruppe Sofortmaßnahmen", erklären die Mieter. 

Um die Reparatur der kaputten Tür haben sich die Mieter in der Vergangenheit bereits selbst gekümmert.  | Foto: Salme Taha Ali Mohamed
  • Um die Reparatur der kaputten Tür haben sich die Mieter in der Vergangenheit bereits selbst gekümmert.
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Damit seien jedoch nur die kleinen Probleme lösbar, die großen plagen sie weiterhin. Das wohl gravierendste Problem ist das Blei im Leitungswasser: Laut einem Gutachten der MA 39 – Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle ist der Bleigehalt – wahrscheinlich aufgrund der alten Steigleitung – so hoch, dass die Behörde empfiehlt, das Wasser nicht zum Trinken oder Kochen zu verwenden.

Nicht nur die Mieterinnen und Mieter, auch andere Anrainerinnen und Anrainer sollen sich über den „Schandleck“ in der Rienößlgasse 24 beschweren. Im Kontrast steht hier der schön gestaltete Hugo-Wiener-Platz mit seinen sanierten historischen Häusern. | Foto: Salme Taha Ali Mohamed
  • Nicht nur die Mieterinnen und Mieter, auch andere Anrainerinnen und Anrainer sollen sich über den „Schandleck“ in der Rienößlgasse 24 beschweren. Im Kontrast steht hier der schön gestaltete Hugo-Wiener-Platz mit seinen sanierten historischen Häusern.
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"Vom berühmten Wiener Wasser profitieren wir also nicht", so eine Mieterin. Die Bewohner des Hauses in der Rienößlgasse 24 hätten deswegen keine andere Wahl als Plastikflaschen mit frischem Wasser zu kaufen oder beim Trinkbrunnen am Hugo-Wiener-Platz zu füllen und die Treppen des Hauses - ein Lift ist nicht vorhanden - in ihre Wohnungen zu schleppen. 

Sicherheitsbedenken im Hinterhof

Ein weiteres Problem ist die kontinuierlich abbröckelnde Hinterhoffassade. "Wir haben das gemeldet. Die Baupolizei hat daraufhin ein Schutzdach aus Holz errichtet, damit wir sicher zu den Mülleimern gelangen", erzählt eine Mieterin. Die Behörde hielt die Hausverwaltung dazu an, die Fassade aus Sicherheitsgründen zu sanieren.

Die Bleikonzentration im Trinkwasser ist so hoch, dass man nicht davon trinken dürfte. | Foto: Salme Taha Ali Mohamed
  • Die Bleikonzentration im Trinkwasser ist so hoch, dass man nicht davon trinken dürfte.
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Laut den Mieterinnen und Mietern wurde diese jedoch lediglich grob abgeschlagen und aufgespritzt und sehe jetzt noch schlimmer aus als vorher. Deswegen hätte die Hausverwaltung von der Baupolizei bis Juli Zeit, um die neuen Schäden an der Hinterhoffassade zu sanieren. 

Im Inneren des Hauses gibt es genug Belege von Wasserrohrbrüchen.  | Foto: Salme Taha Ali Mohamed
  • Im Inneren des Hauses gibt es genug Belege von Wasserrohrbrüchen.
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Aus diesem Grund haben sich die Mieter zusammengetan, waren bei der Schlichtungsstelle und wollen jetzt vor Gericht gehen. Sie fordern eine Sanierung des Hauses und eine korrekte Mietzinsabrechnung. In einem Teilbeschluss haben sie bereits in erster Instanz Recht bekommen. Da aber Rekurs erhoben wurde, geht der Fall jetzt in die nächste Instanz. Die Hausverwaltung war bis jetzt nicht für eine Stellungnahme erreichbar. 

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