Hosen runter auf der Wieden
Theaterdirektor strippt auf offener Bühne gegen das Sparen
- Gernot Kranner protestiert gegen das "Kaputtsparen".
- Foto: Freie Bühne Wieden
- hochgeladen von Mathias Kautzky
Ein Theaterdirektor strippt auf offener Bühne: Gernot Kranner ließ bei einer "nackerten" Protestaktion in seiner Freien Bühne Wien die Hosen runter. Der Theaterdirektor protestiert damit gegen die Sparmaßnahmen in Kunst und Kultur – und für die Wiederöffnung der Kammeroper.
WIEN/WIEDEN. "Der Kunst steht das finanzielle Wasser schon bis zum Hals – und bevor wir alle baden gehen, zieh ich mein letztes Hemd aus", erklärte Gernot Kranner, Direktor der Freien Bühne Wien, bevor er seine Ankündigung wahr machte – und auf offener Bühne einen Strip hinlegte. Frei nach Joe Cockers bekanntem Lied "You can leave your hat on", das weltweit als "Hymne" der Stripperinnen und Stripper gilt, ließ Kranner bei seiner Protestaktion zwar die Hosen runter, ließ aber den Hut – sein Markenzeichen – am Kopf.
Mit seiner "nackerten" Protestaktion forderte Theaterdirektor Kranner "ein Bekenntnis der verantwortlichen Politiker zum Erhalt der künstlerischen Vielfalt unseres Landes, die Förderung der Jugend und die Wiedereröffnung der geschlossenen Kammeroper." Theaterlegende Kranner, der allein als "Professor Abronsius" in Roman Polanskis "Tanz der Vampire" mehr als 1.000 Mal auf der Bühne stand, ist die nächste Generation der Künstlerinnen und Künstler ein Anliegen: "Ich will für die Zukunft der Kinder meinen Mund aufmachen. Ich will ihnen eine schöne Welt übergeben, in der auch Kunst und Kultur einen Platz haben", so Kranner.
"Kaputtsparen von Kunst und Kultur, nein Danke!"
"Gerade in der Kammeroper haben so viele junge Künstlerinnen und Künstler ihre Karrieren begonnen – diese Bühne darf nicht geschlossen bleiben. Sie muss sofort wieder aufgemacht werden", erklärte Kranner und meinte damit die Kammeroper, deren Schließung vor Kurzem bekannt gegeben worden ist.
- "Der Kunst steht das finanzielle Wasser schon bis zum Hals – und bevor wir alle baden gehen, zieh ich mein letztes Hemd aus", erklärte Gernot Kranner.
- Foto: Freie Bühne Wieden
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"Durch das krampfhafte Sparen sind wir aber drauf und dran, alle kleinen Theater zu verlieren. Und gerade die sind so wichtig, als Möglichkeit für junge Talente, ihre ersten Bühnenerfahrungen zu sammeln", erläuterte der Theaterdirektor, der die Freie Bühne Wien Anfang des Jahres übernommen hatte. "Bereits die 15. Premiere konnte ich im letzten halben Jahr ermöglichen – und ich führe das Haus ohne einen Cent Unterstützung durch die öffentliche Hand."
"Eindeutiges Angebot" an die Politik
Kranner machte der Politik im Zuge seines Strips ein eindeutiges Angebot: "Ich beweise mit meiner Freien Bühne Wien, dass es möglich ist, kostengünstig erstklassig und innovativ sein Publikum zu erfreuen und ein volles Haus zu führen. Ich bin gerne bereit, mein Wissen und Können auch für die Kammeroper zur Verfügung zu stellen."
Augen- und Ohrenzeugen von Kranners Protestaktion waren unter anderem Jazz-Gitti, deren Tochter Shlomit Butbul gemeinsam mit Kranners Bruder Reinwald anschließend auf der Bühne im Stefan-Zweig-Musical „24 Stunden im Leben einer Frau“ brillierte, Mercedes Echerer, Eva Billisich und Andrea Händler.
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