Strahlung und Kurzzeitvermietung
Wiednerin beschwert sich über Bauprojekt
- Der neue Bau in der Karolinengasse macht das Leben einer Anwohnerin gegenüber "unmöglich". Bei den Behörden stößt sie auf taube Ohren.
- Foto: zVg
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
Steiner Immobilien hat in der Karolinengasse 10 einen Neubau in die Höhe gezogen. Im Haus gegenüber führt das Gebäude aber zu Beschwerden: Die Fenster blenden unrechtmäßig stark, dubios sei auch die Umwidmung zur Kurzzeitvermietung.
WIEN/WIEDEN. "Goldener Flamingo" nannte die Steiner Immobilien Gruppe ihr Bauprojekt in der Karolinengasse 10. Unweit vom Sankt-Elisabeth-Platz wirbt das Unternehmen mit 28 modernen Eigentumswohnungen und vier gewerblichen Einheiten, aktiven Freibereichen, einer hauseigenen Tiefgarage und Fußbodenheizung.
Inzwischen befinden sich die Bauarbeiten in der Endphase. Während man im Büro von Steiner über die Vermarktung der Wohnungen grübelt, treten im Haus gegenüber Unannehmlichkeiten auf. "Ich habe alles versucht", erzählt eine Anwohnerin gegenüber MeinBezirk: "Aber bei den Behörden hat niemand reagiert."
Von Behörden ignoriert
Das Problem sei aufgetreten, als im Stock gegenüber die Fensterscheiben eingebaut wurden: "Die Fassade ist Richtung Süden gebaut. Einen Großteil des Tages scheint die Sonne darauf. Wegen des Winkels der Fenster blenden diese nun stundenweise in meine Wohnung." Zuerst hätte sie dem Bauunternehmen geschrieben, "die haben mir nur geantwortet, es sei nicht ihr Problem und ich solle meine Fenster verdunkeln."
- Derzeit sind zwei große Fenster verschlossen – und dennoch blendet es die Anwohnerin.
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Daraufhin habe sie sich ein Blendungsmessgerät besorgt, dieses habe an mehreren Stunden pro Tag eine weit über den Richtlinien liegende Sonneneinstrahlung festgestellt, so die Anwohnerin. "Ich kann mich untertags nicht mehr in meiner Wohnung aufhalten, so hell ist es. Aber bei den Behörden bin ich auf taube Ohren gestoßen. Zuerst hat man die Zuständigkeit hin und her geschoben, dann hat man mir gesagt, man hätte es geprüft und keine Blendung festgestellt. Vor Ort war aber nie jemand." Letzter Stand: "Jetzt kommt doch der Winter, da gibt es dann eh weniger Sonne."
Zuständig für das Prüfen auf die Rechtmäßigkeit von Bauprojekten ist die Magistratsabteilung 37, auch bekannt als Baupolizei. Aus deren Büro betont man, der Sachverhalt sei geprüft worden. Vor allen Bauprojekten werde ein Sachverständiger der Magistratsabteilung für Architektur und Stadtgestaltung (MA19) beauftragt, das Bauvorhaben zu untersuchen. In diesem Falle wurde nicht festgestellt, dass das "Bauvorhaben aufgrund der verwendeten Baumaterialien, der Bauform bzw. der Gestaltung der Fassaden das örtliche Stadtbild stört."
Die Form des Gebäudes sei nicht atypisch und führe deshalb nicht zu einer unnatürlichen Sonneneinstrahlung. Aus dem Büro der Behörde informiert man, man habe nach einer Beschwerde bereits im Sommer 2024 das Bauprojekt geprüft und keine Abweichung von der einst ausgestellten Bewilligung festgestellt. Auf die Frage, inwiefern man vor Ort gewesen sei, antwortet man nicht.
45 Betten für Kurzzeitvermietung
Das blendende Licht ist nicht der einzige Kritikpunkt der Anwohnerin. Vor Kurzem wurde sie per ausgehängten Zettel informiert, dass ein Teil des Hauses künftig für die Kurzzeitvermietung umfunktioniert werde. Auch hier beschwichtigt die Baupolizei. Zwar befinde sich das Gebäude in einer Wohnzone und unterliege deshalb strengen Regelungen: Man müsse mindestens 80 Prozent der Wohnfläche, abgesehen vom Erdgeschoss, für Wohnzwecke nutzen. Steiner Immobilien halte das ein, derzeit seien außer dem Erdgeschoss alle Wohnungen als Wohnfläche gewidmet. Laut Aushang hingegen soll im Gebäude ein Beherbergungsbetrieb mit 22 Apartments mit insgesamt 45 Gästebetten" bewilligt werden. Die Wohnungen befinden sich im Erdgeschoss, Zwischengeschoss und im ersten und zweiten Obergeschoss.
Nach mehreren Beschwerde-Emails haben die Hausbesitzer "zumindest die Jalousien hinuntergelassen", so die Anrainerin. Eine langfristige Lösung sei das nicht. Spätestens wenn jemand in die Wohnungen zieht und Licht haben will, werde er die Jalousien wieder öffnen. "Ich kann nicht verstehen, wie man so ein Projekt bewilligen konnte. Die Stadt redet sich jetzt heraus, aber ein so ortsunüblicher Bau hätte nie stattfinden dürfen."
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