Karikaturmuseum Krems
Trip to „Planet Pammesberger“
- hochgeladen von Oliver Plischek
„Ich fange immer bei der Nase an“, so der österreichische Karikaturist Michael Pammesberger. Dessen Hauptmotive sind allerdings nicht Comic-Stars a la Donald Duck, Fix & Foxi oder Snoopy, sondern Politiker und Politikerinnen. Der Künstler im „Kurier“-Podcast: „Die Nase definiert die Position der Person im Raum. Die individuellen Figuren sind allerdings unterschiedlich schwierig zu zeichnen, Van der Bellen kann ich im Schlaf, bei Neos-Chefin und Außenministerin Meinl-Reisinger brauche ich länger.“ „Zu schön, zu jung, zu intelligent“ – Auch die (scheinbar) makellosen Gesichter stoßen manchmal an die Kreativitätsgrenzen des Karikaturisten, nicht so bei Kurz (Stichwort „Ohren“) und Grasser („Schnösel-Typ“).
Im Karikaturmuseum Krems geben sich die Protagonisten des seit 1997 beim „Kurier“ beschäftigten Pammesberger ein Stelldichein. Zuvor absolvierte der in Bad Ischl geborene Zeichner ein Jusstudium in Salzburg, die Diplomarbeitsurkunde zu seiner Arbeit „Verantwortlichkeit für kreditschädigende Angriffe in den Massenmedien“ liegt in der Ausstellung auf. Mit Klagsdrohungen wurde er im Rahmen seiner Karriere zwar konfrontiert, eine Klage wurde allerdings nie eingebracht. Und das, obwohl Pammesberger vor „heißen Themen“ nicht zurückschreckt. Die Infos holt er sich nicht aus den sozialen Medien, sondern aus den Radiojournalen. Er höre die Nachtigall meistens schon früher trapsen, so Pammesberger im Kurier-Podcast. Der Haupt-Ausstellungsraum im Peichl-Museum ist großteils den österreichischen Parteien gewidmet, von denen keine vor Pammesbergers kritisch-satirischer Feder verschont bleibt: Die roten K(r)ämpfe um den Parteichef, die Sternschnuppe Kurz, die Träume und Schäume des „Volkskanzlers“ Kickl, das Ehepärchen Kogler und Maurer mit ihrem widerspenstigen Teenager-Girl Lena oder die mysteriöse Neos-Zielgruppe („Wir sind in der Mitte. Oder irgendwie alles zusammen und nix“). Sein Motto: „Mir ist wurscht, was die Politiker denken!“
Pammesberger arbeitet traditionell mit Feder und Tinte, danach erfolgt die Digitalisierung. Der Computer wird allerdings nur zum Kolorieren der Handarbeit eingesetzt. Sein Portfolio beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Politik im engeren Sinne, sondern inkludiert die gesamte Gesellschaft, die Kultur, den Zeitgeist: Die Querdenker, die „unfreundlichen Wiener“, die Fußball-Fans, die Klimaaktivisten, Sexismus, Ernährungssünden, Extremsport oder das Arbeiten bis ins hohe Alter. Das war seinem im Juli 2016 verstorbenen Freund und Mitbegründer des Karikaturmuseums Krems, Manfred Deix („Jeden Tag, zeichnerisch lustig sein zu müssen, ist alles andere als ein Lercherl“), leider nicht vergönnt. „Good Vibrations, Manfred“, das ist Pammesbergers zeichnerisches Tribut an Deix, sitzend über den Wolken mit seinen geliebten Katzen.
„Planet Pammesberger“ kann noch bis 1. Februar 2026 im Karikaturmuseum Krems besucht werden. Für Fans gibt es zusätzlich den Ausstellungskatalog, Poster und die populären Ueberreuter-Jahresrückblicke des „Kurier“-Karikaturisten.
www.oliverplischek.at
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