Historischer Sport erlebt Renaissance
Schwertkampf-Training in Wien

Martin Schoppelt und Kathi Brunner posieren für das Foto ausnahmsweise ohne die vorgeschriebene Schutzkleidung.
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  • Martin Schoppelt und Kathi Brunner posieren für das Foto ausnahmsweise ohne die vorgeschriebene Schutzkleidung.
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Einst durften nur Adelige ein Schwert führen. Heute steht dieser Weg auch Bürgerlichen offen.

WIEN. Hell klingt Stahl auf Stahl, wenn der Liesinger Martin Schoppelt seinem ausgefallenen Hobby frönt. Er ist Schwertkämpfer aus Leidenschaft. Was aber auf den ersten Blick sehr martialisch wirkt, ist bei näherer Betrachtung doch ausgesprochen harmlos.

"Wir kämpfen – wenn man das überhaupt so nennen kann – mit sogenannten Fechtfedern. Das bedeutet, dass unsere Schwerter stumpf und damit weitestgehend ungefährlich sind. Blaue Flecken können schon mal passieren, aber das war es auch schon." Der Mediziner Klaus Svoboda erfasste jahrelang Verletzungen bei dieser Form des Schwertkampfes statistisch und kam zu dem Schluss, dass "das Verletzungsrisiko beim Sportfechten mit dem beim Synchronschwimmen vergleichbar ist". Das mag auch daran liegen, dass das Schwert nur in Schutzkleidung geschwungen werden darf. Diese Informationen gleich zu Anfang, um allfällige Bedenken zu zerstreuen und Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

"Wir sind auch völlig unpolitisch. Jeglicher Vergleich, etwa mit dem Mensurfechten in schlagenden Verbindungen, wäre absurd." Fechtpartnerin Kathi Brunner ergänzt: "Wir sind beim Schwertkampf keine Gegner. Wir sind Partner. Es geht um den Spaß am Kampf, nicht um den Sieg."

Historisch korrekt

"Die lange Schneyd" heißt der Union Fechtverein, in dem sich Martin Schoppelt und rund 70 Gleichgesinnte zusammengeschlossen haben um diesen Sport auszuüben. Dabei lässt man auch alte Traditionen wieder aufleben. "Durch die Schusswaffen ist das Wissen um die Technik des Schwertkampfes verlorengegangen. Mit dem Studium alter Handschriften ist es uns aber gelungen, dieses historische Wissen wieder mühsam zu rekonstruieren", erzählt der Liesinger. In dem Zusammenhang sei erwähnt, dass einst sogar Albrecht Dürer ein Fechtbuch für Kaiser Maximillian illustrierte, das jetzt wieder aufgelegt wurde.

"Ich finde es schön, dass wir eine historische Sportart wiederbeleben und dabei die europäische Tradition pflegen", findet auch Kathi Brunner, die im Verein als Trainerin arbeitet. Rund zehn Prozent der Mitglieder sind Schwertkämpferinnen. "Wir kämpfen gleichberechtigt", erzählt sie und tatsächlich ist der Schwertkampf eine der wenigen sportlichen Disziplinen, in denen Männer und Frauen sich miteinander messen können.

Wer jetzt Interesse am sportlichen Kampf mit dem Schwert hat – der Verein bietet Grundkurse an. Voraussetzung dafür ist, dass man mindestens 18 Jahre alt ist und Spaß an Bewegung hat.

Info:
Schwertkampf Grundkurs
jeden Dienstag (an Schultagen)
von 18 bis 21 Uhr
1210 Wien, Lavantgasse 35
Infos: www.langeschneyd.org

Autor:

Ernst Georg Berger aus Hernals

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