Verhandlung am Freitag
Tödlicher Rindertransport auf Hoher See nun in Krems vor Gericht
- Das unter togolesischer Flagge fahrende Frachtschiff „Spiridon II“, ein mehr als 50 Jahre alter Transporter, war mit knapp 3.000 Rindern aus Uruguay unterwegs in die Türkei.
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- hochgeladen von Bernhard Schabauer
Frachtschiff „Spiridon II“: Tiertransport-Skandal hat nun ersten juristisches Nachspiel am Landesgericht Krems.
WALDVIERTEL. Der Fall des Frachtschiffs „Spiridon II“ sorgt seit Monaten international für Kritik am globalen Lebendtierhandel. Das unter togolesischer Flagge fahrende Schiff transportierte im Herbst 2025 knapp 3.000 Rinder von Uruguay in die Türkei. Nachdem türkische Behörden bei rund 500 Tieren gravierende Mängel bei Kennzeichnung und Dokumentation festgestellt hatten, wurde die Einfuhr verweigert. Das Schiff lag daraufhin wochenlang vor der türkischen Küste fest.
Die Folgen für die Tiere waren dramatisch: Laut Behördenangaben verendeten mindestens 58 Rinder, bei 140 trächtigen Kühen kam es zu Geburten während der Überfahrt. Nur etwa 50 Kälber wurden lebend an Bord gefunden, rund 90 weitere gelten als verschwunden. Tierschutzorganisationen sprechen von katastrophalen Bedingungen und sehen den Fall als Sinnbild für die strukturellen Probleme internationaler Langstrecken-Tiertransporte.
Neue Recherchen der ORF-ZIB2 führten die Spur nach Jagenbach im Bezirk Zwettl. Dem Bericht zufolge soll die Agro Breeding GmbH die Lieferung von 1.200 Angus-Rindern und 1.700 Holstein-Kühen aus Uruguay in die Türkei verkauft und organisiert haben. Türkische Importeure werfen dem Unternehmen vor, die Tiere trotz erheblicher Verzögerungen und fortgeschrittener Trächtigkeit verladen zu haben. Dadurch seien zahlreiche Kälber während der Überfahrt geboren worden, von denen viele nicht überlebt haben dürften.
Die Agro Breeding GmbH weist die Vorwürfe zurück und erklärt, die Verzögerungen seien nicht von ihr verursacht worden und mit den Käufern abgestimmt gewesen.
Mit dem Fall beschäftigt sich nun auch die Justiz: Am Freitag, dem 12. Juni 2026, findet dazu eine Verhandlung am Landesgericht Krems statt.
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