Coronavirus
Karl Schwarz: "Zuversichtlich, auch diese Krise zu überstehen"

Karl Schwarz: "Aktuell erleben wir eine Situation, die wir so nicht kennen."
  • Karl Schwarz: "Aktuell erleben wir eine Situation, die wir so nicht kennen."
  • Foto: Privatbrauerei Zwettl
  • hochgeladen von Bernhard Schabauer

ZWETTL/WEITRA. Die Privatbrauerei Zwettl und die zum Unternehmensverbund gehörige Bierwerkstatt Weitra reagieren auf die aktuelle Lage vorausschauend und mit allen gebotenen Maßnahmen. Wir haben Geschäftsführer und Inhaber Karl Schwarz zum Mail-Interview gebeten:

BEZIRKSBLÄTTER: Wie wirkt sich die Coronakrise auf die Privatbrauerei Zwettl aktuell aus?
KARL SCHWARZ: „Wir stehen vor ganz besonders herausfordernden Zeiten. Aktuell erleben wir eine Situation, die wir so nicht kennen, für die es keine Blaupause gibt und von der wir vor allem nicht wissen, wann wir wieder zu unserem normalen und gewohnten Leben zurückkehren können. Bier wird zwar immer getrunken, aber es ist ein geselliges Produkt, und die derzeitige Lage ist alles andere als gesellig, noch soll sie das sein. Gerade jetzt gilt es, soziale Kontakte auf das mögliche Minimum zu reduzieren. Das wirkt sich auch auf unsere Absatzzahlen und die Produktion deutlich aus."

Wie wirkt sich die Coronakrise auf den Bierkonsum aus? Gibt es Sparten, die profitieren?
"Während der Bierabsatz im Lebensmittelhandel aktuell normal läuft, sind Gastronomie- und Veranstaltungsumsätze quasi auf null gestellt. Als langjähriger Partner vieler Gastronomie- und Tourismusbetriebe erleben wir hier existenzbedrohende Situationen, wo dringliche Hilfe absolute Priorität hat und auch seitens der Bundesregierung zugesagt wurde."

Welche Schritte haben Sie in Ihrem Unternehmen zur Absicherung gesetzt?
"Nachdem wir im Bereich der Gastronomie davon ausgehen, dass sich die Lage frühestens im Juni wieder schrittweise erholen wird, müssen wir jetzt Vorsorge treffen und die erforderlichen Schritte setzen. Einerseits, um Arbeitsplätze abzusichern und den Betrieb am Laufen zu halten, aber auch um nicht in eine wirtschaftliche Schieflage zu kommen, da hohe Kosten anfallen, denen fehlende Umsätze gegenüberstehen. Aus dieser Verantwortung den Mitarbeitern und deren Familien gegenüber nehmen wir daher 'das kluge und genau für diese Situation angebotene' Modell der Kurzarbeit ab April für rund 80 % der Belegschaft für bis zu drei Monate in Anspruch. Mit Hilfe des neuen Modells werden die Arbeitsplätze unserer MitarbeiterInnen abgesichert, die Arbeitsstunden werden im notwendigen Umfang reduziert. Es ist unsere Verantwortung, auch in schlechten Zeiten füreinander da zu sein. Das Modell hilft beiden Seiten sehr. Die Mitarbeiter bekommen zwischen 80 und 90 Prozent ihres Gehaltes weiterhin, arbeiten aber nur einen Teil der üblichen Stunden. Darüber hinaus sehen wir es als Gebot der Stunde, alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu setzen, die es ermöglichen, Kündigungen zu verhindern. Mein Dank gilt allen Kollegen, die diesen Schritt mittragen und hier Solidarität zeigen!"

Wird an einer speziellen Strategie für die Zeit nach der Krise gearbeitet?
"Als ein über 300 Jahre altes Unternehmen haben wir schon Kriege, Seuchen und auch mehrmals ein Hochwasserereignis verkraften müssen. So sind wir auch diesmal zuversichtlich, diese Krise zu überstehen. Gerade als Familienunternehmen agieren wir flexibel, mit Augenmaß und vorausschauend. Die aktuellen Ereignisse zeigen uns gerade klar auf, wie verbunden wir alle miteinander sind. Unsere Vernetzung und damit Abhängigkeit rund um den Globus war noch nie so stark spürbar wie heute. Wenn dann plötzlich dringend benötigte Waren zur Versorgung oder zur Aufrechterhaltung der Lieferkette wegfallen, merken wir, wie verletzlich wir sind und wie wichtig es ist, dass Österreich eine funktionierende eigenständige Lebensmittelproduktion hat. Mehr denn je bekommen wir nun vor Augen geführt, wie wichtig in diesem Zusammenhang eben Regionalität ist.
Die Wertschöpfung aus und für die Region ist für uns seit eh und je gelebtes Leitbild. So kooperieren wir mit der Erzeugergemeinschaft Edelkorn im Bereich der Sommerbraugerste und mit sechs Bauernfamilien aus der Region beim Hopfen. Somit sind wir zumindest, was die Rohstoffversorgung für unsere Biere betrifft, auf der sicheren Seite.
Bis auf weiteres sind das Zwettler Brauerlebnis und der Zwettler Biershop geschlossen."

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