01.02.2012, 07:38 Uhr

„Dies ist die letzte Warnung“

Tischlerei-Besitzer und Ex-FF-Kommandant Karl Hobel zeigt, wo er den Drohbrief sowie die Süßigkeiten gefunden hat. Foto: bs (Foto: Foto: bs)

Mit diesen beängstigenden Worten endete der vorläufig letzte Drohbrief gegen Karl Hobel aus Martinsberg.

Der folgende Artikel würde „bestes Material“ für einen Fernsehkrimi bieten. Nur leider basiert dieser auf reinen Tatsachen.
Karl Hobel aus Martinsberg ist Tischlerei-Besitzer und ehemaliger Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Martinsberg und wird seit Mitte des Jahres 2010 (!) massiv bedroht.
Zur Vorgeschichte: Alles begann mit der Abrechnung der Feuerwehrfinanzen zur Jahreswende 2009/2010. Damals wurde offiziell, dass ein Kassafehlbetrag von rund 4.000 Euro zutage kam, so Hobel. Dieser Betrag kam aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei einem Feuerwehr-Event in Martinsberg zustande, so der ehemalige Kommandant weiter.
Daraufhin legte Karl Hobel den Prüfbericht der Gemeinde vor und informierte das Landesfeuerwehrkommando. Außerdem trat er in weiterer Folge als Kommandant zurück und aus der Feuerwehr aus.
Danach begann der Drohbrief-Terror. Im Sommer 2010 flatterte erstmals Post ins Haus. Einige Zeilen, getippt auf einer Schreibmaschine, abgestempelt in Zwettl, unterschrieben mit FF Martinsberg. Ende 2010 wiederholte sich dieser Vorgang ein weiteres Mal – in derselben Art und Weise. Im Juni 2011 fand das Ehepaar Hobel einen weiteren Drohbrief im Briefkasten. Diesmal jedoch mit einer etwas eigenartigen Handschrift sowie scheinbar absichtlich hineingeschummelten Rechtschreibfehlern. Nun, am 19. Jänner, wurde laut Karl Hobel jedoch eine gewisse Grenze erreicht. Er fand am Morgen des 19. Jänner auf der Windschutzscheibe seines Autos einen weiteren Drohbrief, eingewickelt in eine Plastikhülle sowie drei Stück einer süßen Praline. Eine mehr als ernstzunehmende Drohung, denn die schaurigen Parallelen zum Giftpralinen-Anschlag auf den Spitzer Bürgermeister Hannes Hirtzberger sind unübersehbar. Der VP-Politiker liegt, seit er am 9. Februar 2008 ein vergiftetes „Mon Cherie“ gegessen hatte, im Wachkoma.
Nun ermittelt das Bundes-kriminalamt. Die Polizei Ottenschlag fährt ständig Streife und ist in engem Kontakt mit dem Geschädigten. Mittlerweile richten sich die Bedrohungen nämlich auch gegen seine Familie, welche in den Briefen übel beschimpft und zum Verlassen von Martinsberg aufgefordert wird.
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