16.05.2018, 00:00 Uhr

"Killer-Hunde" in Franzen abgeführt

Kaukasische Owtscharka werden bis zu 70 Zentimeter hoch und bis zu 75 Kilogramm schwer. (Foto: Symbolbild: wikipedia)

Russische Hirtenhunde: Behörde greift nach vier Jahren Tortur für die Ortsbewohner durch.

FRANZEN. Ein Hilferuf erreichte vergangene Woche die Bezirksblätter-Redaktion. In Franzen würden unmenschliche Zustände herrschen, ein Ortsbewohner die gesamte Dorfbevölkerung mit seinen aggressiven russischen Hirtenhunden in Geiselhaft nehmen. "Es wurden andere Tiere zerbissen, junge Familien mit Kleinkindern trauen sich nicht mehr auf die Straße", so eine Anruferin. Zudem gab sie bekannt, dass der Mann soeben von der Polizei abgeführt werden würde.

Polizei und BH bestätigen

Anlaufende Bezirksblätter-Recherchen ergaben, dass es sich um einen bereits amtsbekannten Täter handelt. "Es sind diesbezüglich schon mehrere Fälle/Anzeigen bei der Polizeiinspektion Allentsteig bekannt und die Bezirkshauptmannschaft (BH) Zwettl sowie die Amtstierärztin darüber in Kenntnis", heißt es aus dem Bezirkspolizeikommando Zwettl. Dass der Mann abgeführt wurde, wollte man jedoch nicht bestätigen. Er sei lediglich einvernommen worden.
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, das Verwahren der als aggressiv einzustufenden russischen Hirtenhunde nicht durchzuführen.
"Am Montag, 7. Mai 2018 mussten Beamte der Polizeiinspektion Allentsteig in Franzen nach einer Anzeige einer namentlich bekannten Person amtshandeln. Der Anzeiger ging in Franzen mit seinem kleinen Hund angeleint spazieren", schildert die Polizei den aktuellen Vorfall. "Von einem Grundstück dürften dann zwei größere Hunde entkommen, auf den kleinen Hund losgegangen sein und diesen verletzt haben. Der Besitzer der beiden Hunde wird wegen einer Verwaltungsübertretung nach dem NÖ Polizeistrafgesetz (Verwahren der Hunde) an die Bezirkshauptmannschaft Zwettl angezeigt."

Mann amtsbekannt

Die BH Zwettl bestätigte auf Bezirksblätter-Anfrage, dass der Beschuldigte bereits bekannt sei. "Von der Amtstierärztin Mag. Geppl sind in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Juristen die nach den tierschutzrechtlichen Vorschriften möglichen und zulässigen Veranlassungen getroffen beziehungsweise Maßnahmen gesetzt worden," so die BH Zwettl. "Dies geschah sowohl bei vergangenen Vorkommnissen als auch bei den aktuellen Anzeigen." Pöllas Bürgermeister Günther Kröpfl (ÖVP) sprach im Bezirksblätter-Telefonat von einer freiwilligen Abgabe durch den Besitzer. Er hofft, dass diese Einsicht langfristig Bestand hat.
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