19.05.2016, 13:34 Uhr

ÖBB-Nightlinerangebot: "Auch die Unterländer sind Nachtschwärmer"

Auch weiterhin soll das Nightliner-Angebot der S-Bahn vom Land Tirol unterstützt werden.

Das meint zumindest Alexander Jug, Regionalleiter der ÖBB Personenverkehr Tirol, bei der Bilanz des neuen Nightlinerangebots im Unterland.

TIROL. Von Innsbruck nach Kufstein und von Kufstein nach Innsbruck: Seit Dezember 2015 ersetzt das neue Nachtangebot der ÖBB die Busse. Freitag- und Samstagnacht verkehren die Züge dreimal (bzw. zweimal) auf dieser Strecke in beide Richtungen.


Guter Start

Mit den ersten fünf Monaten ist die ÖBB sehr zufrieden: Um die 20.000 Fahrgäste nutzten die Nachtzüge. Die durchschnittliche Frequenz beträgt 600 Kunden pro Nacht. Die beliebteste Abfahrtszeit ist jene von Innsbruck um 3:00 Uhr. Die beliebteste Destinationen in beiden Richtungen: Jenbach, Kufstein, Schwaz, Innsbruck und Hall.


Innerörtliche Anbindung Aufgabe der Gemeinde

Verbesserungsansätze gibt es jedoch noch immer: Der innerörtliche, öffentliche Verkehr muss an die Fahrzeiten angekoppelt werden. Die für den Verkehr verantwortliche Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe betont: "Die einzelnen Gemeinden müssen sich in dieser Sache stark machen und den Anbindungsverkehr selbst organisieren." Sammeltaxis wären da eine Möglichkeit, meint sie.


Vom Land finanziert

Die Kosten des neuen Nightliner-Services im Unterland übernimmt das Land Tirol in Form des Verkehrvebundes. Um die 450.000 Euro fließen jährlich in dieses Projekt. Felipe will auch in Zukunft den Nightliner-Service unterstützen: "Dinge, die funktionieren nimmt man nicht weg". Sie hebt hervor, dass es künftig einen weiteren Ausbau nach Zillertal und Brixental hin geben soll: "Wir sind erst in der Planungsphase. Es wird nicht von einem Tag auf den anderen geschehen. Der öffentliche Verkehr soll sich entwickeln dürfen."

Zug statt Bus

Aus mehreren verkehrstechnischen Gründen forcierte das Land den Umstieg vom Bus auf die Schiene. Besonders die Fahrzeiten seien dadurch attraktiver geworden. Als eindringliches Beispiel bringt Jug den Vergleich der Strecke zwischen Innsbruck und Schwaz: Der Bus brauchte über 45 Minuten, der Zug benötigt nur noch 26 Minuten. "Auch für die Europameisterschaft sind wir gerüstet", meinte anschließend René Zumtobel, Pressesprecher der ÖBB.


Zur Sache

Seit Jänner 2014 gelten sämtliche ÖBB-Dauertickets auch in der Nacht. Die Nightliner verkehren Freitag- und Samstagnacht ("an den typischen Ausgehtagen"), bzw. in der Nacht auf einen Feiertag. Die Nightliner halten an allen Haltestellen zwischen Innsbruck und Kufstein. In Innsbruck starten sie jeweils um 1:00, 3:00 und 4:00 Uhr. In Kufstein starten die Nachtzüge nach Innsbruck um 0:08 und 2:33.
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