14.10.2016, 09:10 Uhr

Ischgl: Wohnprojekt sorgt für Wirbel

Im Ischgler Ortsteil Prenner (im Bild rechts der Seilbahn) plant die Neue Heimat Tirol mehrere Wohnblöcke für Dienstnehmer.

Neue Heimat plant ein großes Projekt für Dienstnehmerwohnungen im Ortsteil Prenner. Bürgerinitiative kündigt Widerstand an.

ISCHGL (otko). Im Ischgler Ortsteil Prenner plant die neue Heimat Tirol (NHT) mehrere Wohnblöcke im Gafeiswald. In dem Komplex sollen Wohnungen für Dienstnehmer aus den Tourismusbetrieben geschaffen werden. Allerdings hat sich gegen das Projekt bereits eine Bürgerinitiative formiert. Die benachbarten Anrainer und auch Touristiker befürchten vor allem Beeinträchtigungen.
Bei der letzten Gemeinderatssitzung, wo das Projekt von NHT-GF Hannes Gschwentner und Elmar Traxl den Mandataren vorgestellt wurde, kam auch die Bürgerinitiative zu Wort. "Das geplante Projekt wirke in jeder Hinsicht sehr negativ für die Anrainer im Ortsteil Prenner sowohl in wirtschaftlichen Belangen als auch hinsichtlich der Lebensqualität aus. Wenn ca. 200 Dienstnehmer in diesem Bereich untergebracht werden, sei das eine unzumutbare Belastung durch Schmutz, Lärm, Verkehr, etc.", zitiert das Sitzungsprotokoll. Pikanterweise sind offenbar auch die Touristiker zum Projekt gespalten, obwohl hier Wohnungen für Tourismusmitarbeiter geschaffen werden sollen. "Es könne nicht sein, dass für einige Betriebe Vorteile durch Dienstnehmerwohnungen geschaffen werden, dadurch aber die Anrainer benachteiligt werden", kritisiert die Bürgerinitiative. Jedenfalls wurde in der Gemeinderadsitzung angekündigt, dass man sich "jedenfalls mit allen Mitteln gegen diese Projekt zur Wehr zu setzen." Das Problem sei nicht das Projekt an sich, sondern der Standort.


Auf Wünsche eingegangen

Auf Anfrage der der BEZIRKSBLÄTTER meint NHT-GF Hannes Gschwentner, dass das Projekt bereits eine längere Vorgeschichte habe: "Wir haben ein Projekt gemacht, nachdem man an und mit dem Wunsch nach Dienstnehmerwohnungen und Mietwohnungen für Ischgler Familien herangetreten ist. Schritt für Schritt haben wir das Projekt dann angepasst bzw. umgeplant und sind auf alle Wünsche der Gemeinde eingegangen." Zuletzt seien der Gemeinde die Gebäude aber zu hoch gewesen und diese wurden verkleinert. Auch werde es keine Mietwohnungen für Familien mehr geben.
"Das Projekt ist bei der Verhältnismäßigkeit gegenüber den anderen umliegenden Gebäuden vertretbar. Die Wohnblöcke wurden einem namhaften Architekturbüro geplant und auch bei der Innenausstattung gibt es eine tolle Qualität in den Dienstnehmerappartements, wo auch auf die Wünsche der Touristiker eingegangen wurde", erklärt Geschwentner. Jedenfalls sei der Bedarf gegeben verweist der NHT-Geschäftsführer auf einen Postwurfsendung in Ischgl, nach der sich drei mal so viele Interessierte gemeldet hätten, als Einheiten zur Verfügung stehen. Zudem sollen die Wohnungen im Einvernehmen mit der Gemeinde auf die Tourismusbetriebe aufgeteilt werden, damit eine "gescheide Durchmischung" entstehe.


Gesprächsbereitschaft

Gegenüber den Bedenken der Anrainern signalisiert Gschwentner aber Gesprächsbereitschaft: "Wir fahren über niemanden drüber." In Sachen befürchteter Lärmbelästigung in der Nacht, wenn die Dienstnehmer mit den Autos oder Taxis nachhause kommen, verweist der NHT-Chef auf eine geplante Tiefgarage. Auch Probleme wie Lärm, Schutz, etc. lassen sich durch eine strikte Verwaltung und eine Hausordnung verringern.
"Es wird ein wenig zum Politikum und nun liegt der Ball bei der Gemeinde Ischgl. Wir sind auf sämtliche Wünsch eingegangen. Auch die Anzahl der Gebäude hängt von der Gemeinde ab", drängt Gschwentner auf eine baldige Entscheidung. Mit den Österreichischen Bundesforsten, dem Grundbesitzer, wurde bereits ein Vorvertrag für ein Baurecht geschlossen.
"Es wurde noch keine Entscheidung getroffen und kein Beschluss gefasst. Momentan gibt es nur Diskussionen über das Projekt. Wir kennen auch die Meinung der Anrainer", betont Bgm. Werner Kurz. Im Gemeinderat sei lediglich eine Projektvorstellung erfolgt, um den neuen Gemeinderäten die nötigen Informationen zu geben.
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