30.07.2016, 21:08 Uhr

Elch, Husky & Co - Erlebnis Skandinavien

Auf den Lofoten

Nach Island führt uns der heurige Urlaub noch etwas weiter nach Norden. Und zwar nach Skandinavien.

Skandinavien ist ein Teil von Nordeuropa der je nach Definition unterschiedliche Länder umfasst, mindestens jedoch Norwegen und Schweden. Bei unserer Reise in den Norden Europas besuchen meine Frau, meine Tochter und ich auch noch einen Teil von Finnlands Nordwesten.
Da es zu dieser Jahreszeit zwischen 23.00 Uhr und 3.30 Uhr nur düster, jedoch nie ganz dunkel wird haben wir jeden Abend genügend Zeit um, bei einem Glas Bier oder Wein, die Fotos des vergangenen Tages zu sortieren und auszumustern. Vier oder fünf Fotos pro Tag, sowie eine kurze (Reise-) Beschreibung werde ich während der nächsten knapp zwei Wochen hier veröffentlichen.

Anreise nach Kiruna, Schweden

Die Anreise nach Kiruna im Norden Schwedens führt uns von Wien über Kopenhagen und Stockholm nach Kiruna. Hier sind wir am späten Nachmittag angekommen und haben das erste Mal in einem Motel genächtigt. Aufgrund des langen Tages besichtigten wir in der "Bergwerksstadt des Nordens" nur mehr die Innenstadt und sind heute Vormittag nach Enontekiö in Finnland aufgebrochen. Hier bekamen wir zum ersten Mal einen Eindruck von der Weite Lapplands und den verschiedenen Landschaften und Klimazonen im hohen Norden. In einer finnischen Sauna lassen wir den Tag entspannt ausklingen.

Die nächste Etappe: Von Enontekiö nach Inari

Nach einer entspannten Nacht und einem reichhaltigen Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Inari. Leider war das Wetter heute nicht besonders schön. Es war stark bewölkt und regnete auch immer wieder ein wenig. Das hieß für uns, wir mussten das Hauptaugenmerk auf andere Aktivitäten richten und heute die Landschaft samt Fotos ein wenig vernachlässigen. Mittlerweile sind auch die Aufgaben klar verteilt. Unsere Studentin überwindet für uns die sprachlichen Barrieren, Elisabeth, meine Frau, ist für die Navigation zuständig und ich bin eigentlich nur der Chauffeur und Fotograf für die beiden Damen :-) . Aufgrund der Wettersituation begannen wir den heutigen Tag mit dem Besuch einer Huskyfarm. Neben der wirklich interessanten Führung waren Elisabeth und Alexandra von den Hunden begeistert - besonders von den entzückenden Welpen. Nach mehreren Kilometern gänzlich unberührter Natur, befassten wir uns heute etwas intensiver mit den Ureinwohnern Lapplands, dem Volk der Samen. In zwei Freilichtmuseen entlang der Strecke wurde uns deren Geschichte verständlich näher gebracht. Elisabeth versuchte sich dort sogar als Lassowerferin - und das mit gutem Erfolg. Ich freute mich über ein Stück Blech, aus einem dafür berühmten Leobener Ortsteil - siehe Foto :-). Unsere heutige Reise fand in Inari bei einem guten Essen ein zufriedenes und gutes Ende. Morgen werden wir den Inarisee in Augenschein nehmen. Dieser ist mit einer Fläche von 1.040 Quadratkilometern der drittgrößte See Finnlands. Als Vergleich dazu nimmt sich die Größe des Wörhersees mit rund 20 Quadratkilometern als geradezu bescheiden aus.

Etappe Nummer drei: Von Inari nach Kirkenes

Leider war auch heute das Wetter nicht so gut wie erhofft. Aber als Fan von Nordeuropa lässt man sich die gute (Urlaubs-) Laune aber nicht so einfach verderben. Wir haben das Reiseprogramm geringfügig geändert und hoffen einfach auf baldige Wetterbesserung. Von Finnisch Lappland sind wir über die Finnmark nach Norwegen gefahren und haben zum ersten Mal eine kleine Herde Rentiere in freier Wildbahn gesehen. Weiter im norwegischen Fjordland sind wir bis ans Nördliche Eismeer gefahren - immer nur einige Meter neben der norwegisch - russischen Grenze. Am späten Nachmittag sind wir dann in der norwegischen Hafen- und Industriestadt Kirkenes angekommen. Hier endet auch die berühmte Postschiffroute aus Bergen (Hurtigrouten). In dieser arktischen Grenzstadt im Dreiländereck werden wir heute ein Abendessen mit dem Schwerpunkt Fisch genießen :-) .

Ein langer Tag: Von Kirkenes bis Skaidi

Wie immer im Urlaub spielt das Wetter Tag für Tag eine zentrale Rolle. Bei uns ist es heute besser geworden - es war den ganzen Tag trocken. Das richtige Licht fürs Fotografieren gab es aber (leider) noch nicht. Der Wetterbericht verspricht jedoch für die nächsten Tage diesbezüglich eine leichte Besserung. Aber jetzt zum heutigen Tag: Nach der Weite des Lapplands erreichten wir über die Küstenroute Norwegens drittlängsten Fjord, den Porsangerfjord. Kurz vorher haben wir uns eher überraschend körperlich betätigt - wir durchwanderten in knapp zwei Stunden eine nicht sehr bekannte, aber trotzdem schöne Schlucht, den Silfar Canyon. Durch die Wanderung schon vorzeitig sehr hungrig, machten wir in Lakselv am südlichen Ende von Norwegens drittgrößtem Fjord halt, um uns zu stärken. Hier fanden wir ein kleines hübsches Restaurant zum Abendessen und gönnten uns einmal mehr ein Fischgericht - in Norwegen natürlich Lachs. Ein schöner und erlebnisreicher Tag mit toller Landschaft. Zum Abschluss noch ein Tipp für Autofahrer: Mit Rentieren und Schafen am Straßenrand sollte man immer und überall rechnen!

Die "Königsetappe" unserer Reise: Von Skaidi zum Nordkap

Vor diesem Tag hatte ich etwas Respekt, denn wie geht man damit um, wenn am Nordkap das Wetter schlecht ist und praktisch ein Höhepunkt des Urlaubs ins Wasser fällt? Wir hatten - Gott sei Dank - Glück und es war einfach fantastisch. Super Wetter, tolle Fotos, ein Tag, der uns ganz sicher in Erinnerung bleiben wird!! Als Europäer am nördlichsten Punkt unseres Kontinents zu stehen, ist ein Gefühl, das bleibenden Eindruck hinterlässt. Aber auch der Rest des Tages verlief praktisch reibungslos - wie man sich Urlaub eben vorstellt. Nach dem Nordkap besuchten wir das Städtchen Honningsvag und haben auch dort in einem Restaurant am Hafen gegessen. Elisabeth und ich gönnten uns nach der Königsetappe eine Königskrabbe - und wir waren begeistert. Hier wird der gefischte Kabeljau sogar noch auf traditionelle Art im Freien getrocknet (siehe Foto). Nach der Rückkehr in unser Hotel genossen wir noch einen Aufguss in der Sauna und trinken jetzt entspannt aus und freuen uns auf Morgen. Gute Nacht!

Von Skaidi nach Tromsö: Eine Fahrt mit atemberaubender Landschaft

Auf der Fahrt von Skaidi nach Tromsö erreichen wir zunächst das Städtchen Alta. Hier machen wir eine Kaffeepause und spazieren durch die Ortschaft. In Alta befinden sich bis zu 7000 Jahre alte Felszeichnungen die besichtigt werden können und zum UNESCO - Weltkulturerbe zählen. Aber auch heute wird hier noch mit innovativen Erfindungen aufgewartet. Die "Parklplätze für Fahrräder" in der Fußgängerzone sind funktionell und mit einem Regenschutz für die Sättel ausgerüstet (siehe Foto). Nach zwei Fährüberfahrten erreichten wir nach grandiosen Fjordlandschaften mit Tromsö die größte Stadt Nordnorwegens. Hier werden wir unserem Mietauto einen Tag Pause gönnen und zwei Mal übernachten. Kulinarisch konnte ich mich heute durchsetzen. Zum Abendessen gab es für mich und Elisabeth ein Rentiersteak. Unsere Studentin verweigerte aus Sympathie mit Rudolph, dem Rentier, dieses Gericht.

Ein Tag in Tromsö

Nach vielen Kilometern - und noch mehr Eindrücken - in den letzten Tagen hat uns ein autofreier (Urlaubs-) Tag ohne Zweifel gut getan. Am späten Vormittag haben wir damit begonnen, einen Teil der Universitätsstadt Tromsö zu erkunden. Der erste Besuch galt dem Aquarium "Polaria". In diesem Erlebniszentrum gelten die ruhigen und gleichzeitig als sehr intelligent geltenden Bartrobben als Hauptattraktion. Die restliche Zeit wurde für Kaffepausen und den Einkauf von Souvenirs genutzt. Schließlich haben wir uns vor dem Abendessen dafür entschieden, den rund 420 Meter hohen Fjellheisen zu erklimmen und Tromsö aus der Vogelperspektive zu betrachten. Danach ging es direkt zum Essen. Hier viel die Auswahl einmal mehr auf Rentier und Fisch. Elisabeth entschied sich für ein Rentiergeschnetzeltes, Alexandra für Lachs und ich probierte eine weitere norwegische Fischspezialität. Diese bestand aus äußerst schmackhaftem Kabeljau der ursprünglich in traditioneller Art und Weise auf einem Trockenfischgestell (siehe Foto Nordkap und Honningsvag) getrocknet wurde. Einmal mehr hatten wir alle drei ein hervorragendes Abendessen.

Nächstes Ziel: Lofoten

Nach der kurzen Verschnaufpause in Tromsö machten wir uns heute auf den Weg in Richtung Lofoten. Unser erstes Ziel auf dem Weg zur norwegischen Inselwelt im Atlantik war Harstad. Bevor wir jedoch die mit knapp 25.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Nordnorwegens erreichten, nutzten wir noch einmal die Möglichkeit einer Fährüberfahrt und kürzten damit den Weg erheblich ab. Zuvor besuchten wir noch ein Freilichtmuseum wo wir allerhand norwegische Handarbeit bewundern konnten. Weiter am Weg in Richtung Harstad sahen wir auch einige Fischer die ihrem Hobby nachgingen. Das Besondere daran war aber eigentlich der Platz der Petrijünger. Diese befanden sich in geschätzten 25 Metern Höhe auf der Mjösundbrücke und versuchten von dort aus ihr Glück (siehe Foto). In Harstad angekommen checkten wir in unser Hotel am Hafen ein und machen uns jetzt auf den Weg zum Abendessen.

Von Harstad entspannt nach Svolvaer

Heute stand wieder eine relativ kurze Etappe mit knapp 200 Kilometern und dem Ziel Svolvaer auf dem Programm. Über den Refsnesfjord und den Raftsund (einer Meerenge) erreichten wir die größte Stadt der Lofoten. Hier werden wir zwei Mal übernachten und morgen einen Ausflug bis zum südwestlichen Ende der Lofoten und dem Ort Å unternehmen. Heute stand eigentlich nach der Fahrt und der Suche nach unserem Hotel im Hafen von Svolvaer nur ein kleiner Stadtbummel auf dem Programm. Bei dieser Gelegenheit haben wir schon einige Restaurants für die beiden Abendessen ins Auge gefasst.

Ein Tag auf den Lofoten

Die Lofoten bieten eigentlich eine breite Palette von Aktivitäten wie z. B. Wandern, Klettern, Radfahren oder natürlich auch Angeln. Unser Fokus beschränkte sich heute lediglich darauf, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser Inselgruppe zu besuchen. Von Svolvaer starteten wir auf der E 10 In Richtung Å am südwestlichen "Ende" der Lofoten. Die Hinfahrt unterbrachen wir eigentlich nur um zu fotografieren und entdeckten dabei eine interessante Ortstafel. Auf der Rückfahrt besuchten wir das Wikingermuseum in Borg, was wir alle drei als absolutes Highlight eingestuft haben. Zurück ging es wieder mit einigen Zwischenstopps und über Henningsvaer nach Svolvaer. Hier besuchten wir noch das Kriegsmuseum neben unserem Hotel. Dieses kleine, aber feine Privatmuseum entpuppte sich als wahre Schatzkammer in Bezug auf Relikte des Zweiten Weltkriegs. Danach haben wir unser Abendessen in einem Fischrestaurant am Hafen in Svolvaer eingenommen und freuen uns schon auf einen geruhsamen späten Abend.

Die letzte Etappe: Von Svolvaer in Richtung Kiruna

Nach etwas mehr als 3000 Kilometern kamen wir am letzten Tag unserer Reise dem Ausgangspunkt, Kiruna in Schweden, schon wieder sehr nahe. Leider verließ uns am letzten Tag wieder das Wetterglück und wir starteten bei leichtem Nieselregen in Svolvaer. Dieses Wetter verfolgte uns bis zum späten Nachmittag. Aus diesem Grund haben wir eigentlich nur in Narvik zu einer kurzen Kaffeepause angehalten, gute Fotos sind heute eher Mangelware. Ist aber soweit kein Problem, das Wetter können wir uns eben auch im Urlaub nicht aussuchen. Mit zwei Tagen Regen in knapp zwei Wochen hatten wir ohnehin ziemliches Glück. Mittlerweile sind wir in Björkliden angekommen und müssen bis morgen Mittag noch knapp 100 Kilometer zurücklegen - eine Kleinigkeit. So verbringen wir die letzte Nacht im Abisko Nationalpark und können auf einen interessanten, abwechslungsreichen und tollen Urlaub mit viel Spaß und vielen neuen Eindrücken zurückblicken. Wir werden sicher noch einige Zeit brauchen, um diese erlebnisintensive Zeit zu verdauen, die vielen Fotos werden uns dabei helfen, uns an diese Zeit zu erinnern.
Als Fazit würde ich sagen: Diese Art von Urlaub ist sicher nicht für jeden geeignet. Wer gerne am Strand faulenzt und am Abend die Promenade im Urlaubsort entlangspaziert sollte eine Rundreise wie diese eher nicht versuchen. Wer jedoch auch im Urlaub aktiv sein will um Land und Leute kennen zu lernen, dem würde ich eine Rundreise mit dem Mietwagen - nicht mit dem Bus - auf jeden Fall empfehlen. In diesem Sinn bedanke ich mich bei den Lesern dieses Urlaubsblogs und verabschiede mich mit einem, wie in Skandinavien üblichen "SKÅL" !
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